RZ-Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden der Gmünder ErsatzKasse über den Stand der Fusionsverhandlungen mit der Barmer
Sie verhandeln seit Mittwoch in Berlin, und die Gespräche werden sich noch bis in die nächste Woche ziehen. Die Rems-Zeitung sprach mit dem Vorstandsvorsitzenden der Gmünder ErsatzKasse, Dr. Rolf Schlenker, über den Stand der Fusionsverhandlungen mit der Barmer . Von Manfred Laduch
SCHWÄBISCH GMÜND. Gesprächsthemen sind der Fusionsvertrag und die künftige Satzung. Darin wird zum Beispiel der Name des zum
1. Januar zu gründenden Gemeinschaftsunternehmens festgelegt: „Barmer GEK“ wird es heißen. „Es war uns wichtig, dieses Stück Identität beizubehalten, auch als kleinerer Partner. Aber wir sind ja auch eine starke Braut“, gibt sich Rolf Schlenker selbstbewusst. Hausfarben werden künftig das Grün der Barmer in Kombination mit dem Blau der GEK sein – das Gmünder Rot hätte sich mit Grün gebissen.
Leistungsstandard orientiert
sich an Gmünder Gegebenheiten
Ein weiteres zentrales Anliegen der GEK wird Bestandteil der Verträge, erklärt der Vorstandsvorsitzende: Der Leistungsstandard der künftigen Kasse orientiert sich an Gmünder Gegebenheiten, die für die Mitglieder besser sind, als die der Barmer. Die
24-Stunden-Antwortgarantie wird ebenso übernommen, wie die Öffnungszeiten der Geschäftsstellen oder das Beschwerdemanagement.
„Der Kinder– und Jugendarztvertrag, bei uns Standard, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit beibehalten, auch wenn das Geld kostet“, freut sich Schlenker. Gleiches gelte für die über den gesetzlichen Anforderungen liegende Hautkrebs-Vorsorge oder das Thema Homöopathie.
„Von vornherein klar“, so der GEK-Vorstandsvorsitzende weiter, „ist die Beschäftigungsgarantie. Es wird aus Anlass der Fusion keine betriebsbedingten Kündigungen geben und auch alle Auszubildenden werden übernommen.“
Es gibt eine Garantie für die bundesweiten Betreuungsstellen, obgleich es in
178 der
180 GEK-Standorte auch Barmer-Geschäftsstellen gibt. Selbst wenn diese je nach Ablauf der Mietverträge zusammengeführt würden, bleibe dennoch das Personal an Bord. Schlenker: „Die Zahl der Versicherten bleibt ja auch gleich, also ist es keine Frage: Wir brauchen alle Leute.“ Das gilt um so mehr, als die GEK seither schon mehr Mitglieder pro Beschäftigten betreut, als die Barmer.
Die Zahl der Arbeitsplätze in der Gmünder Hauptverwaltung bleibt erhalten, zumal alle Aufgaben in Sachen Beiträge und Mitgliedschaft für die Gesamtkasse künftig auf dem Lindenfeld bearbeitet werden sollen. Administrative Verwaltungsstandorte der „Barmer GEK“ werden sowohl Wuppertal (wovon Barmen ein Stadtteil ist) als auch Schwäbisch Gmünd. Juristischer Sitz des Unternehmens ist Berlin.
Führungsaufgaben, die in Gmünd angesiedelt werden sollen, sind das Versorgungsmanagement, die Vertriebssteuerung und Teile von Organisation und EDV. „Wir gehen also davon aus, dass wir im bisherigen GEK-Hauptquartier mehr als gut beschäftigt sein werden“, sagt Schlenker. Natürlich könnten sich für Einzelne Aufgaben verändern: „Es gibt eine Job-, keine Schreibtisch-Garantie.“
Am
9. November treten beide Verwaltungsräte zusammen, um über Satzung und Fusionsvertrag zu beschließen. Dann gehe beides ans Bundesversicherungsamt, das intensiv prüft, durch die Einbeziehung in die Vorgespräche aber bis Mitte Dezember mit der Genehmigung fertig sein müsste. Am
4. Dezember trifft sich der GEK-Verwaltungsrat zu seiner festlichen Abschlusssitzung in Gmünd.
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