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» Ostalbkreis | Dienstag, 27. Oktober 2009

Ein Stück Mögglinger Daheim — mit dem Arbeitskreis Museum kamen die Museumsmacher nach Mögglingen

„Zum Denkmalschützer wird man nicht geboren“, fasste Bürgermeister Ottmar Schweizer gestern das Mögglinger Streben, Lernen und Ringen um die besten Lösungen zusammen. Der Arbeitskreis Museen im Ostalbkreis bescheinigte der Gemeinde, dass sich all die Anstrengung wirklich gelohnt hat.

MÖGGLINGEN (bt). Vijaya Gopalan muss nicht auf die Tafel schauen, er hat die Daten und Namen parat, die Geschichten. Na, und da gibt es einiges zu erzählen. Über zweihundert Jahre, bis 1747 diente dieses Haus den Mögglinger Pfarrern, dann schuf Gmünds großer Barock-​Stadtbaumeister repräsentative Neubauten, und das Pfarrhaus wurde weltlich. Zuletzt, viele Jahrzehnte lang, lebte Michael Kolb hier, ein Bauer, auf den der Name Michelehaus zurückgeht. Die Gemeinde Mögglingen hat die Chance genutzt, dieses typische Mögglinger Wohn– und Bauernhaus, in dem alles unter einem Dach vereint war, für die Nachwelt zu erhalten. Bei der Restaurierung wurde und wird sorgsam darauf geachtet, die typischen Merkmale so authentisch wie möglich zu erhalten. Was war das für eine Arbeit, all das Estrich– und Rigips-​Zeug durch uralte Bodendielen, Holzvertäfelungen und das restaurierte Original-​Fachwerk zu ersetzen. Oder der gusseiserne, zum Kunstwerk geformte Ofen, den Pauline Bäurle 1908 vom Schwiegervater zur Hochzeit erhielt, und der in 26 Einzelteilen in einer Scheuer gefunden wurde: Entweder jemand liebt und schätzt solche Arbeiten — oder versteht in hundert kalten Wintern nicht, wieso kein neuer, vielleicht ein bisschen antik aussehender Ofen gekauft wurde. Ein großes Anliegen der Arbeitsgruppe Pfarrscheuer“, die sich liebevoll und mit viel Engagement um den Ausbau und die Einrichtung sowohl der Pfarrscheuer, als auch des Michelehauses kümmert: Um die Wohnung wohnlicher, sprich moderner zu machen, hatte man irgendwann im 20. Jahrhundert in der Wohnstube im ersten Obergeschoss die einfach verglasten Kreuzstockfenster durch einflüglige und doppelt verglaste Fenster ersetzt. Zur Charakteristik dieses alten Bauernhauses gehörten aber Kreuzstockfenster, die nun nach originalen Mustern des Hauses nachgebaut werden sollen — und das ist ein richtig teures Unterfangen, für das die Gemeinde derzeit kein Geld eingestellt hat. Die Ehrenamtlichen haben verschiedene Benefiz-​Aktionen eingeplant, bitten zudem um Spenden; wer kein Fenster „sponsern“ kann, ist höchst willkommen, einen Flügel, einen Fenstergriff oder andere Beschläge beizusteuern. Bevor die Museumsbeauftragte des Ostalbkreises, Heidrun Heckmann, in die Tagesordnung der AK-​Sitzung einstieg, nutzten die Mitglieder die Chance, so viel wie möglich über die Mögglinger Vorzeige-​Projekte zu erfahren, nicht zuletzt natürlich über das Alte Schulhaus, das abgerissen werden sollte und mit Lichtstube, Kultursaal, Fest– und Vereinsräumen längst vielgeliebter Gemeindemittelpunkt ist. Als Gastgeschenk für die Museums-​Gäste gab’s große Springerle mit dem Mögglinger Bracken-​Motiv, die ganz und gar Hans Stock zu verdanken sind.
 

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