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» Ostalbkreis | Donnerstag, 01. Oktober 2009

„Herbstbelebung“ auf dem Arbeitsmarkt in Ostwürttemberg

Die so genannte „Herbstbelebung“ hat dem Arbeitsmarkt in Ostwürttemberg gut getan und zu einer leichten Reduzierung der Arbeitslosenquote geführt. Von einer dauerhaften Entspannung sei man aber noch weit entfernt, warnt die Arbeitsagentur vor einer zu optimistischen Interpretation dieser Zahlen.

OSTALBKREIS. „Die Zunahme der Arbeitslosigkeit, insbesondere bei jüngeren Bewerbern, in den Sommermonaten und der Rückgang im September war schon in den vergangenen Jahren regelmäßig zu beobachten. Im September, nach der Urlaubsphase, stellen die Firmen wieder ein und schulische sowie betriebliche Ausbildungen haben begonnen. Zudem hat vor allem die geförderte Kurzarbeit dazu beigetragen, dass die Beschäftigungszahlen besser sind als von Vielen vorhergesagt“, so Hans-​Joachim Gulde, Leiter der Arbeitsagenturen in Ostwürttemberg.
Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk sinkt, ebenso wie im Landesdurchschnitt von Baden-​Württemberg (5,3 Prozent), um 0,2 Prozentpunkte und liegt nunmehr bei 5,5 Prozent. Die Arbeitslosigkeit stieg im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosengeld I) zum Vorjahr um zirka 78 Prozent auf 6776 Personen, im Bereich der Grundsicherung (Arbeitslosengeld II) um 20,4 Prozent und liegt damit bei 5932 Arbeitslosen.
Auf die einzelnen Landkreise verteilen sich die Zahlen wie folgt: Im Ostalbkreis sind 8848 Personen arbeitslos gemeldet, das entspricht einer Quote von 5,4 Prozent. Hiervon werden 4693 Personen (im Vergleich zum Vorjahr plus 80,4 Prozent) von der Arbeitsagentur (SGB III) und 4155 Personen (im Vergleich zum Vorjahr plus 25,0 Prozent) von der ARGE abo (SGB II) betreut. Im Landkreis Heidenheim sind 3860 Personen arbeitslos, dies entspricht einer Quote von 5,7 Prozent; bei der Arbeitsagentur sind 2083 Personen (im Vergleich zum Vorjahr plus 73,4 Prozent) und bei der ARGE Job-​Center 1777 Personen (im Vergleich zum Vorjahr plus 10,9 Prozent) arbeitslos gemeldet.
Die Zahl der Arbeitslosen in beiden Rechtskreisen ist bei fast allen Personengruppen leicht gesunken. Die stärkste Reduzierung der Arbeitslosigkeit ist bei den Jugendlichen unter 25 Jahre zu verzeichnen. Die hohe Dynamik im Zu– und Abgang bei Jugendlichen hat dazu geführt, dass in der Bilanz 382 weniger und damit 1781 Jugendliche registriert wurden. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote von nur noch 5,9 Prozent.
In den weiteren Personengruppen gibt es folgende Entwicklungen: bei den Männern ist ein Abgang von 302 Personen zu verzeichnen, die Gesamtzahl beträgt 6.828 Personen (Arbeitslosenquote 5,4 Prozent). Bei den Frauen sind 5880 arbeitslos gemeldet (minus 186). Dies entspricht einer Quote von 5,6 Prozent. Lediglich bei den „50-​jährigen und älteren Arbeitslosen“ stieg die Zahl um 44 auf 3312 an (entspricht einer Quote von 5,7 Prozent). Ausländische Arbeitslose sind mit 2427 Personen betroffen; die Zahl sank hier erfreulicherweise um 53. Die Arbeitslosenquote ist mit 14,2 Prozent aber weiterhin sehr hoch.
Die Beschäftigungssicherung durch Kurzarbeit hat sich in beiden Landkreisen sehr positiv ausgewirkt: Im Ostalbkreis waren im Juni 360 Betriebe mit 11 145 Personen tatsächlich in Kurzarbeit. Von den Unternehmen wurden hier 8909 Männer sowie 2236 Frauen durch Kurzarbeit weiterbeschäftigt. Anzeigen über künftige Kurzarbeit gingen für 1138 Personen ein. Im Landkreis Heidenheim waren im Juni 114 Betriebe mit 3191 Personen tatsächlich in Kurzarbeit. Von den Unternehmen wurden hier 2.329 Männer sowie 862 Frauen durch Kurzarbeit weiterbeschäftigt. Anzeigen über künftige Kurzarbeit gingen für 327 Personen ein.
Insgesamt hatten im vergangenen Monat wieder 1248 Teilnehmer/​innen (plus 129 Prozent im Vergleich zum Vormonat) an Qualifizierungsmaßnahmen die Chance ihre beruflichen Kompetenzen zu steigern und damit ihre Vermittlungschancen zu verbessern. „Dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit wurden wieder 831 neue Stellen gemeldet, das sind immerhin 131 Stellen mehr als im Juli. Hiervon sind 754 Stellen „ungefördert“, also betriebliche, sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse. Von den gemeldeten Stellen kommen 21,1 Prozent der Stellen aus dem Bereich der Arbeitnehmerüberlassung, 11,7 Prozent aus dem Verarbeitenden Gewerbe sowie 6,9 Prozent aus dem Handel. Die restlichen 60,3 Prozent verteilen sich überwiegend auf die Dienstleistungsberufe, wie z.B. Sozial– und Erziehungsberufe, Ordnungs– und Sicherheitsberufe sowie Organisations-​, Verwaltungs– und Büroberufe“, so Hans-​Joachim Gulde zur positiven Entwicklung des Stellenangebotes im Monat September, das mit 1373 betrieblichen Stellen im Bestand insgesamt um knapp 50 Prozent zum Vorjahr reduziert ist. Der Arbeitsmarkt nach Geschäftsstellen: In der Hauptagentur Aalen sind 2969 Arbeitslose gemeldet, das sind 144 weniger als im Juli. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 5,1 Prozent (Vormonat 5,4 Prozent). In Bopfingen sind 736 Arbeitslose gemeldet, das sind 21 weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sinkt von 5,5 Prozent auf 5,3 Prozent. Im Geschäftsstellenbereich Ellwangen sind 813 Arbeitslose gemeldet, das sind 66 weniger als im Juli. Die Arbeitslosenquote sinkt auf 3,6 Prozent (Vormonat 3,9 Prozent). Insgesamt 164 Arbeitslose weniger und damit 4330 Arbeitslose sind in Schwäbisch Gmünd gemeldet; dies entspricht einer Arbeitslosenquote von 6,2 Prozent (Vormonat 6,5 Prozent). Heidenheim hat 3860 gemeldete Arbeitslose, das sind 93 weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote liegt hier bei 5,7 Prozent, im Vormonat lag sie noch bei 5,9 Prozent.
„Die gute, vorausschauende Nutzung von Kurzarbeit zur Beschäftigungssicherung durch Betriebe und Unternehmen hat neben der erfreulich hohen Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen durch Arbeitslose und Beschäftigte zu einer positiven Septemberbilanz geführt. Trotzdem darf der erfreuliche Rückgang der Arbeitslosenquote im Agenturbezirk um 0,2 Prozent nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lage auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor ernst ist und wir weit von einer dauerhaften Entspannung entfernt sind“, so Hans-​Joachim Gulde zur aktuellen Situation.
 

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