Oberbürgermeister Richard Arnold hielt bei der Vollversammlung des Stadtseniorenrates eine programmatische Rede
Bei der Mitgliederversammlung des Stadtseniorenrates im Großen Sitzungssaal des Rathauses hatte die Ansprache von Oberbürgermeister Richard Arnold besonderes Gewicht.
SCHWÄBISCH GMÜND
(pm). Fünf Themen waren dem Oberbürgermeister besonders wichtig: Sozialräume, Migrantenintegration, Mobilität, Wohnen im Alter und das bürgerschaftliche Engagement. Ein besonderes Gewicht bei der Stadtentwicklung hat für Arnold mit Blick auf die wachsende Zahl älterer Mitbürger der Bereich Margaritenhospital/Erhardareal.
Derzeit wird aufgrund neuer bundesgesetzlicher Regelungen die Einrichtung von Pflegestützpunkten in den Landkreisen vorbereitet. In den Pflegestützpunkten wird die Beratung über und die Vernetzung aller pflegerischen, medizinischen und sozialen Leistungen unter einem Dach gebündelt. Unter diesem Dach sollen sich das Personal der Pflege– und Krankenkassen, der Altenhilfe oder der Sozialhilfeträger untereinander abstimmen und den Rat und Hilfe suchenden Betroffenen ihre Sozialleistungen erläutern und vermitteln können. Auch ehrenamtlich Tätige sollen in die Arbeit der Pflegestützpunkte einbezogen werden.
Der ganz besonders geeignete Standort für den Pflegestützpunkt im Ostalbkreis ist das Margaritenhospital. Das habe er Landrat Pavel deutlich wissen lassen, berichtete der Oberbürgermeister bei der Erläuterung des Themas „soziale Räume“. Das Erhard-Areal sei zudem der richtige Standort für das Mehrgenerationenhaus des
DRK. Wie er gesehen habe, sei die Arbeit dort sehr gut. Dessen jetziger, beengter Platz werde jedoch nicht zukunftsträchtig sein. Eine Verlagerung zum Erhard-Areal hin werde die Stadt unterstützen. Zudem solle dort ein altengerechter Lebensmittelmarkt (mit nicht zu hoch wie zu tief liegenden Regalen) Raum finden und weiter der Südstadttreff.
Die Erfahrungen der Generationenbüros in Straßdorf und Herlikofen sollen nach Auffassung des Oberbürgermeisters genutzt werden, um die Bezirksämter der Stadt noch mehr hin zu Kontaktstellen für Fragen von Generationenthemen zu entwickeln. Als Herausforderung seiner Amtszeit sieht Oberbürgermeister Arnold die Weiterentwicklung der Integration der in den vergangenen Jahren aus dem Ausland nach Schwäbisch Gmünd Gekommenen.
Dabei gelte es der Vereinsamung gerade der Älteren entgegenzuwirken, die die deutsche Sprache nicht sprechen. Das deutsch-türkische Café, das der Treff Spitalmühle in Verbindung mit dem Stadt-seniorenrat anbietet, ist für den Oberbürgermeister ein guter Beitrag dazu. Wichtig sei, dass es nicht zu Ghettobildungen verschiedener Gruppen komme.
Den älteren Mitbürgern Möglichkeiten zu bieten, am gesellschaftlichen Leben der Stadt teilzuhaben, sich entsprechend bewegen zu können, sei darum besonders wichtig, da von den rund
60 000 Bürgern der Stadt fast
13 000 zwischen
60 und
80 seien und über
3000 gar über
80. Das eigene Haus, die eigene Wohnung barriere– frei zu gestalten sei da ein wichtiger Bereich, und darum sei er für die Arbeit der Wohnberatung sehr dankbar.
Er lasse weiter die Möglichkeiten prüfen Fahrdienste, etwa ein Seniorentaxi einzurichten. Die derzeit in der Südstadt gefundene Lösung der gemeinsamen Fahrt Älterer mit einem Kleinbus zu einem Supermarkt sei da ein gutes Beispiel. In diesem Zusammenhang wies Oberbürgermeister Arnold auf die Einrichtung der unentgeltlichen Parkmöglichkeiten und der Möglichkeit der
1-Euro-Bustickets an Samstagen vom
17. Oktober bis
9. Januar hin, ein Angebot das gerade auch von den Senioren und Familien genutzt und gerade die Chance, in Ruhe gemeinsam am Nachmittag einzukaufen, wahrgenommen werden sollte. Darum habe auch die Stadtbibliothek an diesen Tagen wie die Geschäfte bis
16 Uhr offen.
Dank des Oberbürgermeisters galt dem ehrenamtlichen Engagement der Mitglieder des Stadtseniorenrates und der dort vertretenen Gruppen. Der Wert der ehrenamtlichen Arbeit werde leider nicht in die Wertschöpfung des Bruttosozialprodukts eingerechnet, die so weit höher sei, als die offiziellen Zahlen ausweisen.
Die Vorsitzende des Stadtseniorenrates; Professorin Margarete Schmid, dankte dem Oberbürgermeister für dessen Aussagen und Hinweise, gerade auch für die Zusage, eine/n Vertreter/in dieses Gremiums als ‚Sachkundigen Bürger’ zu den Beratungen des Gemeinderates und seiner Ausschüsse zuzuziehen.
Vom Vorstand des Stadtseniorenrates wurden, so berichtete die Vorsitzende, in den letzten Monaten mehrere Gespräche mit den Dezernenten der Stadt geführt, Informationsveranstaltungen wie im September mit der Polizei und Polizeikapelle angeboten und der Einstieg in die Integrationsarbeit gemacht.
Dazu wurden, die Broschüre „
55+“ mit erarbeitet, an Stelle der veralteten Satzung nun „Grundsätze“ für die Arbeit des Seniorenrates formuliert, ein Flyer dazu entwickelt und der Web-Auftritt aktualisiert.
Für die Landesgartenschau sollen aus dem Kreis der Senioren weitere Vorschläge vorgebracht werden, Vorschläge, die der Oberbürgermeister in die Planungen einzubeziehen versprochen hat. Professorin Margarete Schmid nutzte die Mitgliederversammlung zudem, um ihrem Vorgänger im Amt des Vorsitzenden, Albert Borzel für dessen langjährige Arbeit an der Spitze des Stadtseniorenrates herzlich Dank zu sagen.
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