Rems-Zeitung - Täglich eine gute Zeitung

Anzeige

Lokalnachrichten

» Sport | Montag, 19. Oktober 2009

Handball, Württembergliga: Gmünd besiegt die SG Lauter verdient mit 37:34

Auch wenn sich der TSB Gmünd die beiden Punkte für den Sieg letztlich verdient hatte, zeigte das Team vergangenen Samstag zwei Gesichter. Das Ergebnis stimmte, doch hat Rolf Kölle mit seiner Mannschaft wohl noch einiges an Arbeit vor sich. Von Matthias Bolsinger

Der TSB startete schwerfällig in die Partie. SG–Trainer Riethmüller ließ seine Mannen mit einer offensiven Deckung antreten, die den Blau-​Gelben so gar nicht schmecken wollte. Den Gastgebern fiel wenig Kreatives ein, um den Defensivriegel der SG zu knacken und rannte sich häufig fest. „Wir sind viel zu oft ins Eins-​gegen-​eins gegangen“, analysierte TSB-​Coach Rolf Kölle im Anschluss an das Spiel. Und ganz anders als die Gmünder, bei denen anfangs einzig Schlussmann Neukamm Sicherheit ausstrahlen konnte, fand die SG Lauter allmählich zu ihrem Spiel: Vor allem über das Zentrum im Rückraum kamen die Gäste über den agilen und gefährlichen Tobias Frey sowie Aaron Fröhlich zu Treffern.
Viel zu oft jedoch brachte sich die SG durch unnötige Zeitstrafen in Unterzahl und nahm sich so die Chance, in Führung zu gehen. Viel mehr als mit ihrer eigenen Leistung haderten die Spieler mit den Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns, welches über die gesamte Spieldauer vielleicht nicht die glücklichste Figur abgegeben hatte, für das Scheitern der Gäste aber in keinem Fall verantwortlich gemacht werden kann. Dass die TSBler mit einer 19:16-Führung in die Halbzeit gehen konnte, lag somit eher an den Paraden Philipp Neukamms, der den etatmäßigen Keeper Sebastian Fabian tadellos vertrat, und den gelungenen Gmünder Einzelaktionen. Gedankenschnell kamen der TSB etwa über Rechtsaußen Sebastian Göth zügig per Tempogegenstoß zu Torerfolgen, was aber nichts daran änderte, dass die TSB-​Bemühungen in Hälfte eins eher Stückwerk als Produkt einer geschlossenen Mannschaftsleistung waren. Immerhin habe man „gut gekämpft“, äußerte Kölle. Andreas Hieber hätte gerne mitgekämpft. Schon beim Warmmachen bereitete ihm sein Knie sichtlich Schmerzen, nachdem er unter der Woche nicht hatte trainieren können. Als er nach 23 Minuten das Parkett betrat, war seine Einwechslung noch gar nicht richtig vermeldet worden, da war er schon wieder draußen. Schon bei der ersten schnellen Bewegung machten die Schmerzen im Außenband ein Weiterspielen unmöglich. „Wir haben noch einige Baustellen“, orakelte Dr. Stefan Vogt von der medizinischen Abteilung vor Spielbeginn – und hatte Recht behalten.
Kölle musste in der Kabine einiges korrigieren. „Wir mussten uns mehr Räume schaffen, breiter stehen, und diese Räume dann auch nutzen.“ Gesagt, getan. Verbessert starteten die Blau-​Gelben in den zweiten Durchgang. Die Angriffsbemühungen der Hausherren waren nun wesentlich organisierter und wesentlich schöner anzusehen, während das Spiel in der ersten Hälfte die ohnehin verhaltene Derbystimmung eher dämpfte. Nun aber wurden teils großartige Zuspiele zunächst konsequent zu Toren umgemünzt, Kreisläufer Simon Frey wesentlich mehr ins Spiel eingebunden. Die SG hingegen blieb ihrer Linie treu und handelte sich viel zu oft Zeitstrafen ein. Zudem war die Durchschlagskraft der ersten Hälfte dahin, die Fehlerquote enorm, die Wurfgenauigkeit erschreckend gering. Doch der TSB konnte sich selten um mehr als drei Treffer absetzen und verpasste des Öfteren die Vorentscheidung. Zu keiner Zeit konnten sich die Gmünder des Derbysieges sicher sein. Mit zeitweise wunderbaren Aktionen, etwa über den eingewechselten und angeschlagenen Johannes Frey, wurde die zum Spielende hin meist überhastet agierende SG jedoch trotzdem auf geringe Distanz gehalten. Das 37:34 gegen Ende spiegelte die Kräfteverhältnisse auf dem Platz glaubwürdig wider.
Obwohl der TSB sich in den zweiten 30 Minuten gesteigert hatte und letztlich auch in der Höhe verdient gesiegt hatte, war Rolf Kölle mit dem ganzen Spiel nicht zufrieden. „Wenigstens waren wir in den entscheidenden Phasen ein Stück besser“, so sein Resümee.
 

Noch keine Kommentare vorhanden.

Neuen Kommentar hinzufügen