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» Sport | Montag, 26. Oktober 2009

Kunstturnen, Bundesliga: TV Wetzgau besiegt Chemnitz mit 51:29

Der TV Wetzgau hat den ersten großen Schritt in Richtung Klassenerhalt getan: Mit einem klaren 51:29-Sieg gegen Chemnitz/​Halle verließen die Wetzgauer den letzten Tabellenplatz. Gegen Hannover reichen am 7. November in eigener Halle bereits zwei Gerätesiege, um endgültig für ein weiteres Jahr die Bundesliga zu sichern.

Was war den Turnern und Offiziellen des TV Wetzgaus nicht alles durch den Kopf geschossen während den langen Monaten der Sommerpause: „Klassenerhalt? Haben wir eine Chance? Abstieg im Jahr des Bezugs des Kunstturnzentrums?“ Vom schwierigsten Jahr seit dem Sprung in die Elite-​Klasse war die Rede. Der Druck wurde größer und größer. Doch mit aller Macht stellte sich Paul Schneider vor seine Truppe: „Wir lassen uns nicht unter Druck setzen! Wir wollen den Klassenerhalt mit aller Macht. Aber sollten wir absteigen, dann ist das eben so.“ Seit dem vergangenen Samstag sind diese Gedanken aber wie weggeblasen. Mit dem 51:29-Triumph in Chemnitz/​Halle hat sich der TVW die beste Ausgangsposition für den Nichtabstieg erarbeitet. Und es war nichts anderes als harte Arbeit, die die Athleten rund um Helge Liebrich zu leisten hatten. „Wir waren bestens vorbereitet, hatten die richtige Motivation“, sagte Liebrich, der sich nach dem Kampf in Chemnitz gleich auf den Weg nach Hannover zur Champions-​Trophy machte, bei der er gestern für Deutschland an den Start ging.
Sein Trainer lobte denn auch die Einstellung seines besten Turners: „Helge hat unsere Jungs nochmals zusätzlich angetrieben, hat ihnen klar gemacht, welche Chance in diesem Kampf liegt“, so Paul Schneider strahlend nach dem Kampf gegen das Team um den Weltmeisterschaftsvierten am Sprung, Matthias Fahrig.
Bereits der Beginn bewies: Das Trainerteam hatte die richtige Taktik ausgewählt, um gegen das stark besetzte Team aus dem Osten an diesem Tag bestehen zu können. „Wir wollten sofort an den vorderen beiden Positionen dagegen halten, nie in einen hohen Rückstand geraten, um dann mit den Turnern drei und vier vollends alles klar zu machen“, sagte ein zufriedener Coach. Und das System ging auf – bereits am Boden. Nachdem die beiden vorderen Athleten Adrian Bucur und Helge Liebrich für den TVW gepunktet hatten, passierte nichts mehr und Wetzgau konnte mit 8:4 den Gerätesieg landen.
Ähnlich war der Verlauf am Pauschenpferd: Liebrich und der an diesem Gerät überragende Popescu fuhren zehn Scorepoints für die Wetzgauer ein, so dass zum zweiten Mal an diesem Samstag die Gerätepunkte auf das Konto der Gäste wanderten: 18:8 lautete der Zwischenstand. Bereits der Sieg? „Nein, da waren wir noch sehr unsicher – so eine Führung kann trügerisch sein“, fasste Schneider zusammen. Doch das „wacklige Gefühl“ nahmen die Turner ihrem Übungsleiter relativ schnell. Denn auch an den Ringen ließen die TVWler nichts anbrennen. Dieses Mal waren es erneut Liebrich und Tobias Wolf, die die Zähler für die Gäste verbuchten, so dass der Vorsprung zur Halbzeit auf komfortable 26:12 Zähler anwuchs.
Mit dem Wissen, am Sprung erneut den Gegner im Griff zu haben, starteten die Wetzgauer in die zweite Tageshälfte. Und obwohl Matthias Fahrig mit seinem Sprung fünf Scorepoints für Chemnitz einfuhr, gab es nie einen Zweifel: Mit 10:5 ging auch Gerät Nummer vier an den TV Wetzgau. Liebrich (4), Popescu (5) und Wolf (1) waren erfolgreich.
Dass es am Barren knapp werden würde, ist beim TVW eigentlich schon Normalität. „Doch auch hier haben wir uns durchgebissen – am Ende reichte es für ein Remis an unserem Angstgerät. Das spricht für sich“, waren sich die TVW–Funktionäre einig. Und dann folgte etwas, was die Gmünder schon lange nicht mehr erleben durften: Mit einem 7:4-Triumph am Reck konnten die Champagner-​Korken knallen. Den der TVW feierte mit 51:29 den ersten Saisonsieg und machte damit einen Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt.
Bereits direkt nach dem Ende begannen die Rechenspiele. Schneider: „Uns reichen gegen Hannover bereits zwei Gerätesiege, um den Klassenerhalt zu sichern, wenn Heidelberg parallel gegen den haushohen Meisterschaftsfavoriten Straubenhardt keinen Zähler holt.“ Doch zu solchen Rechnungen wollen es die Gmünder Athleten gar nicht erst kommen lassen. Landet der TV Wetzgau gegen Hannover (Großsporthalle, 7. November, 17 Uhr) den zweiten Erfolg in dieser Saison, dann kann nichts mehr passieren. Dann ist der Erhalt der Bundesliga unter Dach und Fach – ganz egal, was die Konkurrenz auch treibt. „So soll es werden“, lacht der Wetzgauer Coach. Und ist sich seit Samstag sicherer denn je: „So wird es werden!“
 

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