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» Sport | Freitag, 16. Oktober 2009

Volleyball, VLW-​Pokal: Die DJK kämpft in Bad Saulgau um den württembergischen Cup-​Sieg

Gerade zur rechten Zeit steht DJK–Spielertrainerin Carmen Feistritzer der gesamte Kader zur Verfügung, denn am kommenden Sonntag greift die Gmünder Auswahl in Bad Saulgau nach dem württembergischen Pokal. Doch drei andere Teams haben dasselbe Ziel und möchten die Titelverteidigung der DJK verhindern. Von Matthias Bolsinger

Wenn um 10.30 Uhr in Bad Saulgau das Leder zum ersten Mal über die Netzkante fliegt, liegt vor den DJK–Volleyballerinnen noch ein langer Weg, ehe nach dem Triumph im vergangenen Jahr der Sieg im württembergischen Pokal wiederholt werden kann. Denn ehe das Finale ansteht, muss die DJK noch das Halbfinale überstehen. Während der Ligakonkurrent SSV Ulm im anderen Semifinale mit dem Zweitligisten TG Biberach einen ziemlich harten Brocken vor sich hat, muss sich das Team um Carmen Feistritzer mit Allianz Volley Stuttgart II messen. Die Hauptstädterinnen lieferten – als Favorit auf die Meisterschaft gestartet – in der Regionalliga einen erfolgreichen Saisonbeginn ab. Zwei Siege ohne Satzverlust mit viel versprechenden Leistungen katapultierten die Mannschaft in die Höhen der Tabelle. Doch beim SSV Ulm enttäuschte die Stuttgarter Bundesligareserve ihren Trainer und zog mit einer müden Vorstellung gegen hoch motivierte Gegnerinnen mit 1:3 den Kürzeren. Somit beruhen alle Gmünder Hoffnungen – nebst dem Vertrauen in die eigene Stärke – darauf, dass das Team am Sonntag einer noch nicht richtig eingespielten, im Vorfeld dieser Saison weitestgehend umgestalteten und neu aufgebauten Mannschaft auf dem Parkett gegenüber steht. Die Finalteilnahme berechtigt ebenso zur Teilnahme an der Endrunde des baden-​württembergischen Pokals. Angst vor leeren Rängen braucht die DJK nicht zu haben, denn in den Männer-​Semifinals startet auch ein Team des Gastgebervereins.
Wenn von der mannschaftlichen Geschlossenheit und Stärke der DJK–Auswahl geredet wird, ist spätestens seit der vergangenen Partie auch kein Vorbeikommen mehr an Last-​Minute-​Neuzugang Ellen Schneider. Dort hatte die 27-​Jährige mit einer starken Leistung maßgeblichen Anteil daran, dass die DJK die württembergische Finalrunde erreichte. Eigentlich waren im Vorfeld der Saison die Gmünder Kaderplanungen schon abgeschlossen, da tauchte plötzlich Ellen Schneider auf. Wie kam’s? „Das monotone Training in Schmiden hat mir keine Spaß mehr gemacht, dafür wollte ich nicht extra aus Schorndorf anreisen“, begründet Schneider ihren Abschied aus Schmiden, der beinahe ein Abschied vom Volleyball an sich geworden wäre. Nach zehn Jahren Volleyball in Schmiden – davor bei der TSG Backnang – war die Motivation fast am Boden. „Ich war lange am überlegen, ob ich nicht aufhören sollte“, gesteht Ellen Schneider.
Doch ohne Volleyball ging’s dann doch nicht. Aus Fellbach war Carmen Feistritzer bekannt, also besuchte Ellen Schneider nach Absprache mit Feistritzer kurzerhand das Training der Gmünder Auswahl. Die Trainerin hatte zur Einheit schon einiges über den Trainingsgast in Erfahrung gebracht und zögerte nicht lange, sie auch in das Team aufzunehmen, dass den Klassenerhalt in der Regionalliga sichern soll – und die Liga nach nur drei Spielen bereits kräftig aufgemischt hat. Dass die Akklimatisierung in Gmünd so schnell gehen sollte, hatte Ellen Schneider nicht gedacht, doch die neuen Mitspielerinnen machten es ihr auch nicht sonderlich schwer. „Schon nach kurzer Zeit sind Freundschaften entstanden“, freut sich Schneider. Auch auf dem Platz wird das Verständnis immer besser, was nicht zuletzt die Leistungen der jüngsten Vergangenheit belegen. „Ich schreie halt noch viel auf dem Platz. Aber das zeigt auch, dass ich gerne Verantwortung übernehmen möchte.“
Was die DJK derzeit so stark macht? Für Ellen Schneider ganz klar: Der Teamgeist und die Einstellung. Das Team stehe „stets mit einem Lächeln auf dem Feld“. Daher will die DJK auch am Sonntag über den Spaß zum Erfolg kommen. Zwar stehen die Rundenspiele an erster Stelle, doch umsonst will niemand nach Bad Saulgau fahren, auch nicht Ellen Schneider: „Halbgares gibt’s nicht!“
 

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