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» Schwäbisch Gmünd | Montag, 19. Oktober 2009

Die zweite Gmünder Fashion Night kam wieder super an

Scheinwerferlicht, Blitzlichtgewitter, hübsche Menschen auf und neben dem Laufsteg — die zweite Gmünder Fashion Night war ein voller Erfolg. Auch die neue Location, die ehemalige Werkzeugbau– und Maschinenfabrik Trautwein & Adolf im Industriepark Gügling erwies sich als Modenschau-​tauglich. Von Nicole Beuther

SCHWÄBISCH GMÜND. Auf den Laufstegen der Welt wird derzeit die Frühjahrs– und Sommerkollektion für das kommende Jahr präsentiert. Die Macher der zweiten Gmünder Fashion Night passten sich bei der Modenschau am Samstagabend diesem Trend bewusst nicht an. Es wurden ausschließlich Kollektionen präsentiert, die angesagt sind und jahreszeitlich bedingt derzeit gebraucht werden — Herbst– und Wintermode. Und das Beste: Die präsentierte Mode und die passenden Accessoires können in diversen Gmünder Modehäusern gekauft werden, also gleich ums Eck.
Zumindest für die meisten Besucher der Fashion Show. Einer, der heute schon wieder in Paris verweilt und deshalb am Samstagnachmittag einen Einkaufsbummel in der Gmünder Innenstadt unternehmen wollte, war Rolf Scheider, Juror der erfolgreichen Pro7-​Sendung „Germany’s next Topmodel“ und Stargast der von GD-​Event und der Rems-​Zeitung präsentierten Fashion Night.
Leider hätten die Läden schon zugehabt, bedauerte Scheider, der seit seinem 20. Lebensjahr in Frankreich lebt und arbeitet. Doch bei einem Bummel über den Krämermarkt habe er so manches entdeckt, was er in der französischen Hauptstadt nie zu Gesicht bekomme. Pferdecreme zum Beispiel. Mit Charme und seinem reizenden, französischen Akzent, den der gebürtige Kölner spricht, eroberte Scheider am Samstagabend schnell die Herzen der Zuschauer, die sich zuhauf in der ehemaligen Werkzeugbau– und Maschinenfabrik Trautwein & Adolf im Industriepark Gügling eingefunden hatten.
Durchblutungsstörungen? Fehlanzeige. Sie hüpften, tanzten und liefen mal galant, mal lässig über den 30 Meter langen Catwalk. Genauso vielfältig wie die rhythmischen Bewegungen, war auch die präsentierte Modekollektion. Die Herbst– und Wintertrends waren von Kopf bis Fuß auf die Models abgestimmt. Neben den hübschen Mädels und Jungs vom Tanzstudio Vera Braun, die wieder einmal eine absolut gelungene Show ablieferten, standen die Models Janina und Mandy (Germany’s next Topmodel) ebenso im Blickpunkt des Interesses wie die sieben jungen Frauen, die im Rahmen eines Castings aus über 60 Bewerbern und Bewerberinnen für die Fashion Show nominiert worden waren.
Daria Holodnik, Herta Eiswirth, Laura Werner, Carina Holtz, Jeanette Ondruch, Lajescha Lütgarth und Nathanja Lütgarth hatten zwei Wochen Zeit, um sich mit Hilfe von Vera Braun auf das Event vorzubereiten. Offensichtlich wurde die Zeit gut genutzt: Die Aufregung war den Mädels nicht anzumerken. Sie meisterten ihren Auftritt vor 800 Zuschauern mit Bravour. Und das eineinhalb Stunden lang. Kleider anziehen, Kleider ausziehen, rauf auf den Laufsteg, sicherer Gang, der Flirt mit den Kameras — die Models verstanden es, sich gekonnt in Szene zu setzen. Sie zeigten sich kleinkariert. Sowohl bei der Herbst– als auch bei der Winterkollektion — Trend ist, was kariert ist. Nicht nur kleine, sondern auch große Karos waren das prägende Element auf den Kleidern, Hosen, Oberteilen und auf der Unterwäsche.
Auch in Leggings machten die Mädels eine gute Figur. Mal in Kombination mit figurenumspielenden Longpullis, mal mit einem klassischen Kleid kombiniert — was am Kleiderständer etwas trist daherkommen mag, sah richtig gut aus. Dass man nicht unbedingt eine große Shopping-​Tour starten muss, um in der Herbst-​Winter-​Saison im Trend zu liegen, bewiesen klassische Kleidungsstücke wie weiße Blusen bei den Frauen und lässige T-​Shirts bei den Männern, kombiniert mit eleganten Westen und Strickjacken. Regenbogenfarben, aber auch Erdtöne zeigten die große Vielfalt, die sich auch in der Farbpalette der präsentierten Mode widerspiegelte. Accessoires wie Sonnenbrille, Mütze, Schal und Krawatte rundeten das Outfit ab. Tosenden Applaus bekamen die Kindermodels, ebenfalls vom Vera Braun Studio. Das Publikum war entzückt.
Nach eineinhalb Stunden heizte die beliebte Gmünder Band „The xPlode“ dem Publikum in der ohnehin schon warmen Location ein. Die Jury, der neben Rolf Scheider auch der Münchner Modedesigner Michael Hürner und die Moderatorin Cathrin Durakovic angehörten, schwitzte währenddessen hinter den Kulissen. Die alles entscheidende Frage, die im Raum stand: „Wer geht als Siegerin aus dem Wettbewerb hervor?“ „Es ist wichtig, dass ein Mädchen hypnotisiert“, sagte Rolf Scheider im Vorfeld der Veranstaltung. Drei der Fashion-​Night-​Models kamen in die engere Wahl: Lajescha Lütgarth (17 Jahre, 1,76 Meter), die dem GNTM-​Model Janina verblüffend ähnlich sieht, durfte sich über den ersten Platz und damit über die Aufnahme in Scheiders „Casting Company“ freuen. Zudem bekommt sie, ebenso wie die Zweit– und Drittplatzierte, Laura Werner (15 Jahre, 1,80 Meter) und Nathanja Lütgarth (Lajeschas Schwester, 21 Jahre, 1,77 Meter), ein Fotoshooting für eine Sedcard und eine professionelle Make-​up– und Styling-​Beratung im Wert von mehreren hundert Euro. Im Anschluss folgte eine große Überraschung: Rolf Scheider zeigte sich richtig begeistert von einem jungen Mann, der für das Vera Braun Studio über den Catwalk lief. So ein gutes „Model“ habe er schon lange nicht mehr gesehen, sagte der Casting-​Agent, der den Gmünder unbedingt in seine „Casting Company“ aufnehmen möchte. Der junge Mann ist kein geringerer als der Gitarrist und Sänger der Gmünder Band „The xPlode“: Bo Zillmann. Der leidenschaftliche Musiker konnte es gar nicht glauben und war völlig aus dem Häuschen.
Fazit der Zuschauer: Schön war’s. Und was sagte Rolf Scheider? „Das hat Großstadt-​Niveau“ und „Es war wie in New York“, gab es Lob vom Castingagent, der, erzählte er, auch neben dem Laufsteg jede Menge hübscher Menschen entdeckt habe. „Das nächste Mal sollten sich noch viel mehr bewerben“, meinte er. Im kommenden Jahr wird die nächste Fashion Night in Schwäbisch Gmünd stattfinden. Eventuell kommt Rolf Scheider dann wieder. Vielleicht haben bis dahin auch die Gmünder Läden länger geöffnet. Wie in Paris.
 

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