Kunstkalender mit Salvator-Bildern von Hans Kloss
Ein Betrag von rund 200 000 Euro ist nötig, um die Salvator-Felsenkirche zu erhalten und durch Restaurierung dem Zahn der Zeit entgegenzuwirken. Dem dazu gegründeten Förderkreis stellte Künstler Hans Kloss seine Salvator-Bilder kostenlos zur Verfügung. Noch vor Weihnachten soll daraus ein Benefiz-Kunstkalender entstehen.
Von Gerold Bauer
SCHWÄBISCH GMÜND. Petra Kurz-Ottenwälder war gestern gleichermaßen überrascht und begeistert, als Hans Kloss ihr in seinem Atelier eine Mappe mit Zeichnungen und Aquarellen überreichte, um damit den Förderkreis zu unterstützen. Kloss hatte darüber hinaus schon die Vorarbeit geleistet, einen Vorschlag für einen Kalender zu entwerfen und seine Bilder entsprechend zu ordnen. Es fehlen nur noch die passenden Texte, dann kann dieser Kalender in Druck gehen.
Der Förderkreis will entsprechend „Gas geben“, damit dieses Werk noch rechtzeitig vor Weihnachten auf den Gmünder Markt kommt. Da der Künstler seine Werke unentgeltlich dem Förderkreis überlassen hat, wird der Erlös voll dem Salvator-Projekt zu Gute kommen. Denn auch bei der Sanierung des sakralen Kleinods oberhalb des Hauptbahnhofs ist eine gewisse Eile geboten, weil diese touristische Attraktion ohne Zweifel im Rahmen der Landesgartenschau besondere Beachtung finden wird.
Auf Hans Kloss übt dieses Gebäudeensemble schon seit
40 Jahren eine besondere Anziehungskraft aus. „Eine Besonderheit ist zum Beispiel, dass im Umfeld der Kirche die Bäume nicht gezielt gepflanzt oder gezogen wurden, sondern wachsen durften wie es die Natur wollte.“ So ergebe sich durch das Zusammenspiel von Architektur und Natur eine immer wieder neue Struktur von Linien und Perspektiven. Diese sehr unterschiedlichen Perspektiven – zum Teil auch aus Blickwinkeln, die Besucher selbst wohl kaum so wählen würden – sorgen dafür, dass die Bilder vom Salvator sehr vielfältige Ansichten bieten. Hinzu kommt, dass sich in den Werken die unterschiedlichen Schaffensphasen von Hans Kloss, auch beeinflusst durch den allgemeinen stilistischen Zeitgeist, ebenfalls widerspiegeln.
„Als Lehrling musste ich in den frühen
50er-Jahren mit dem Zug zu meiner Ausbildungsstelle nach Plüderhausen fahren. Damals habe ich oft schon am frühen Morgen auf dem Salvator gezeichnet und bin dann in letzter Minute in den Zug gestiegen“, berichtete er schmunzelnd. Immer wieder zog es ihn hinauf in das Umfeld der Felsenkapelle. „Viele Bilder habe ich verkauft, aber das, was noch übrig ist, stelle ich dem Förderkreis gerne zur Verfügung. Ich möchte daran nichts verdienen“, betonte er gestern bei der Übergabe seiner umfangreichen Sammlung.
Petra Kurz-Ottenwälder hofft, dass nun auch Gmünder Firmen das Projekt unterstützen und möglichst bald ein gewisses Kontingent dieser Salvator-Kalender orden. Diese, so die die vor Ideen nur so sprühende Designerin, eignen sich nämlich bestens als kleine Aufmerksamkeit zu Weihnachten für gute Kunden oder verdiente Mitarbeiter. Damit auch Menschen mit weniger dickem Geldbeutel den Kalender kaufen und so die Salvator-Sanierung unterstützen können, will man das Druckwerk zu einem günstigen Preis anbieten. Geplant sind auch Benefiz-Postkarten und Aufkleber.
Zu einem späteren Zeitpunkt werden Kunstfreunde auch die Originale von Hans Kloss kaufen können. Gedacht ist an eine wohlinszenierte Versteigerung in stilvollem, ansprechendem Rahmen. Und auch vom Verkauf der Originale will Hans Kloss selbst keinen Anteil haben.
„Das soll alles voll diesem wichtigen Projekt zu Gute kommen“, betont der Künstler, der gerade in seinem Atelier in der Grät die Gmünder Stadtgeschichte in Bildern nachzeichnet – ähnlich wie er das im Lorcher Kloster auf seinem mittlerweile weithin berühmten Rundbild getan hat. Hans Kloss hegt zudem die Hoffnung, dass sich Restauratoren oder andere Fachleute so wie er für den Salvator begeistern können und ihre Mitwirkung zu einem günstigen Honorar anbieten.
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