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» Ostalbkreis | Montag, 12. Oktober 2009

Einweihung Gemeindezentrum Leinzell mit zahlreichen Ehrengästen und einem großen Gemeindefest

„Dieser Tag ist eine doppelte Freude“, meinte Pfarrer Bernhard Weiß bei seiner Begrüßung in der St.-Georgs-Kirche in Leinzell anlässlich des Gottesdienstes zur Einweihung des neuen Gemeindezentrums. Dorothee Wörner

LEINZELL. Pfarrer Weiß meinte damit den Wiederbezug der Kirche nach langen Reparaturarbeiten und den Erstbezug des Gemeindezentrums, das in direkter Nachbarschaft zur Kirche nach nur einjähriger Bauzeit fertiggestellt wurde.
„Die Festpredigt hielt Domkapitular Hubert Bour, der die Gemeinde als Gebietsreferent seit vielen Jahren begleitet. Trotz der Krisenzeiten sei in Leinzell gebaut worden, stellte er fest und meinte „sie haben gut daran getan zu bauen, denn die menschliche Beziehung ist in Gefahr zu verkümmern, die Menschen werden immer einsamer.“ Viel zu lange sei auf religiöse Individualisten gesetzt worden, fuhr er fort, aber „Unsere Kirche ist Gemeinschaft und als geschwisterliche Gemeinde unterbrechen wir die Anonymität der Gesellschaft und bieten eine Alternative zur Versorgung durch die Massenmedien“. Er bat die zahlreich anwesenden Gemeindemitglieder aus Leinzell, aus der Filialkirchengemeinde Horn, aus Göggingen und aus Täferrot: „Nehmen sie ihr Gemeindezentrum an, als einen Ort zum Wohlfühlen. Lassen sie es für sich zur Heimat werden, zum Zentrum der Verbundenheit inmitten der Zerstreuung.“
Pfarrer Bernhard Weiß lud zum Abschluss des Gottesdienstes ein, dieses Haus als neue Persönlichkeit in der Gemeinde zu betrachten. Er wisse um die schwäbische Mentalität als „Häuslebauer“ und bat darum das moderne Gebäude zunächst auf sich wirken zu lassen und erst danach ein Urteil zu bilden.
Der Gottesdienst wurde vom katholischen Kirchenchor aus Göggingen und der Gruppe „Sixpääk“ des Musikvereins Leinzell musikalisch umrahmt. Ein erstes Platzkonzert auf dem neu geschaffenen Kirchplatz gab es dann vom gesamten Ensemble des Musikvereins. Danach folgte ein Grußwortreigen, wobei der 2. Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Andreas Huber den Anfang mit herzlichen Dankesworten machte. Georg Grupp als Vertreter der Filialgemeinde Mariä Opferung Horn kam ohne Geschenk „unser Horner Beitrag steckt in Form von Baumaterialien bereits schon im Gebäude drin“, meinte er in Bezug auf den erbrachten Spendenbeitrag. Die bürgerliche Gemeinde Leinzell hatte während der Bauzeit nach besten Kräften mitgeholfen. Bürgermeister Ralph Leischner hatte nun zum Einzug nach altem Brauch Kartoffeln, Salz und Brot mitgebracht, die symbolisch jede Not fernhalten sollen. Er gratulierte zum Bauwerk und sprach mit Freude über den neuen Ort der Begegnung auch für Gruppen, Vereine und Organisationen. Als evangelische Nachbarn waren Pfarrerin Ulrike Förschler und die Pfarrer Andrea und Peter Palm aus Täferrot zur Einweihung gekommen. „Wir sind dankbar für alle Begegnung und die Gastfreundschaft, die sie uns in ihren Kirchen gewähren und manches Neue das nun auch im neuen Gemeindezentrum möglich sein wird“, sagte Pfarrerin Förschler und Pfarrerin Plan fasste den Wunsch nach einem guten Miteinander, nach Wohlwollen und Wertschätzung in einem Haussegensspruch zusammen. Als Vertreterin der Seelsorgeeinheit St. Sebastian Schechingen und St. Vitus Heuchlingen sprach Irmgard Waidmann Grußworte und überreichte ein Bild mit Abbildungen der Kirchen.
Thomas Jüttner vom bischöflichen Baudezernat aus Rottenburg sprach sehr anschaulich vom neuen Haus in seiner Schutzfunktion als der „dritten Haut des Menschen“, er freue sich, sagte Jüttner, dass die verschiedenen Standorte innerhalb der Kirchengemeinde nun an diesem unverwechselbaren Ort gebündelt werden konnten. „Unsere Arbeit ist getan“, sagte Architekt Albrecht Scheible vom planenden Büro D’Inka Scheible Hoffmann aus Fellbach, der sich bei allen Ausführenden des Baus bedankte und symbolisch einen großen Schlüssel an Pfarrer Weiß übergab. Begleitet von jungen Ministranten konnte dann Dekan Pius Angstenberger die Segnung des Gebäudes vornehmen das er als Haus der Geselligkeit, der Bildung und der Meditation bezeichnete.
Die große Eingangstür wurde nun für die Gäste geöffnet, die mit interessierten Blicken eintraten und einen Rundgang durch „ihr Gemeindezentrum“ vornahmen. Herrlicher Bratenduft durchzog die strahlen neuen Räume, denn ein fleißiges Küchenteam hatte Mittagessen und Kaffee und Kuchen vorbereitet. So konnten sich die vielen Besucher an liebevoll dekorierte Tische setzen und sich bei einem guten Essen und guten Gesprächen „ganz wie zu Hause fühlen“.
 

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