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Dienstag, 13. Oktober 2009
Kunstturnen, Weltmeisterschaft in London: Wetzgauer Bundesliga-Athlet rückt nicht für den verletzten deutschen Turnstar nach
Des einen Pech, ist des anderen Glück – so ergeht es vielen Athleten in ihrem Sportlerleben. Doch für Helge Liebrich gilt dies nicht. Der eigentlich als Ersatzmann für die Weltmeisterschaft in London nominierte Wetzgauer Bundesliga-Athlet rückt nicht für den verletzten Fabian Hambüchen nach. Von Patrick Tannhäuser
Er stand Gewehr bei Fuß, trainierte in Stuttgart, um sich für den Ausfall einer Stammkraft bereit zu halten. Doch trotz der bitteren Verletzung des deutschen Superstars im Kunstturnen, Fabian Hambüchen, wird Helge Liebrich jetzt nicht nach London reisen. Bundestrainer Andreas Hirsch verzichtet auf eine Nachnominierung und lässt stattdessen Sebastian Krimmer neben dem Pauschenpferd auch am Barren starten.
Bei einer akrobatischen Bahn am Boden, Fabian Hambüchens letzten Gerät beim Podiumstraining am vergangenen Sonntag, passierte es: Der Turnfloh geriet in Vorlage und verletzte sich am linken Fuß so stark, dass er seine Teilnahme an der Weltmeisterschaft in London absagen musste. „Natürlich ist es schade und ich bin enttäuscht, dass die WM nun ohne mich läuft, aber da kann man nichts machen. Die Gesundheit geht vor. Ich habe sofort gemerkt, dass etwas nicht stimmt als ich auf dem Boden aufgekommen bin und habe zu unseren Cheftrainer Andreas Hirsch direkt gesagt: ‘Das wars’“, erklärte Hambüchen auf einer am gestrigen Mittag eigens eingerufenen Pressekonferenz. Vier Wochen Pause stehen für den besten deutschen Turner nun an. Damit fällt er auch für das Finale der Champions-Trophy aus und auch sein Einsatz beim DTB-Pokal in Stuttgart Mitte November ist gefährdet. Damit schwinden natürlich auch die Medaillenhoffnungen der Deutschen für die WM.
Das Pech von Hambüchen hätte für Liebrich zur großen Chance werden können, aber der Student sah seine Möglichkeiten in die Bresche zu springen realistisch. „Einzuspringen, das wäre zu kurzfristig. Ich hätte Fabi im Mehrkampf nicht vertreten können. Das macht keinen Sinn“, ist der Wetzgauer Bundesliga-Turner, ob der Entscheidung ihn nicht nachzunominieren nicht enttäuscht. Liebrich: „Es hätte mich aber sehr gefreut.“ Sprach’s und machte sich auf in die Trainingshalle in Stuttgart. Dort bereitet sich der
21-Jährige auf die zweite Saisonhälfte in der Ersten Bundesliga vor.
Mit seinen Wetzgauer Teamkollegen steht Liebrich in der Liga nämlich mit dem Rücken zur Wand. Mit null Zählern stehen die Gmünder Vorstädter an letzter Stelle der Tabelle, haben allerdings es noch selbst in der Hand den Klassenerhalt zu realisieren. Die erste Chance zu Punkten zu kommen haben die Wetzgauer in knapp zwei Wochen. Am
24. Oktober muss der
TVW beim MTT Chemnitz antreten, am
7. November reist dann Hannover nach Gmünd, ehe am
21. November der letzte Wettkampf in Heidelberg ansteht. Der Aufsteiger weist ebenso noch keine Punkte auf, so dass es wieder zu einem richtigen Abstiegskrimi kommen könnte, wie im Vorjahr, als Wetzgau sich im letzten Ligakampf mit einem Sieg gegen den
FC Bayern München den Klassenverbleib sicherte. Liebrich will als siebtbester Scorer der Bundesliga seinen Teil dazu beisteuern.
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