Waldstetter Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins unterwegs unter südlicher Sonne
Nach einer mehrjährigen Pause starteten viele Mitglieder der Ortsgruppe Waldstetten des Schwäbischen Albvereins vor kurzem mit dem Bus zu einer einwöchigen Wanderreise, um die Mittelmeerinsel Elba zu Fuß zu erkunden.
WALDSTETTEN (
SAV). Organisiert durch Hans Reißmüller stieß die Reise nach diversen Vortreffen mit Informationen und Bildern auf großes Interesse. Erwin Schmider und seine Partnerin Renate Kliem erwarteten die Wandergruppe in Lindau, um gemeinsam mit ihnen über den San Bernardino-Pass, Lugano, Mailand, Genua an den Hafen von Piombino zu fahren. Trotz fast ganztägigem Regen ließen sich die Teilnehmer die gute Laune nicht verderben. Und tatsächlich — kurz vor der Ankunft am Hafen und Überfahrt mit der Fähre kam dann die Sonne.
Das Urlaubshotel mit eigenem Strand und Meerwasserpool lud gleich einige zum ersten Bad im Meer ein, was auch während der ganzen Woche Abends fast zum Ritual wurde. Gleich in der ersten Nacht öffnete der Himmel seine Schleusen mit Blitz und Donner, so dass die erste Wanderung erst mit einstündiger Verspätung starten konnte.
Auf der Südseite des Monte Campanne ging es von S. Piero in Campo zur Felsengruppe Pietra Murata im sogenannten Weihwasserkessel. Auf der Wanderstrecke gab es bei Sonnenschein die erste Gottesanbeterin sowie eine große Zebraspinne und viele wilde Alpenveilchen zu bewundern, so dass auch Flora und Fauna nicht zu kurz kamen.
Die Inselhaupt– und Hafenstadt Portoferreio war Ziel des nächsten Tages. Eine gute Wahl, da die für den Tag angekündigten Gewitter und Regenfälle die Gruppe tatsächlich genau zum richtigen Zeitpunkt erwischten – unter einem Gewölbe des Forte Stella, das guten Regenschutz bot. Die Gruppe überbrückte diesen Zwangsaufenthalt mit Witzen und Gesängen — es kam also keine Langeweile auf. Die kleine Kapelle Santa Lucia auf dem Hügel bot danach eine schöne Aussicht auf die Hafenstadt. Abends wurden dann die mitgebrachten Gitarren ausgepackt und zum Ausklang gesungen.
Die Sonne lockte am nächsten Morgen zur Kammwanderung in Elbas Osten. Nachdem der Proviant in Porto Azzurro aufgefüllt wurde, starteten zwei Gruppen im ältesten Dorf Rio Nell’ Elba über den Monte Capanello und den Gipfel Cima del Monto hinunter zum stahlblauen Meer nach Porto Azzurro. Schön, dass es auf dem Wege frische Feigen und Trauben als Vitaminstoß zu ernten gab. In der Innenstadt von Porto Azzurro war dann zum ersten Mal richtig „lädela“ und Kaffee sowie Eis genießen angesagt.
Entlang der nordwestlichen Küstenstraße über Marciana Marina ging es am nächsten Tag nach Maricana zum Dach von Elba. Der Wanderweg zum Monte Capanne startete durch große Maronenwälder zur Einsiedelei Cerbone, danach folgte der anstrengende und steile Aufstieg auf den Gipfel über Steine und Felsplatten; die dabei anzutreffenden Mufflons ließen sich nicht stören.
Stolz, danach den Gipfel erreicht zu haben, traf sich dort die ‚Fußgruppe’ mit den Teilnehmern, die den Gipfel per Korbseilbahn erreicht hatten. Den ganzen Tag waren Motorengeräusche zu hören – das Rätsel löste sich nachmittags: Genau am Endpunkt Poggio war an diesem Tag die Rallye Elba Storica zu Gast. Die Sperrung der Straße für dieses Event bot der Gruppe die ursprünglich nicht geplante Gelegenheit, die Westküste – den „Fischkopf“, wie die Reiseleiterin erzählte – zu entdecken. Eine Steilküste und tolle Badebuchten gab es vom Bus aus zu sehen und so mancher wäre am liebsten kurz ins Meer gestiegen. Der letzte Wandertag ging ganz in den Südosten nach Capoliveri. In zwei Gruppen wurde der Magnetberg Monte Calamita erkundet, bevor man sich zum Abschluss auf der Piazza des Ortes wieder traf.
Leider waren die Tage viel zu schnell vergangen und so setzte sich die Gruppe am Abend nochmals für einige Stunden bei Gesang und guten Getränken zu einem Ausklang zusammen und bedankte sich bei dem Organisator Hans Reißmüller, Erwin und Renate sowie dem Hotelpersonal für die schöne Reise und viele bleibende Erinnerungen. Natürlich auch mit dem kleinen Hintergedanken, an solch einer Reise mal wieder teilnehmen zu können.
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