Fast 40 Mitglieder des Altergenossenvereins 1943 waren kürzlich im „Fränkischen Seenland“
SCHWÄBISCH GMÜND (pm). Fast 40 Mitglieder des Altergenossenvereins 1943 starteten kürzlich früh morgens zu ihrem 66er Ausflug. Zur „Route 66“ reichte es leider nicht und so begnügte man sich mit einem Tagesausflug ins „Fränkische Seenland“.
Erste Station war das Schloss Dennenlohe. Der Schlossherr selbst, Baron Süsskind, eben noch beim Gras mähen, begrüßte seine Gäste persönlich. Zuerst er-zählte er etwas über die Geschichte des Hauses und den angegliederten Schlosspark. Seine Ausführungen, in enormem Tempo vorgetragen, verlangten volle Aufmerksamkeit. Informativ, interessant und mit Witz vorgetragen, stellte er sein im Jahr
1734 erbautes Schloss vor, das als einzigartiges Ensemble barocker Gebäude eine Einheit bildet.
Architekt für die komplette Anlage, also Schloss und Park, war der Italiener Leopold Retti, der unter anderem auch das „Neue Schloss“ in Stuttgart und das Schloss in Ludwigsburg entwarf. Beim anschließenden Rundgang durch den zehn Hektar großen dreiteiligen Park gab es viel zu bewundern, auch wenn es in der Blütezeit Mai/Juni noch viel bunter ist. Der Rhododendrenpark ist eine Komposition aus Inseln, schwankenden und schwingenden Brücken, malerischen Steinlaternen und fernöstlichen Tempeltoren. Um diesen Park und die dazugehörende sechs Hektar große Wasserlandschaft zu pflegen und zu erhalten gibt es für den Baron und seine Mannschaft im Sommer keine Pause. Der Schlossherr nutzt dann seinen Urlaub im Winter, um in England neue Pflanzen zu kaufen und Ideen zur Gartengestaltung zu sammeln.
Die zwei Stunden waren wie im Flug vergangen. Nun gönnte man sich eine kleine Stärkung im angegliederten Restaurant und Cafe das stilvoll im ehemaligen, jetzt schön umgebauten Pferdestall untergebracht ist.
War bisher das Wetter eher trüb, so kam jetzt bei der Fahrt zum „Großen Brombachsee“ die Sonne hervor. In Ramsberg sollte eine Schifffahrt beginnen. Massen von Ausflüglern an der Anlegestelle. Wo sollen nur all diese Menschen hin? Als das Schiff dann hinter einer Landzunge auftauchte, war man schon beruhigter. Dieses Schiff ist der größte Trimaran, der in Europa auf einem Stausee fährt. Stolze
46 Meter lang und
19 Meter breit ist die „MS Brombachsee“. Mit einem Tiefgang von nur
140 Zentimeter kann auch im Hochsommer, wenn Wasser für andere Zwecke abgepumpt wird, noch gefahren werden.
Bis zu
750 Personen können auf drei großzügig angelegten Decks, verglasten Saloons Platz nehmen. Die Altersgenossen begannen ihre eineinhalb stündige Rundfahrt mit Kaffee und Kuchen, bevor man sich auf einem der geräumigen Decks sonnte. Viel zu schnell war die Rundfahrt zu Ende. Ein örtlicher Führer stieg anschließend in den Bus, um der Gruppe einiges über das „Fränkische Seenland“, die Europäische Wasserscheide, den Tourismus und wirtschaftliche Fakten näher zu bringen. Bei zwei Stopps ging er ins Detail, er wusste seine Heimat ins rechte Licht zu rücken. „Ein Urlaubsparadies für Surfer, Radfahrer und Wanderer ganz in unserer Nähe“, so die Feststellung der AGVler. An vielen langen Sandstränden kommen auch die Schwimmer bei rund
1200 Hektar Wasserfläche nicht zu kurz. Nun ging’s in Richtung Heimat. Letztes Ziel war der Brauereigasthof in Untergröningen. Nach gutem Essen sang Guido Mehringer nochmals den Hit „Mit
66 Jahren“, passend zum Ausflugsthema. Bevor man die letzten Kilometer nach Gmünd fuhr, spielten Kurt Bücheler, Walter Höfer und Hans Peter Klonau den Sketch „Das singende Brautpaar“. Dem Standesbeamten wurden alle Fragen gesungen beantwortet. Dass dieser Beitrag gut ankam, zeigte der Applaus. Auf dem Nachhauseweg wurde bereits die Vorfreude auf eine Ausfahrt im November ins Hohenlohische geweckt. Kultureller Punkt ist dann der Besuch vom Kloster Schöntal.
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