Justizminister, Prof. Ulrich Goll, bei der Eröffnung des Studiengangs „Interkulturalität und Integration“
Zwar habe das Land Baden-Württemberg die neue Konzeption zum recht neuen Masterstudiengang „Interkulturalität und Integration“ nur mit einer bescheidenen Förderung unterstützt – doch über die Wichtigkeit des Studiums an der PH in Gmünd ließ der Justizminister und Integrationsbeauftragte des Landes, Ulrich Goll, keinen Zweifel.
Von Giovanni Deriu
SCHWÄBISCH GMÜND. Natürlich hatte sich der Rektor der Pädagogischen Hochschule, Professor Hans-Jürgen Albers, nach seiner Begrüßung und dem Dank für das Kommen der zahlreichen „Ehrengäste“ nochmals bei Ulrich Goll, Baden-Württembergs Justizminister und Integrationsbeauftragten, für die finanzielle Förderung des Landes, aus der Stabsstelle von Ulrich Goll bedankt.
MdL Goll aber meinte zurückhaltend, es sei doch nur ein „Anerkennungsbetrag“ gewesen.
Ulrich Golls Besuch kann man gar nicht hoch genug einschätzen, denn genauso wie Dekan Hans-Jürgen Albers hervorhob, unterstrich auch Bürgermeister
Dr. Joachim Bläse (er überbrachte die Grüße von OB Arnold) die Wichtigkeit des Studiengangs zum „Master“ im Bereich der Interkulturalität und Integration – für die Gesellschaft und für die Politik des Landes. Bürgermeister Bläse wies daraufhin, dass es Ulrich Goll gewesen sei, der „das Thema“ rund um die Integrationskonzepte und Migrationsproblematiken als „Erster“ in Baden-Württemberg aufs Parkett brachte. Mit Golls Besuch würden die „Studierenden“ spüren, dass sie auch „politische Rückendeckung“ haben. Auch Bürgermeister Bläse blickte ein bisschen auf die „Anfänge“ der Integrationsarbeit in Gmünd zurück – zu Beginn konnten sich nicht viele wirklich etwas „darunter vorstellen“. Ja, irgendwie gehe es doch, war die weitverbreitete „Denke“. Heute, und das wisse die Stadt nicht erst nach ihrer Erhebung im Rahmen des „Integrationskonzeptes“, die sie in Auftrag gab, haben in Gmünd
35 Prozent der Bürger einen „Migrationshintergrund“. Der Studiengang solle auch dazu befähigen, auf beiden Seiten „Barrieren“ abzubauen. Bläse nahm die Stadtverwaltung nicht aus. Wie sei es denn oft gewesen bei den Behördengängen der ausländischen Bürger? „Ein Wort gab auf dem Amt das andere“ und am Ende gingen zwei Welten „auseinander“. Seine Mitarbeiter, ergänzte der Bürgermeister, würden sich nun auch auf dem Feld der „Interkulturalität“ weiterbilden. Die feierliche Eröffnung des „Masterstudiengangs“ wurde mit einem lauten wie rhythmischen Intermezzo einiger Studierenden umrahmt. Interkulturelle (?) Trommelklänge nur per Kochlöffel und Schaber. Nicht nur der Musik wegen eröffnete Justizminister Ulrich Goll (er unterrichtete einst an der FH Weingarten angehende Sozialarbeiter) mit den Worten: „Bei diesem Thema spielt auch die PH Gmünd bei der Musik vorn mit“, und nannte die „PH“ deshalb als feine Adresse. Schon das Integrationskonzept der Stadt beschrieb Goll „als beispielhaft“. Beide Seiten, so
MdL Goll, müssen zur „interkulturellen Öffnung“ beitragen. Wichtig sei es zudem, auch die „ungenutzten“ Ressourcen zu sehen. Einer „Ghettobildung und Abkapselung“ könne die Gesellschaft nur mit „Akzeptanz und Anerkennung“ begegnen. Neben den türkischen Schülern blieben auch sehr viele Schüler italienischer Herkunft ohne Schulabschluss. Pro-Dekan Stefan Immerfall, auch zuständig für den Studiengang, nannte ein weiteres Ziel. Im Studium werde auch der Alltagskontext an Fallbeispielen analysiert. Dazu gehöre auch, die „Befürchtungen“ der Einheimischen „ernst zu nehmen“. Sozialpädagogen wie Marcela Bolsinger erleben „Interkulturalität“ hautnah. Bolsinger ist Leiterin der Flüchtlingsunterkunft auf dem Hardt. Die
45-Jährige belegt den Studiengang und kümmert sich sonst um circa
120 Flüchtlinge aus „
20 Nationen“.
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