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» Ostalbkreis | Montag, 05. Oktober 2009

Durlangen hat die Aufgabe von Antenne 1 mit Bravour gelöst

Volksfeststimmung in Durlangen. Auch wenn das in Durlangen nicht immer der Fall ist: Am Samstag zogen alle an einem Strang, erfüllten die Aufgaben des Radiosenders Antenne 1 mit Bravour und sind damit eine von fünf Gemeinden, die für ein noch größeres Fest — finanziert vom Radiosender — in Frage kommen. Von Heinz Strohmaier

DURLANGEN. Was war für die Durlanger zu tun? Eine Wiedervereinigungsparty mit einem Trabbi-​Korso und Thüringer Bratwurst zu organisieren und dann natürlich das schwierigste, eine menschliche Deutschlandfahne aus mindestens 500 Personen herzustellen. Und das natürlich innerhalb von wenigen Tagen, denn die Aufgabe bekamen die Durlanger erst am vergangenen Mittwochmorgen gestellt. Um die Thüringer Wurst musste man sich keine Sorgen machen. Das hatte Metzgermeister Werner Kiemel im Griff. Bei den Trabbis wurde es schon schwieriger. Aber man hatte sich mit ein paar Trabbi-​Clubs in Verbindung gesetzt, und so waren nicht nur Trabbibesitzer aus dem Ostalbkreis beim großen Korso dabei, sondern auch Fahrzeuge aus Ulm und Berlin, mit Zwischenstopp in Gmünd, weil an einem DDR-​Kultfahrzeug die Schraube der Lichtmaschine wegfiel. Für ehemalige DDR-​Bewohner aber kein Problem, sie mussten früher ohnehin mit Ersatzteilen improvisieren.
Die Party zu organisieren war auch kein großes Problem. Für die nötige Unterhaltung sorgte die Gruppe Sunrise. War nur die Frage, ob es die Durlanger schaffen, aus mindestens 500 Personen eine menschliche Flagge herzustellen. Spätestens am Samstagvormittag war klar, die Menge reicht. Jetzt galt es nur noch, sich in den richtigen Größenverhältnissen in einem Rechteck auf dem Sportplatz so zu platzieren, dass man aus der Luft die Deutschlandfahne erkennen konnte. 660 Durlanger, Freunde, Verwandte und Bekannte aus Nachbarorten hatten sich in Stoff aus Schwarz, Rot und Gold eingehüllt und auf den Boden gelegt. Nachdem sich aber Menschen nicht wie ein Puzzle zusammensetzen lassen, hat man für die manchmal vorhandenen Zwischenräume Luftballons in den Deutschlandfarben in die Hände genommen.
Die Proben am Vormittag zeigten, da dürfte es keine Probleme geben. Wer nicht mehr benötigt wurde, stellte sich mit Fähnchen an den Rand der „Fahne“. Nochmals über 10 Personen.
Zur Kontrolle startete zehn vor Zwölf ein Hubschrauber in die Luft, machte von oben Aufnahmen und diese wurden von Moderatorin Dany nach der Landung sofort nach Stuttgart ins Studio zur Kontrolle geschickt. Die Menschen mussten liegenbleiben und warten. Oskar Brilatus, der den ganzen Vormittag moderiert hatte, machte Mut: „Ihr seid die besten im ganzen Ostalbkreis, nein, in der ganzen Welt.“ Noch schnell eine „Laola-​Welle“, wenngleich diese nicht geprobt war und auch nicht ganz geklappt hatte. Wer sollte am unteren Ende des Sportplatzes auch wissen, was unten links ist – für die einen war das oben rechts. Und so war es mehr ein Jubeln und Wedeln als eine Welle. Aber was soll’s? „Beim Rundfunk sieht man es ja nicht“, sagte Oskar. Wenige Minuten später war das Ergebnis da: Durlangen hat alle Aufgaben mit Bravour bestanden. Unbeschreiblicher Jubel und auch Bürgermeister Dieter Gerstlauer war erleichtert und sagte ins Mikrofon: „Ich habe drei Tage lange geschwitzt, gehofft und kaum geschlafen. Aber heute fällt alles ab!“
Doch damit hatte die Party eigentlich erst richtig begonnen. 150 Luftballons in Schwarz-​Rot-​Gold stiegen in die Luft, 100 Kinder sangen die deutsche Nationalhymne, die zuvor Werner Kiemel auf der Trompete intoniert hatte. Und dann gab es noch an einem nachgebauten Checkpoint Charlie eine Verbrüderungsszene von Kindern auf beiden Seiten, die dem Bürgermeister jeweils eine kleine Fahne von allen Bundesländern übergaben. „Sollen wir das Fest nächstes Jahr wieder machen?“ rief Oskar in die Menge und hörte ein lautes „Jaaaaaaaa“. Jetzt müssen die Durlanger aber erst einmal abwarten, ob sie als Sieger aus den fünf Gemeinden hervorgehen. Dann gibt es mit Sicherheit ein noch größeres Fest.
 

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