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» Schwäbisch Gmünd | Mittwoch, 28. Oktober 2009

Projekt von Schülerinnen und Schülern der Klasse 8 der Friedensschule zur Stärkung der Ausbildungsreife

Mädchen für ganz andere Berufe interessieren, dafür sorgen, dass sich diese Schüler mit älteren Menschen auseinandersetzen, dass sie ein regelrechtes Benimm-​Training erhalten, mit Geld umgehen lernen und grundsätzlich für eine Ausbildung bereit sind — dafür lässt sich die Friedensschule einiges einfallen.

SCHWÄBISCH GMÜND (rz). Die Klasse 8 der Friedensschule auf dem Rehnenhof führte in den letzten Wochen ihre alljährlichen Berufsorientierungswochen zum zehnten mal in Folge durch. Die Schülerinnen und Schüler durchliefen hierbei eine Vielzahl an Workshops, wozu auch außerschulische Partner gewonnen werden konnten. Ziel dieser drei besonderen Wochen ist es Anforderungsprofile von Ausbildungsberufen, verschiedene Berufsfelder und betriebliche Strukturen kennenzulernen. Die Schüler sollen Durchhaltevermögen, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit bei den verschiedenen Workshops oder Firmenbegehungen trainieren und bewusst die Regeln des Anstands umsetzen.
Berufe, aber auch das Leben selbst kennen lernen
Im Berufsausbildungswerk (BAW) in Schwäbisch Gmünd sammelten die Jugendlichen Erfahrungen in verschiedenen Berufsbildern wie z. B. Lagerlogistik und Gastronomie. Das BAW führte an diesen Tagen auch eine Kompetenzfeststellung durch, wobei die Stärken jedes Achtklässlers speziell herausgearbeitet und im Anschluss besprochen wurden. Diese Form der Kompetenzfeststellung verdankt die Schülerschaft der Friedensschule dem Gemeinderat, der dieses Projekt finanziert und für die Folgekosten bei der individuellen Förderung aufkommt.
Zusätzlich führten die Schüler der Klasse 8 Betriebsbesichtigungen bei verschiedenen Ausbildungsbetrieben der näheren Umgebung in Handwerk, Industrie und sozialen Einrichtungen durch. So wurden in den vergangenen Tagen Besuche bei der Firma Mürdter in Mutlangen, Zahnradfabrik in Schwäbisch Gmünd, TRW in Alfdorf, Bäckerei Beroth auf dem Gügling, in sozialen Einrichtungen wie dem Blindenheim in Schwäbisch Gmünd und dem Altenpflegeheim Lindenfirst abgestattet. Im Haus Lindenfirst übernahmen alle Schüler, nach einer theoretischen Einführung, kleine Hilfsdienste oder sangen, spielten und redeten mit den älteren Bewohnerinnen und Bewohnern. Die Schülerinnen und Schüler konnten bei allen vielfältigen Kontakten hinter die Kulissen schauen und bekamen durch die Ausbilder der Firmen wichtige Informationen rund um die Eingangsvoraussetzungen und den Bewerbungsablauf vermittelt.
Die Schulleiterin Daniela Maschka-​Dengler führte ein „Benimm-​Training“ durch. Sowohl alltägliches Benehmen, als auch das Benehmen während eines Vorstellungsgesprächs wurde in Rollenspielen geübt. Der „Knigge“ für Jugendliche endete mit einem gemeinsamen Mittagessen, das die Schüler sehr begeistert mit den besten Tischmanieren meisterten.
Ab Januar kommenden Jahres finden für die Schüler über das Schuljahr und die Ferien verteilt Praxiswochen und Praxistage statt. Ein Workshop bei Sylvia Schneck-​Volland (SBP) war darauf ausgerichtet, dass jeder Jugendliche selbst einen Praktikumsplatz aussucht und sich um diesen selbstständig bewirbt. Verschiedene Berufsfelder konnten die Jugendlichen hier im Vorfeld kennenlernen. Hierbei erfuhren die Friedensschüler wichtige Details über die Bewerbungsmodalitäten kennen und mussten mit den Verantwortlichen der verschiedenen Firmen Gespräche führen.
Telefontraining und auch Einblick in Alltag und Kostenfallen
Auch Telefontrainings, die für die Praktikumsplatzsuche unentbehrlich sind, wurden durchgeführt. in weiterer, mehrtägiger Workshop „Was kostet die Welt“ bot den Jugendlichen Einblick in Alltag und Kostenfallen. Spätestens nach dieser lehrreichen Erfahrung, war jedem in der Klasse bewusst, weshalb eine gute Berufsausbildung Sinn macht und notwendig ist.
Ein Projekt mit dem Titel „Technik im Alltag“ wurde von Klassenlehrer Joachim Göser durchgeführt. Hierbei wurden auch technische Entwicklungen von früher bis heute, die das alltägliche Leben erleichtern, angesprochen. Nach den Herbstferien schließt sich ein Tag im Ausbildungszentrum Bau und dem Berufsinformationszentrum BIZ an.
Die Recherchen im BIZ verlaufen nach der intensiven Vorbereitung der Vorwochen dann schon etwas konkreter ab, so dass die Unterstützung bei der Ausbildungsplatzvermittlung, durch die Agentur für Arbeit, gezielt in Angriff genommen werden kann.
Ein weiteres aktives Highlight steht vor Weihnachten an. Um den Mädchen Lust auf technische Berufe und Handwerk zu machen, werden diese in Kooperation mit dem Pädagogischen Fachseminar einen Schweißkurs absolvieren.
Unsere Berufswelt ändert sich fortlaufend. Deshalb ist die Friedensschule sehr dankbar, dass viele Partner ihr Know-​How zur Verfügung stellen, um diesen engagierten jungen Menschen möglichst die Unterstützung und Information anbieten zu können, die sie in dieser Phase brauchen.
 

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