Ein Blick auf die Freundinnen des irischen Tanzes
So unterschiedlich wie die Menschen sind ihre Hobbys. Gleichermaßen neu und faszinierend : Eine Gruppe junger Frauen hat sich dem irischen Tanz verschrieben und trainiert hart.
WALDSTETTEN /WISSGOLDINGEN (rz). „Step“ heißt, dass sie ihr Gewicht in einen Schritt auf die Metallplatte des Fußballens legen. „Stamp“ verlangt diesen Schritt mit dem ganzen Fuß und kräftigem Auftreten: Das muss richtig krachen. „Stomp“ wiederum bedeutet einen unbelasteten Schritt, der gleichwohl weithin vernehmbar ist. Stamp, Stamp, Stomp, heißt es etwa, in rasendem Tempo und in Verbindung mit einem Dutzend weiterer Kommandos: Stepptanz ist richtig schwer — auch wenn’s bei den Damen auf der Bühne leicht aussieht. Für sie alle kommen nur irische Steppschuhe in Frage, die in Sammelbestellungen über den Ärmelkanal kommen. Dazu werden Leggins oder blickdichte Strumpfhose und ein kurzer Rock oder Shorts getragen, und in dieser traditionellen Kleidung sind die Mädels auch noch ein rundum erfreulicher Anblick. Nicht nur steppen wird trainiert; für die anmutigen Schrittkombinationen der so genannten Softshoe-Tänze werden Schläppchen getragen.
Was irische Tänze ihr bedeuten, ist eine Frage auf die Initiatorin und Trainerin Petra Mehnert nur zu gerne antwortet: „Faszinierende Musik, Förderung von Fitness, Haltung, Konzentration, Koordination und Selbstsicherheit, das Einfühlen in die keltische Musik und viel Spaß — all das und noch viel mehr ist der Irish Dance“. Lernen kann diese Tänze im Prinzip jeder, so Mehnert überzeugt: Irish Dance sei für Jugendliche und Erwachsene jeden Alters geeignet. Voraussetzungen seien lediglich „ein paar funktionstüchtige Füße, gute Koordination und Freude am Tanzen“
Eine Stunde beginnt mit den Ceilis und Set Dances, also mit traditionellen irischen Paartänze, für die die Schläppchen ausgepackt werden. Die Tänzerinnen lernen hier die verschiedenen Grundschritte und „Basic“-Tänze in den Rhythmen Reel, Jig und Hornpipe. Danach geht es weiter mit dem Stepptanz, für den natürlich die metallbeschlagenen Spezialschuhe getragen werden. Auch hier gibt es verschiedene Grundschritte und Choreographien; während der Stunde werden auch die Bauch-, Rücken-, Bein– und Armmuskulatur mit speziellen Übungen gekräftigt, denn nur mit guter Körperspannung lassen sich vor allem beim Stepptanz die schnellen Schritte ausführen. Eine gute Kondition stellt sich durch das schwungvolle Tanzen ganz von selbst ein! Wer Lust, Talent und Zeit hat, kann dann bei Mehnerts Auftrittsgruppe, den Staufer Irish-Dancers mitmachen.
Trainiert wird in Eislingen, aber einige Tänzerinnen sind in Gmünd daheim, und auch der für den kommenden Samstag in der Wißgoldinger Kaiserberghalle geplante Auftritt zeugt von den starken Bindungen in den Gmünder Raum. Im Januar beginnen die neuen Kurse, und wer will kann jederzeit Dienstags ab
20 Uhr zum „Schnuppern“ in der Eislinger
TSG vorbeischauen.
Petra Mehnert ist nicht nur Expertin in Sachen irische Tänze; sie schreibt Kinder– und Jugendbücher und gibt als Übungsleiterin Trainer/C Übungsstunden im Bereich Fitness/Gesundheit mit Body-Tuning, also mit Elementen aus Pilates, Yoga und Bauch/Beine/Po-Gymnastik). Sie ist im Vorstand des
TSV Ottenbach und im Ottenbacher Gemeinderat; außerdem leitet sie dort ehrenamtlich die schöne alte Bibliothek in einem
1682 erbauten Fachwerkhaus.
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