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» Schwäbisch Gmünd | Donnerstag, 01. Oktober 2009

Einweihungsfeier der Psychosozialen Krebsberatungsstelle Ostwürttemberg

In der ambulanten Krebsberatungsstelle, die gestern eingeweiht wurde, soll künftig nicht dem Körper weniger, sondern der Seele mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. „Ein großer Tag“ für den Förderverein Onkologie und das Klinikum, vor allem aber für Tumorpatienten wurde gefeiert.

MUTLANGEN (bt). Landrat Klaus Pavel freute sich als Schirmherr darüber, dass der Förderverein mit seinem starken Führungsteam in den drei Jahren seines Bestehens „unglaublich viel bewegt“ habe. Er sprach von der Bedeutung der drei Ostalb-​Krankenhäuser mit ihren über 3000 Mitarbeitern; allein ins Stauferklinikum wurden jüngst 40 Millionen Euro investiert. Bei allem was hier geleistet werde, stürze die Diagnose Krebs die Patienten doch immer in Hilf– und Sprachlosigkeit und große Angst. Sie müssten aufgefangen werden. Dass Pavel weiß, von was er spricht, wurde deutlich, als er von einem erst kürzlich erkrankten Freund erzählte.
Bürgermeister Peter Seyfried gratulierte für die Gemeinde Mutlangen und für den Freundeskreis des Klinikums: Es spreche nicht für ein Gesundheitssystem, wenn solche Aufgaben auf privater Basis geschultert werden müssten. Seyfried war sich sicher: „Viele Patienten werden außerordentlich dankbar sein“.
Auch Sozialamtsleiter Dieter Lehmann versicherte als Vertreter des Gmünder Oberbürgermeisters, es sei großartig, was der Förderverein unter dem Motto „Helfen, um anderen zu helfen“ leiste. Davon, wie hier Kräfte gebündelt und große Aufgaben gemeinsam angegangen würden, könne so manche Kommune lernen. Aus eigenem Erleben bzw. Erleiden schilderte Lehmann in seinem sehr persönlichen Beitrag, was die Diagnose Krebs bedeutet — die in Deutschland jede Minute gestellt werde.
Hubert Seiter, Geschäftsführer des Krebsverbandes Baden-​Württemberg, erklärte, hochqualifizierte Mediziner wie Dr. Martin Redenbacher, Chefarzt a. D. und Initiator und Vorsitzender des Fördervereins Onkologie, dürften nicht einfach aufhören: „Sie werden gebraucht“. Seiter stellte einen 15 000 Euro-​Beitrag des Krebsverbandes in Aussicht und legte dem Förderverein die Kooperation mit den Selbshilfegruppen ans Herz: So werde aus einer wunderbaren kleinen Einrichtung eine Bewegung. Er sprach das große Problem der Folgefinanzierung von Beratungsstellen an — ein Thema, das auch Martin Wickert, Vorsitzender der AG Psychoonkologie der deutschen Krebsgesellschaft und Leiter der Psychosozialen Krebsberatungsstelle in Tübingen, unter den Nägeln brennt. In seinem Vortrag über die Betreuung von Tumorpatienten und Angehörigen und dem Anlass entsprechend insbesondere über den Stellenwert ambulanter Angebote erklärte er, den meisten Krebsberatungsstellen sei in den vergangenen 20, 30 Jahren das Geld ausgegangen. Er wünschte sich ganz dringend nachhaltigere Förderung der Krebsberatung und in letzter Konsequenz deren Übernahme in die Regelversorgung. Im Einzelnen erläuterte Wickert, was Krebsberatung zu leisten vermöge und welche Konsequenzen die „drastische Unterversorgung“ habe. Ein Grußwort sprach auch Prof. Holger Hebart, Chefarzt am Zentrum Innere Medizin im Stauferklinikum und stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Onkologie. Er, wie viele vor und nach ihm, bedankte sich ganz herzlich bei Martin Redenbacher. Klinikdirektor Walter Hees erklärte, er sei stolz: „Eine tolle Leistung für eine Klinik dieser Größenordnung“. Das Klinikum stellt die Räume bereit (die RZ berichtete), doch Hees zufolge wäre Krebsberatung im Ostalbkreis ohne dieses „gigantische ehrenamtliche Engagement“ nicht möglich. Im Anschluss an die Einweihungsfeier bestand die Möglichkeit die neuen Räumlichkeiten der Psychosozialen Krebsberatungsstelle Ostwürttemberg im Haus 6 zu besichtigen.
 

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