Jetzt ist auch die Berliner Steinbeis-Hochschule in Schwäbisch Gmünd vertreten
In Gmünd werden die Studenten neuerdings mit Handschlag vom Oberbürgermeister begrüßt. Jedenfalls, wenn es nicht so viele sind. Am Loreto vergrößert jetzt ein neuer, kleiner Studiengang der privaten Steinbeis-Hochschule die Gmünder Hochschullandschaft.
SCHWÄBISCH GMÜND
(rw). Zwölf Studierende begannen gestern ihr dreijähriges, berufsbegleitendes Studium, das sie zu einem Bachelor-Abschluss in der Fachrichtung „Sozialberufliches Management“ führen soll. Für das Institut für soziale Berufe, das Ausbildungsgänge für derzeit
750 angehende Fachkräfte aus dem Erziehungs– und Sozialwesen in Schwäbisch Gmünd und Ellwangen anbietet, stellt die Kooperation mit der Berliner Hochschule eine bedeutsame Ergänzung ihres Angebots dar. Von der Basisausbildung bis zur Promotion – dann in Berlin – kann das Loreto jetzt die ganze Palette vorhalten. Auch die sozialen Berufe akademisieren sich zusehends, „diesen Veränderungen müssen wir uns stellen“, sagt Loreto-Leiterin Heidrun Neukamm. Die Steinbeis-Hochschule ist eine
1998 gegründete Tochter der württembergischen Steinbeis-Stiftung, die ihren Hauptsitz in Stuttgart hat. Die Hochschule wurde zur Förderung des „Kompetenztransfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft gegründet“, an
38 Standorten in Deutschland hat sie
4000 Studenten und ist damit die größte private Hochschule. Sie bietet in betriebswirtschaftlich und sozialberuflich ausgerichteten und sich an der Praxis orientierenden Studiengängen den Bachelor– und Master-Abschluss an. Vermittelt werden vor allem betriebswirtschaftliche Kenntnisse und Management-Kompetenzen.
Studienvoraussetzung ist das Abitur oder die Mittlere Reife, Berufsabschluss und mindestens vier Jahre Berufserfahrung. Alle Studierenden haben einen Beruf und absolvieren das dreijährige Studium berufsbegleitend. „Das erfordert Selbstbewusstsein, Engagement und einen langen Atem“, so OB Richard Arnold, der die Studierenden am Loreto willkommen hieß. Diese, so machte er deutlich, sind überdies Türöffner für einen neuen, vierten Bereich der Gmünder Hochschullandschaft neben der Pädagogischen Hochschule, dem Studienzentrum der Fernuni Hagen und der Hochschule für Gestaltung: „Sie sind die Pionierinnen und Pioniere.“
Schwäbisch Gmünd als Stadt vieler Klöster habe eine lange geistige Tradition, in der auch das Loreto stehe. Von Gmünd seien häufig geistige und soziale Impulse ausgegangen. Richard Arnold erinnerte an das Mutterhaus in der Bocksgasse, Ursprung der Barmherzigen Schwestern von Untermarchtal, heute leerstehend und auf Wiederbelebung wartend. Ferner an St. Josef, das Württemberg-weite Kompetenzzentrum und Schule für Hörgeschädigte, an den Schönblick, eine soziale und Bildungseinrichtung und „Leuchtturm wie das Loreto“ sowie an den gebürtigen Gmünder Emil Molt, der die von Rudolf Steiner inspirierte Waldorfpädagogik auf den Weg brachte: „Schwäbisch Gmünd ist der Boden, auf dem wichtige geistige Neuerungen wuchsen. Dieses Klima zu fördern ist meine Aufgabe“, so der Oberbürgermeister. Was Ekkehard Biller von der Steinbeis-Hochschule darin bekräftigte, mit der Einrichtung des neuen Studiengangs am Loreto die richtige Entscheidung getroffen zu haben.
Noch keine Kommentare vorhanden.