Der gestrige Kirchweihsonntag war für den Gmünder Einzelhandel wieder eine gelungene und überregionale Werbung
Der verkaufsoffene Kirchweihsonntag wurde auch in diesem Jahr wieder zu einem unübersehbaren Aushängeschild für die Einkaufs– und Erlebnisstadt Schwäbisch Gmünd. Von Heino Schütte
SCHWÄBISCH GMÜND. Nach tagelangen Regenfällen schauerte es in Gmünd gestern Morgen so gegen
11 Uhr ein letztes Mal. Dann blinzelte sogar die Oktober-Sonne zwischen den Wolken hervor. Das lockte ganze Autoschlangen und teils volle Omnibusse aus allen Himmelsrichtungen in die Stadt. Welch überregionalen und damit werbewirksamen Anklang gerade der Kirchweihsonntag für die Einkaufs– und Erlebnisstadt Gmünd hat, das zeigt der Blick auf die Autokennzeichen: GP und WN sind stark präsent, dazu überraschend viele Stuttgarter. Vielleicht ist die Beschaulichkeit und das Erleben einer so hübschen und geschichtsträchtigen Stadt wie Schwäbisch Gmünd in Verbindung mit einem Einkaufsbummel allemal attraktiver als die Hetzerei von Konsumtempel zu Konsumtempel auf einer Königsstraße? Schon am Samstag freuten sich viele über die Früchte der neuen Offensive des
HGV in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung: Kostenlose Parkplätze und damit keine Strafzettelangst an den Wochenenden. Und besonders das tolle des
ÖPNV im Stadtbus-Einzugsbereich mit dem neuen Abend– und Wochenendtarif für nur einen Euro. Da ist meist mehr Benzin verfahren. Mit weiteren Maßnahmen will OB Richard Arnold den Einzelhandel in Schwäbisch Gmünd wieder zur Nummer
1 zwischen Oststuttgart und Westbayern machen. Erklärtes Ziel: Vorgezogene Investitionen (bereits im Vorfeld der Landesgartenschau) für ein Einkaufszentrum im Bereich der Ledergasse, dazu Stärkung der bestehenden Geschäftsachsen. Der Andrang beim gestrigen verkaufsoffenen Sonntag lässt die Chancen für Gmünd im Hinblick auf die herannahende Gartenschau-Blütezeit erahnen. Überhaupt zeigte ja das gesamte Wochenende schon die Leistungskraft des Einzelhandels, so auch die Fashion-Show am Samstag, bei der an die
1000 begeisterte Modefans ins Staunen kamen. Bereits bei der letzten Hauptversammlung des Handels– und Gewerbevereins zeigte sich
Dr. Christof Morawitz, Vorsitzender des Handels– und Gewerbevereins Schwäbisch Gmünd, stolz auf seine „jungen Wilden“ aus den Reihen des
HGV, die solche Events auf die Bühne zaubern und damit insbesondere auch jungen Leuten zeigen, dass man nicht nach Stuttgart oder anderswo fremdgehen muss, um Mode und Qualität zu finden. Gmünd hat alles und kann noch mehr, nämlich auch gut beraten. Bruno Röttele, Einzelhändler und
HGV–Vorstandsmitglied, zog gestern am Spätnachmittag erste Bilanz. Er habe bislang nur positive Stimmen seiner Kollegen und der Kunden gehört. Der verkaufsoffene Sonntag habe zum richtigen Zeitpunkt stattgefunden. Denn eher schleppend sei das Herbst– und Wintergeschäft angelaufen, weil im sonnigen September ja noch niemand fror und nass wurde. Frauen, so Rötteles Erfahrung, überlegen und entscheiden sich zwar schon früh und vorsorglich für einen neuen Wintermantel. Männer dagegen decken sich erst ein, wenn’s schneit.
So betrachtet wurde also Frau Holle zum Sterntaler für die Einzelhändler, als sie letzte Woche die ersten Schneeflocken auf Schwäbisch Gmünd rieseln ließ.
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