Tunnelbaustelle Nr. 3 am Lindenfirst
Die Vorbereitungen (Zufahrtsweg und Rodungsarbeiten) sind bereits abschlossen, zur Jahreswende geht’s richtig los: Auf dem Lindenfirst wird die Großbaustelle Nr. 3 für den B-29-Salvatortunnel eingerichtet.
SCHWÄBISCH GMÜND
(hs). Der Tunnelvortrieb befindet sich gegenwärtig im Bereich Taubentalstraße. In wenigen Wochen wird der Mittelpunkt des
2,
2 Kilometer langen unterirdischen Bauwerks erreicht sein. Diese Stelle befindet sich fast direkt unter dem Aussichtspunkt Lindenfirst und damit rund
120 Meter tief in diesem Sandsteinmassiv. Dort unten entsteht die Abluftzentrale. Für diese Betriebseinrichtungen werden Mineure zwei miteinander verbundene Kavernen auf der Nordseite der Fahrröhre in den Berg treiben. Diese künstliche Höhlen sind so dimensioniert, dass dort auch das Pilotprojekt Feinstaub-/Abgasfilter eingebaut werden könnte, wobei die Entscheidung hierüber in Berlin und Stuttgart noch nicht gefallen ist. Doch etliche Politiker stehen zwischenzeitlich bei den Gmündern im Wort, dass sie gleich zu Beginn der neuen Bundestagsperiode eine parteiübergreifende Initiative starten wollen. Dies auch im Hinblick auf das einstimmige Votum im Gemeinderat.
So oder so muss jetzt das Abluftbauwerk am Lindenfirst in Angriff genommen werden. Johannes Zengerle von der örtlichen Bauleitung des Regierungspräsidiums schätzt, dass die Baustelle auf dem Lindenfirst bereits um die Jahreswende eingerichtet werde. Er beschreibt Herausforderungen, die ein weiteres Stück Ingenieurskunst im Rahmen des Bauprogramms für den Salvatortunnel darstellen wird. Die Gesamthöhe des Abluftschachtes betrage
157 Meter. Der größte Teil werde senkrecht in den Berg hinein gebohrt bzw. gebaggert. Doch
33 Meter hoch werde ein Betonkamin sein, der jedoch nur ganz knapp die Baumwipfel überragen werde. Johannes Zengerle kündigt an, dass dieses Bauwerk von der Stadt aus überhaupt nicht sichtbar sein werde, allenfalls vom gegenüberliegenden Straßdorfer Berg. Vorsorge sei getroffen, um den Turm so zu gestalten, dass er für Kletterer uninteressant sei. Etwa
125 Meter tief und sieben Meter im Durchmesser ist der ovale Schacht geplant, der durch den Berg zu den beiden Kavernen führen wird. Durch diesen erfolge dann die Entlüftung des Tunnels, durch eine zweite, kleinere Röhre aber auch die Zuführung von Frischluft in die Abluftzentrale. Die Vorgehensweise für diesen außergewöhnlichen Tiefbau am Lindenfirst werde derzeit zwischen den Ingenieuren noch verhandelt. Entweder werde der Aushub (etwa
5000 Kubikmeter sind veranschlagt) per Kran nach oben gehievt und durchs Taubental abtransportiert oder aber es werde ein Verfahren gewählt, bei dem der Aushub durch eine Bohrung nach unten in die Kaverne falle. In der Schachtbaustelle werde ein Bagger stehen, der sozusagen mit nach unten in den Tunnel wandern werde. Durch Kamin und Schacht werde es kein Treppenhaus oder eine Leiterverbindnung zwischen Unterwelt und Lindenfirst geben.
Die Vorbereitungen für diesen dritten Tunnelbaustellenbereich wurden mit der Forstverwaltung bereits getroffen. So etwa die Rodungsarbeiten, etwa
100 Meter westlich des Weges zwischen Rehnenhofsiedlung und Schutzhütte auf dem Lindenfirst. Fertiggestellt sind auch die Zufahrtswege entlang des Osthangs im Taubentalwald. Dort wurde ein eh bereits brüchig gewordener Asphaltweg entfernt, durch einige Baumfällarbeiten verbreitert sowie mit einem stabilen Unterbau und mit einer neuen, wasserdurchlässigen Schotterdeckschicht versehen. Die Baustellenfahrzeuge werden über die Rehnenhofsiedlung am Parkplatz Heidelbeerweg ins Taubental einfahren und über eine Kehre unterhalb des Erholungsheims Schönblick bis zum Lindenfirst unterwegs sein. Johannes Zengerle beschreibt, dass der Grünwuchs von links und rechts dann sicher ganz schnell wieder die ursprüngliche und beschauliche Breite des Waldweges wieder herstellen werde.
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