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» Ostalbkreis | Mittwoch, 28. Oktober 2009

Heubacher Gemeinderat beschließt Schulkooperation mit Bartholomä sowie einen Nachtragshaushalt und zusätzliche Kredite

Erfreulich war für den Heubacher Gemeinderat, dass die bisherigen Ausschreibungen für den Sporthallenbau schon einige Hunderttausend Euro Einsparungen ergeben haben. Was allerdings fehlt, sind ausreichende Einnahmen, so dass gestern ein Nachtragshaushalt beschlossen wurde, der zusätzliche Krediteinnahmen vorsieht.

Von Gerold Bauer
HEUBACH. Schnell einig war man sich gestern in Sachen Umwandlung der Schillerschule von der Hauptschule mit Werkrealschule alten Typs in eine Werkrealschule neuen Typs. Auch wenn im Gremium genau wie bei Schulleitern und Bürgermeistern gewisse Zweifel gehegt werden, ob sich die neue Schulform wirklich etablieren wird, war man unisono der Ansicht, dass man keine Alternative habe. Zumal, wie Rektor Alfred Bader betonte, diese Chance wohl nur jetzt bestehe.
Die neue Werkrealschule ist vom Grundsatz her vielversprechend. So soll die reguläre Verweildauer auf zehn Schuljahre angelegt sein und eine vollwertige Mittlere Reife zum Ziel haben. Allerdings soll dieser Bildungsweg den Schwerpunkt stärker auf die Entwicklung der praktischen Fähigkeiten legen als in normalen Realschulen. Als „Wahlschule“ wird diese neue Schulart auch für Schüler aus anderen Kommunen offenstehen — zum Beispiel für die Bargauer, die ohnehin aus Tradition enge Verbindungen nach Heubach pflegen.
Es reicht in Heubach allerdings nicht, einfach den Namen der Schulart zu ändern. Denn um die für Werkrealschulen neuen Typs nötige Zweizügigkeit zu gewährleisten, ist eine Kooperation mit Bartholomä erforderlich. Im Gegenzug hätte es die Laubenhartschule auf dem Albuch ohnehin sehr schwer, als reine Hauptschule weiter zu bestehen.
Übereinstimmend wurde sowohl von Bartholomäer als auch von Heubacher Seite erklärt, dass eine Schule am besten im Wohnort sein sollte, aber wenn es nicht anders geht, müsse man sich mit Kooperationslösungen behelfen. Im Klartext heißt dies, dass die jetzige Bartholomäer Hauptschule zu einer Außenstelle der Schillerschule wird, in der ein Werkrealschulunterricht für die Klassen fünf bis sieben angeboten werden soll. Dies bedeutet aber auch, dass für diese Klassen nicht mehr die Gemeinde Bartholomä, sondern die Stadt Heubach der Schulträger ist. Einstimmig votierte der Heubacher Gemeinderat für diese Lösung. In Bartholomä soll die endgültige Abstimmung im Gemeinderat im November erfolgen. Es wurde aus Bartholomä aber schon Zustimmung signalisiert.
Die Jahresrechnung 2008 sei wohl auf längere Zeit das letzte wirklich erfreuliche Zahlenwerk der Stadt Heubach, schickte Bürgermeister Klaus Maier dem nächsten Tagesordnungspunkt voraus. Die Zuführungsrate vom Verwaltungs– an den Vermögenshaushalt fiel um 867 000 Euro höher aus als geplant — ein klares Indiz für die gute Einnahmensituation. So war es möglich, weniger als vorgesehen aus den Rücklagen zu entnehmen sowie die vorgesehenen Kredite 165 000 Euro niedriger ausfallen zu lassen. Die unerwartet guten Einnahmen wurden 2008 unter anderem dafür verwendet, um rund eine halbe Million Euro in die Schillerschule zu investieren. Die Gesamtschulden der Stadt sanken dennoch auf 6,9 Millionen Euro und ermöglichten den Spielraum für aktuelle Investitionen wie zum Beispiel den Bau einer neuen Sporthalle. Bedauert wurde in den Wortmeldungen der Gemeinderäte, dass die Stadt Heubach praktisch kaum noch eigene Stellschrauben zu Haushaltsgestaltung habe, sondern das meiste durch auswärtige Vorgaben bestimmt sei.
Bei den Eigenbetrieben kann der Flugplatz 2008 mit einem kleinen Plus von 19 000 Euro aufwarten, während die Wasserversorgung aufgrund teurer Investitionen mit einem Minus von 88 000 Euro abschließt. Letzteres führte auch dazu, dass der Gemeinderat (bei einer Gegenstimme) den Wasserzins auf 1,80 Euro pro Kubikmeter nach oben korrigierte. Den aufgrund gesetzlicher Vorgaben sind Eigenbetriebe dazu verpflichtet, so zu kalkulieren, dass sie keine Verluste machen.
„Am Nachtragshaushalt sieht man, wie sich die Krise inzwischen auch auf Privatpersonen auswirkt“, erläuterte Bürgermeister Maier. Denn neben Gewerbesteuerausfällen sinkt auch der Anteil der Kommunen an der Einkommensteuer ihrer Bürger. Sprich, wer Kurzarbeit hat oder arbeitslos wird, zahlt weniger Steuern und dies wird dann auch der Wohnort-​Kommune abgezogen.
Maier geht davon aus, dass sich dies in naher Zukunft sogar noch verschärft — was dazu führen wird, dass die Kreisumlage für die Städte und Gemeinden steigen wird, weil für den Kreis die Kosten für Hartz IV nach oben klettern. „Wir machen in Heubach genau das, was die Wirtschaftswissenschaftler empfehlen, nämlich mit Hilfe von Krediten antizyklisch agieren und die Wirtschaft am laufen halten. Man habe 1929 erlebt, wohin es führt, wenn die öffentliche Hand nur noch spart. Seitens der Fraktionen wurde hinzugefügt, dass schon bei der Aufstellung des Haushalts alle „Puffer“ herausgenommen worden seien. Weiter sparen gehe gar nicht mehr, so dass das Gremium nicht nur den Nachtragshaushalt genehmigte, sondern auch die daraus resultierende zusätzliche Kreditaufnahme in Höhe von einer Million Euro.
 

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