Nur noch wenige Tage bis zur Premiere von „Die Geigenfee“ in Lautern
Das Theaterspiel hat in Lautern eine lange Tradition, ob beim Musikverein, Liederkranz oder Heimat– und Geschichtsverein. Seit den 80-ern hat sich in Lautern ein ganz besonderes Theaterspiel entwickelt. Von Karin Enssle
HEUBACH-LAUTERN. Authentische Geschichten aus der Ortschronik wie „Der Nägelesschulmeister“, „Wir sind alle Lauterner“ und „Der Pfaffenberg zu Lautern“ wurden mit großem Einsatz und viel Erfolg dargeboten. Allesamt stammen sie aus der Feder von Lisa Elser aus Weiler in den Bergen, die dieses Jahr im Januar ihren
80. Geburtstag feierte. Und auch in ihrem neuen Stück ist greifbare Geschichte wieder zu finden.
Nicht müde an Ideen und Tatendrang schrieb sie dem Lauterner Heimat– und Geschichtsverein in ihrem Jubiläumsjahr wieder eine großartige Vorlage. Ihr neues Werk, „Die Geigenfee“ l erzählt die Geschichte eines hochbegabten Mädchens namens Anna Rohleder, die als Geigenvirtuosin gefeiert wurde. Das Stück spielt in den Jahren
1888 bis
1893. Ihr Vater Johann Rohleder war Schultheiß und Fabrikant in Lautern. In der damaligen Presse wurde sie als „virtuose Geigenfee“ gefeiert und von ihren Kritikern geschätzt. Der Name Rohleder war für die Musikfreunde in ganz Württemberg zu einem Begriff geworden.
Nachdem am vergangenen Sonntag schon die Bühne und Vorhang aufgebaut wurde, wird am kommenden Wochenende die Kulisse vollends aufgebaut. Die Proben zu diesem Theaterstück laufen bereits auf Hochtouren; unter anderem auch eine Probe für die sehr zeitaufwendigen Massenauftritte.
Denn jeder muss dabei wissen, wo und wie er steht, damit der Zenit dieser Szene erreicht wird. Nur dann springt der Funke über. So bekommen die Spieler vom Regisseur Dunkl die Anweisung: die Masse soll sich nicht wie ein Gesangverein, sondern wie ein Ball oder eine Traube aufstellen und eine natürliche Haltung einnehmen. Zu den Massenszenen gehören die Schulszene“, bei der die Kinder singen, die „Szene am Grab“ und die „Rückkehr vom Vorspiel vor der Königin Olga“.
30 Schauspieler(innen) aus drei Generationen, die sehr gut miteinander harmonieren bereiten sich intensiv und mit viel Engagement auf die großen Auftritte vor. Daher ist sich Johannes Dunkl, der bereits das vierte Lisa Elser Stück mit Volksschauspielern inszeniert, sicher, dass diese Harmonie sich auf das Stück überträgt und auf das Publikum.
Sogar der Grabstein der Familie Rohleder wurde für das Theater in mühevoller Handarbeit von Steinbildhauermeister Dietmar Barth aus Bargau wieder renoviert. Bei der Suche nach alten Möbeln, wusste Gärtnerin Leute zu berichten, ein direkter Nachkomme dieser Rohleder-Familie kaufe bei ihr auf dem Markt ein und werde zur Theateraufführung kommen. Der Küfer Karl Enßle (Soilerskarl) wird für jeden Schüler einen maßgeschneiderten Stuhl schreinern, der mit seinem Namen in Sütterlinschrift versehen ist.
Hauptdarstellerin Lisa Herbst (Anna Rohleder) nimmt sogar extra Geigenunterricht, um für das „Playback“ den Bogen richtig zu führen und die Geige richtig zu halten. Tatsächlich gespielt wird die Musik von Azadeh Maghsoodi von der Musikhochschule Lübeck.
Die Geigenfee aus Lautern – das Leben der Anna Rohleder – wird an zwei Wochenenden –
23.bis
25. Oktober sowie
30.Oktober bis
1. November. in der Mehrzweckhalle in Lautern aufgeführt.
Der Kartenvorverkauf ist im Rathaus in Lautern am Mittwoch,
21. Oktober, von
17.
30 bis
19 Uhr. Eine telefonische Kartenreservierung ist zwar nicht möglich, aber Karten sind je nach Verfügbarkeit auch noch an der Abendkasse erhältlich.
Noch keine Kommentare vorhanden.