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» Ostalbkreis | Samstag, 24. Oktober 2009

IHK Ostwürttemberg ehrt 253 Prüfer — Große Verdienste um die Berufsbildung

In der Stadthalle Aalen ehrte die IHK 253 Prüferinnen und Prüfer aus Unternehmen und Berufsschulen für deren herausragenden Verdienste um die Berufsbildung. Weiterer Höhepunkt war der Vortrag von Dr. Bernhard Bueb, dem ehemaligen Leiter des Internats und der Schule Schloss Salem, zum Thema „Aufstieg durch Bildung“.

OSTWÜRTTEMBERG (pm). Ehrenamtlich tätige Prüfer sind, so betonte IHK–Präsident Helmut Althammer in seiner Laudatio, die Garanten für praxisnahe Prüfungen. Die Prüfertätigkeit sei eine Aufgabe, die viel abverlange an Sachverstand, Verantwortungsbewusstsein, Idealismus und zeitlichem Einsatz. Denn die Prüfer müssen stets dafür Sorge zu tragen, dass zukünftige Fach– und Führungskräfte so geprüft werden, dass sie den späteren Qualifikationsanforderungen der Betriebe entsprechen. „Nur mit Prüfern aus der Praxis ist ein wirtschafts– und betriebsnahes Prüfungswesen aufrecht zu erhalten.“ Jede Prüferin und jeder Prüfer leiste, so der IHK–Präsident, einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der jährlich rund 2 500 Prüfungen, die in der Aus– und Weiterbildung der IHK. Rund 1 600 Fachkräfte aus Unternehmen und Berufsschulen engagieren sich regelmäßig in 400 Prüfungsausschüssen der IHK und dies ehrenamtlich. Die IHK sei froh auf die Mitwirkung einer so großen Anzahl engagierter Prüfer zählen zu dürfen. Um dieses wichtige Engagement zu würdigen, habe die IHK Ostwürttemberg beschlossen, langjährige Prüfer zu ehren und ihre Leistungen durch die Verleihung einer Urkunde und Ehrennadel zu würdigen. Eine mindestens zehnjährige Prüfertätigkeit und eine regelmäßige Mitwirkung in den Prüfungsausschüssen sei Maßstab für eine Urkunde. Für eine mindestens 25-​Jahre lange ehrenamtliche Tätigkeit und ebenso regelmäßige Mitwirkung in den Prüfungsausschüssen verleiht die IHK eine Ehrennadel.
IHK–Hauptgeschäftsführer Klaus Moser betonte die große Bedeutung des Ehrenamtes für die IHK–Arbeit, vor allem für die berufliche Aus– und Weiterbildung. Seit der Kreisreform 1973 haben in Ostwürttemberg rund 70 000 Auszubildende ihren Abschluss vor einem Prüfungsausschuss der IHK abgelegt. Aber auch Weiterbildungsprüfungen gäbe es seit langer Zeit. Mit ersten Stenotypistinnenprüfungen im Jahr 1951, den Prüfungen zum Bilanzbuchhalter und Industriemeister, zu den Fachwirten und Fachkaufleuten sowie den Betriebswirten haben in der Weiterbildung bisher rund 12 000 Teilnehmer ihre berufliche Qualifikation ausgebaut. Moser: „Nur mit Hilfe ehrenamtlich tätiger Prüferinnen und Prüfer ist dieses enorme Pensum zu bewältigen gewesen.“ Das Prüfungswesen werde immer komplizierter und umfangreicher, aber auch kostenintensiver.
In seinem Vortrag unterstrich Dr. Bernhard Bueb die Bildung als Voraussetzung für einen gesellschaftlichen Aufstieg. Ziel der Bildung müsse sein, selbstständige und selbstbewusste Menschen zu formen. Bildung sollte nach Buebs Auffassung eine Einheit von akademischer Lehre und Charakterbildung sein. Diese sei in Deutschland aber eher ein Stiefkind. Bueb: „Wir verstehen Schule und damit Bildung oft nur als Belehrung, die es Kindern schwierig macht, Glück als Folge einer Anerkennung des Geleisteten zu erleben.“ Lernen durch Erfahrung sei dem Lernen durch Belehrung überlegen.
45 Prüferinnen und Prüfer konnte IHK–Präsident Helmut Althammer anschließend mit der Ehrennadel für die Verdienste um die Berufsbildung für ihre 25-​jährige Prüfertätigkeit und 208 Damen und Herren mit einer Urkunde für ihre zehnjährige Prüfertätigkeit ehren.
 

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