Pädagogen und Psychologen trafen sich am Landesgymnasium für Hochbegabte
Inzwischen haben die „Gmünder Runden“, zu denen sich Schulleiter/-innen, Lehrkräfte sowie Psychologinnen und Psychologen treffen, die sich mit Hochbegabtenförderung befassen, bereits Tradition.
SCHWÄBISCH GMÜND
(pm). Zum siebten Mal kamen am Landesgymnasium für Hochbegabte Schwäbisch Gmünd Schulleiter, NWT-Lehrer und Psychologen zusammen, die sich in besonderem Maße der Förderung hochbegabter Kinder und Jugendlicher verschrieben haben. Die Runden, die sich seit der Gründung des
LGH im Jahre
2005 etabliert haben, dienen dem Austausch und der Fortbildung von Schulleitungen bzw. Lehrkräften und Psychologen von Gymnasien mit Hochbegabtenförderkonzepten aus ganz Deutschland, von Konstanz bis Rostock, und aus Österreich traditionell dabei die Kollegen aus Wien.
Die diesjährige Tagung stand unter dem Motto „Vom Potenzial zur Leistung – welche schulischen Einflussmöglichkeiten gibt es?“ Über
40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer lauschten gebannt den Ausführungen von OStD Günter Schmid, Leiter der Sir-Karl-Popper-Schule in Wien, und OSTD i. R. Armin Hackl, ehemaliger Leiter des Deutschhaus-Gymnasiums in Würzburg, die gemeinsam auf
20 Jahre Hochbegabtenförderung zurückblicken können. Überaus praxisnah und anregend schilderten sie ihre Idee der Begabungsförderung und die daraus abgeleiteten methodischen Formen, schulischen Strukturen und pädagogischen Instrumente, bei denen der Schüler bzw. die Schülerin eindeutig im Zentrum steht.
Welchen schulischen und unterrichtlichen Rahmen brauchen hochbegabte Schülerinnen und Schüler, um ihr Potenzial entfalten zu können? Eine optimale Begabungsentwicklung kann nur dann erreicht werden, wenn Schülern der Weg von der externen Lernsteuerung zur Selbststeuerung gezeigt wird.
Eine weit reichende Individualisierung befördert die Selbstverantwortung und ein dem Vermögen des Schülers angepasstes Lernverhalten und Lernergebnis. Hierzu stehen vielfältige pädagogische Instrumente und Formen autonomen Lernens zur Verfügung. Somit ist Begabtenförderung immer auch Schulentwicklung, die allen Schüler/-innen zu Gute kommt.
Ein begabungsfördernder Lehrer entwickelt eine pädagogische Haltung, die den Schüler als ein beim Lernprozess zu begleitendes und zu beratendes Individuum ins Zentrum seiner Tätigkeit stellt. Unterrichtsqualität entsteht im Zusammenspiel von kompakter Wissensvermittlung, Individualisierung der Lernwege und autonomen Lernentscheidungen.
Nach zwei intensiven Tagen voller Anregungen und kollegialem Austausch fuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach Hause. Sicher ist, dass sich alle im nächsten Jahr erneut zur „Gmünder Runde“ treffen möchten.
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