IHK Ostwürttemberg ehrt 253 Prüfer — Große Verdienste um die Berufsbildung
In der Stadthalle Aalen ehrte die IHK 253 Prüferinnen und Prüfer aus Unternehmen und Berufsschulen für deren herausragenden Verdienste um die Berufsbildung. Weiterer Höhepunkt war der Vortrag von Dr. Bernhard Bueb, dem ehemaligen Leiter des Internats und der Schule Schloss Salem, zum Thema „Aufstieg durch Bildung“.
OSTWÜRTTEMBERG
(pm). Ehrenamtlich tätige Prüfer sind, so betonte
IHK–Präsident Helmut Althammer in seiner Laudatio, die Garanten für praxisnahe Prüfungen. Die Prüfertätigkeit sei eine Aufgabe, die viel abverlange an Sachverstand, Verantwortungsbewusstsein, Idealismus und zeitlichem Einsatz. Denn die Prüfer müssen stets dafür Sorge zu tragen, dass zukünftige Fach– und Führungskräfte so geprüft werden, dass sie den späteren Qualifikationsanforderungen der Betriebe entsprechen. „Nur mit Prüfern aus der Praxis ist ein wirtschafts– und betriebsnahes Prüfungswesen aufrecht zu erhalten.“ Jede Prüferin und jeder Prüfer leiste, so der
IHK–Präsident, einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der jährlich rund
2 500 Prüfungen, die in der Aus– und Weiterbildung der
IHK. Rund
1 600 Fachkräfte aus Unternehmen und Berufsschulen engagieren sich regelmäßig in
400 Prüfungsausschüssen der
IHK und dies ehrenamtlich. Die
IHK sei froh auf die Mitwirkung einer so großen Anzahl engagierter Prüfer zählen zu dürfen. Um dieses wichtige Engagement zu würdigen, habe die
IHK Ostwürttemberg beschlossen, langjährige Prüfer zu ehren und ihre Leistungen durch die Verleihung einer Urkunde und Ehrennadel zu würdigen. Eine mindestens zehnjährige Prüfertätigkeit und eine regelmäßige Mitwirkung in den Prüfungsausschüssen sei Maßstab für eine Urkunde. Für eine mindestens
25-Jahre lange ehrenamtliche Tätigkeit und ebenso regelmäßige Mitwirkung in den Prüfungsausschüssen verleiht die
IHK eine Ehrennadel.
IHK–Hauptgeschäftsführer Klaus Moser betonte die große Bedeutung des Ehrenamtes für die
IHK–Arbeit, vor allem für die berufliche Aus– und Weiterbildung. Seit der Kreisreform
1973 haben in Ostwürttemberg rund
70 000 Auszubildende ihren Abschluss vor einem Prüfungsausschuss der
IHK abgelegt. Aber auch Weiterbildungsprüfungen gäbe es seit langer Zeit. Mit ersten Stenotypistinnenprüfungen im Jahr
1951, den Prüfungen zum Bilanzbuchhalter und Industriemeister, zu den Fachwirten und Fachkaufleuten sowie den Betriebswirten haben in der Weiterbildung bisher rund
12 000 Teilnehmer ihre berufliche Qualifikation ausgebaut. Moser: „Nur mit Hilfe ehrenamtlich tätiger Prüferinnen und Prüfer ist dieses enorme Pensum zu bewältigen gewesen.“ Das Prüfungswesen werde immer komplizierter und umfangreicher, aber auch kostenintensiver.
In seinem Vortrag unterstrich
Dr. Bernhard Bueb die Bildung als Voraussetzung für einen gesellschaftlichen Aufstieg. Ziel der Bildung müsse sein, selbstständige und selbstbewusste Menschen zu formen. Bildung sollte nach Buebs Auffassung eine Einheit von akademischer Lehre und Charakterbildung sein. Diese sei in Deutschland aber eher ein Stiefkind. Bueb: „Wir verstehen Schule und damit Bildung oft nur als Belehrung, die es Kindern schwierig macht, Glück als Folge einer Anerkennung des Geleisteten zu erleben.“ Lernen durch Erfahrung sei dem Lernen durch Belehrung überlegen.
45 Prüferinnen und Prüfer konnte
IHK–Präsident Helmut Althammer anschließend mit der Ehrennadel für die Verdienste um die Berufsbildung für ihre
25-jährige Prüfertätigkeit und
208 Damen und Herren mit einer Urkunde für ihre zehnjährige Prüfertätigkeit ehren.
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