Besondere Wilhelma-Führung für den Mögglinger Albverein
Einen „Wilhelmabesuch“ der etwas anderen Art absolvierte die Ortsgruppe Mögglingen im Schwäbischen Albverein. Auf dem Bahnhof begrüßten Renate und Oswin Maier in ihrer Funktion als Vorsitzende und Wanderführer die knapp 20 Teilnehmer.
MÖGGLINGEN
(pm). Die ersten Stunden in der „Wilhelma“ konnte jeder für sich selbst gestalten und immer wieder sah man kleinere Gruppen Mögglinger in den beheizten Abteilungen verschwinden, war es in den Außenbereichen doch empfindlich kühl und windig. Leider war der größte Teil der Sommerblumen schon abgeräumt, doch konnte man sehen, dass viele Gärtner schon damit beschäftigt waren, die Zwiebeln für die Frühlingsblüher in die Erde zu bringen.
Am späteren Nachmittag gesellte sich
Dr. Günther Schleussner, der eine ganz spezielle Führung anbot, zu den Albvereinlern. Er stellte sich vor als „Kurator für Vögel und Säugetiere“. Sehr engagiert stellte er dann seine Wilhelma vor. So erfuhr man, dass das gesamte Gelände fast
30 ha umfasse und darauf fast
10 000 Tiere in tausend verschiedenen Arten leben, der einzige zoologisch-botanische Garten Deutschlands sei, und nicht der Stadt Stuttgart gehöre, wie viele vermuten, sondern dem Land Baden-Württemberg. Im vergangenen Jahr konnte man — dank „Wilbär“ — fast drei Millionen Besucher zählen. Dann wurde das Aquarium angesteuert! Was vor den Kulissen wunderschön anzuschauen ist, erwies sich hinter den Kulissen als enormer Aufwand an Logistik. Ein Gewirr von Leitungen, Rohren, verschiedensten Apparaturen, Filtern und Aufbereitungsanlagen, versetzte doch schon in Staunen.
An beiden Seiten der schmalen Gänge standen noch die verschiedensten Becken und Behälter in denen sich die Nachzucht der Aqariumbewohner befand. So waren Abertausende, nur millimetergroßer Seepferdchen zu sehen, welche nur dem Zweck dienen, als Futter für die Raubfische herhalten zu müssen. Erstaunlich, dass dies alles von nur zwei Mitarbeitern bewältigt wird!
Nächster Besichtigungspunkt war der Betriebshof. Etwas abgelegen und den Besuchern nicht zugänglich, schlägt dort das Herz des Zoos. Untergebracht sind in diesem Bereich die Verwaltung, der Fahrzeughallen, die Werkstätten, die Sozialräume für die über
200 Mitarbeiter und die so genannte Futterküche. Diese war dann auch das nächste Ziel und es erwies sich, dass der Begriff Futterküche nicht allzu wörtlich zu nehmen ist — frisch gekocht wird hier kaum. Diese Küche dient mit ihren Lager– und Kühlräumen vor allem als Verteilungsstation.
Jeden Tag liefern die Mitarbeiter frühmorgens schwere Futterkisten an die einzelnen Reviere aus. Dort wird das Futter dann servierfertig zubereitet. Das Futter, das für die Speisung der Tiere in die Wilhelma gelangt, ist keineswegs „Abfall“ der menschlichen Nahrungsindustrie, sondern durchweg von bester Qualität. Und das bei etwa
1500 Tonnen im Jahr! Ein Teil des Futters wird bereits fertig abgepackt angeliefert. Einmal pro Woche besorgen die Mitarbeiter der Futterküche auf dem Großmarkt kistenweise frisches Obst, Gemüse und Nüsse.
Kleinere Futtertiere wie Fliegenlarven, Mehlwürmer und Heuschrecken stammen aus eigener Zucht. Den Löwenanteil am jährlichen Futterbedarf nimmt mit rund
290 Tonnen das Heu ein. Das meiste davon wird aber nicht gekauft: Da die Wilhelma für die Pflege aller Park– und Schlossanlagen Stuttgarts zuständig ist, wird das gemähte Gras in der Heuanlage im Rosensteinpark in Ballen gepresst, gelagert und an die Huftiere verfüttert.
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