Bürgermeister Dr. Joachim Bläse besuchte gestern den Verein für seelische Gesundheit Ostalbkreis
Seit 25 Jahren setzt sich der Verein für seelische Gesundheit Ostalbkreis für die Belange psychisch erkrankter und seelisch behinderter Mitbürger ein. Eine lange Zeit. Eines hat sich nicht verändert: Noch immer gelten psychisch Erkrankte als Randgruppen. Von Nicole Beuther
SCHWÄBISCH GMÜND. Mit einem Informationsstand war der Verein für seelische Gesundheit Ostalbkreis am Samstag auf dem Johannisplatz vertreten. Anlass war das
25-jährige Jubiläum des Vereins, den es in Schwäbisch Gmünd bereits seit
24 Jahren gibt. Man wollte aufmerksam machen auf die Belange von psychisch Erkrankten und seelisch behinderten Mitbürgern. Nur wenige Bürger machten am Samstag an dem Infostand Halt. Die Verantwortlichen blieben, nicht nur was die Regentropfen von oben angeht, im Regen stehen. Und das nicht nur an diesem Tag. „Psychisch Erkrankte sind Randgruppen“, bedauerte der Gmünder Nervenarzt Ullrich Brickwedde im Gespräch mit
Dr. Joachim Bläse, der gestern in der Gmünder Geschäftsstelle des Vereins für seelische Gesundheit Ostalbkreis zu Gast war.
Bläse, der im Kreistag für die Sozialplanung für psychisch kranke Menschen verantwortlich ist, wollte einen Einblick bekommen in die Tätigkeit des Vereins. „Wir müssen an einem Strang ziehen“, so Bläse. Etwas, was wichtiger denn je ist: „Jeder dritte Bürger weltweit erkrankt einmal im Leben an einer psychischen Erkrankung“, so Ullrich Brickwedde, der die Zunahme an psychischen Erkrankungen zu spüren bekommt. Gemessen an der Nachfrage bräuchte man doppelt so viel Räumlichkeiten wie bisher. Maximal kann die Gmünder Tagesstätte
25 Menschen gleichzeitig aufnehmen, rund
90 Leute bilden das Klientel.
Neben der Tagesstätte befindet sich in der Einrichtung in der Hofstatt
3 auch die TEMO-Werkstatt und der TEMO-Markt (die Rems-Zeitung berichtete). Das Ziel: Durch Arbeit und Beschäftigung dem Leben wieder einen Sinn geben und so zur Genesung und Wiedereingliederung der Betroffenen beitragen. Andreas Ritter, Geschäftsführer der Gmünder Geschäftsstelle des Vereins für seelische Gesundheit, hebt hervor, dass die Betroffenen die Möglichkeit hätten, auch nur stundenweise zu kommen. „Es ist wichtig, dass die Leute eine Tagesstruktur haben“, so Andreas Ritter. Hier gibt es diese Möglichkeit.
Neben der TEMO-Werkstatt und dem TEMO-Markt (Secondhand Laden) sind auch alle anderen Institutionen des Vereins in der Hofstatt
3 untergebracht: Die Selbsthilfegruppe für Angehörige psychisch Kranker (
2. Stock, jeden
1. Montag im Monat,
19 Uhr, Kontakttelefon:
0 71 71/
6 68 59) ebenso wie die Psychiatrische Tagesstätte und der Treff (
2. Stock, Telefon:
0 71 71/
93 17 28). Eine Anlaufstelle für alle sei wichtig, findet Ullrich Brickwedde. Die Angebote müssen am Leben erhalten werden, denn, „der Trend ist, dass immer mehr Menschen psychisch erkranken“, so Bläse. „Wir als Stadt müssen uns damit beschäftigen.“ In der Vergangenheit habe man dieses Thema eher unter Verschluss gehalten. Nun sollen die Eckpunkte, die sich aus dem gestrigen Gespräch ergeben, Thema einer Gemeinderatssitzung werden. Zu beachten sei außerdem, dass in der Vergangenheit auch viele psychisch Kranke von ihrer Familie versorgt worden seien, so Brickwedde. Heute greife man hingegen auf die Angebote des sozialpsychiatrischen Dienstes zurück.
Anlässlich des
25-jährigen Jubiläums zeigt der Verein eine Filmreihe mit ausgesuchten Filmen, die sich mit unterschiedlichen Facetten den Themen der seelischen Gesundheit nähern. Nachfolgend die noch anstehenden Termine:
14. Oktober,
19 Uhr, Brazilkino Schwäbisch Gmünd: „Ohne Gewicht“;
28. Oktober,
19 Uhr, Brazilkino: „Übergeschnappt“;
2. November,
19 Uhr, Kino am Kocher Aalen, Schleifbrückenstraße
15 –
17: „Übergeschnappt“;
10. November,
19 Uhr, Brazilkino: „Recovery“.
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