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» Schwäbisch Gmünd | Freitag, 23. Oktober 2009

Verein AhA — Aussiedler helfen Aussiedlern öffnet die Türen — Vorstand stellt neue Pläne vor

Seit vier Jahren setzen sich ehrenamtliche Aktive unter dem Namen „AhA“ für die Migranten aus dem russisch sprechenden Raum ein. Seit August dieses Jahres ist die Initiative ein eingetragener Verein und eine starke Integrationsgruppe für Aussiedler.

Vieles wurde von „AhA“ auf die Beine gestellt und der Vorstand will noch mehr erreichen. Beim Tag der offenen Tür wurden neue Pläne im Stadtteilzentrum Ost vorgestellt. Mit Klängen der modernen und volkstümlichen Musik wurden viele Gäste, die in Scharen in das Stadtteilzentrum strömten, im großen Saal des Stadtteilzentrums empfangen.
Nelly Joos, Vorsitzende des Vereins, begrüßte die Gäste und meinte, dass der AhA-​Vorstand sich für die Migranten aus dem russisch sprechendem Raum nach wie vor einsetzen werde. Für den Verein sei der Mensch wichtig, „egal, unter welchem Paragraph er nach Deutschland kommt“. Die Vorsitzende stellte das Programm des Tages vor und ging auf die Geschichte des Vereins ein.
Der Kern des Vorstandes habe vor vier Jahren das Problem der Aussiedler rechtzeitig erkannt, und sich auf dem Hardt, im Familien– und Nachbarschaftstreff (FuN) zusammengesetzt, die ersten Gespräche geführt und zu Handeln beschlossen.
Hauptziel des Vereins ist nach wie vor Migrantenhilfe in allen Lebensbereichen. Es seien nun vier Jahre vergangen, aber der frisch gebackene Verein „AhA“ habe in der kurzen Zeit vieles auf die Beine gestellt: die russisch sprechenden Migranten werden erfolgreich mit wichtigen Informationen versorgt, die Arbeit für Jugendliche, Senioren und Familien wird auf dem Hardt in den FuN-​Räumen sowie im neuen Domizil — im Stadtteilzentrum Ost — organisiert. Für die Kinder werden Sprachkurse abgehalten und Musik unterrichtet, Bastelnachmittage, Malrunden und vieles mehr angeboten.
Nelli Joos meinte, wenn alle Migranten sich zusammenrauften und dem Verein „AhA“ hülfen, würden auch die Probleme gemeinsam leichter zu bewältigen sein. Elvira Hartmann, stellvertretende Vorsitzende, ging auf die Senioren– und Frauenarbeit ein.
Sehr informativ, lebendig und herzlich war die Vorstellung des „Quintetts“ aus Lilia Gepfner, Inna Lebedew, Lesia Kimmel, Katarina Ulmann und Jelena Prokopalov. Sie alle haben eine pädagogische Ausbildung hinter sich, kamen als Aussiedler nach Deutschland und wollten in ihrer freien Zeit nicht einfach vor dem Fernseher sitzen, sondern mit Menschen arbeiten. Vor allem wollen sie den Kindern, die Probleme mit der Sprache haben, helfen.
Inna Lebedew schilderte detailliert die Kinderarbeit. Besonderen Wert werde auf das Individuelle gelegt. Die Kinder werden im Unterricht auch zu Schauspielern. Lesia Kimmel schilderte ihre Probleme so. Als sie nach Deutschland kam, hatte ihr Sohn Probleme mit der Sprache. Sie suchte Hilfe, ging auf die „AhA“-Initiative zu, lernte Nelli Joos kennen und beim LOS-​Projekt bekam sie tatkräftige Unterstützung. Schon nach wenigen Monaten sprach ihr Sohn Deutsch. Somit hat Lesia nicht nur ihren Sohn in die Gesellschaft integriert, sondern auch sich selbst. Sie ist dem AhA-​Verein eine zuverlässige Stütze.
Sehr lebendig wurde der Raum, als Jelena Prokopalov, eine Grundschullehrerin und zur Zeit Erzieherin im Kindergarten, mit ihren kleinen Schützlingen vor den Erwachsenen Aufstellung nahmen. Kinder, die schon in Deutschland geboren sind, hier die Kindergärten und Schule besuchen, trugen in russischer Sprache Lieder vor. Es war sehr symbolisch für den Teamgeist, als die Kinder das Lied „Wmeste weselo schagat“ sangen, dessen Sinn lautet: „Gemeinsam ist es leichter durch das Leben zu marschieren, und selbstverständlich ist es besser im Chor zu singen …“.
Marina Kulikow ist dem Verein AhA vor kurzem beigetreten und sie übernahm hier die Malkurse. Sie ist nur seit kurzer Zeit im Verein, aber ihre Arbeit trägt schon gute Früchte. Sie organisierte die erste Kinderausstellung und die Besucher konnten die Bilder bewundern.
Am Rande der Veranstaltung präsentierte sich die Initiative „Rada“, die ambulante Pflege, hauswirtschaftliche Versorgung, Grundpflege oder Behandlungspflege anbietet.
Bei Kaffee und Kuchen sprachen die Vorstandsmitglieder des AhA-​Vereins mit den Besuchern in kleineren Gruppen über das Ziel des Vereins. Gemeinsam wurden neue Punkte erarbeitet, auf die man achten sollte. „AhA“ erhofft sich, dass nach diesem Tag mit offenen Türen noch mehr Migranten dem Verein und dessen ehrenamtlicher Initiative beitreten und folgen werden.
 

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