Stadtverwaltung spendet, um bedürftigen Kindern Nikoläuse schenken zu können
Ein klitzekleines Opfer für die Stadtverwaltung, eine Riesen-Geste, den Schokoladen-Nikolaus nicht zu vergessen, für all die Kinder dieser Stadt, die nicht auf der Sonnenseite aufwachsen. Mit ihrer „Weihnachtseuro“-Aktion haben über 600 städtische Mitarbeiter ein schönes Zeichen gesetzt.
SCHWÄBISCH GMÜND
(bt). „Richten Sie allen unseren herzlichsten Dank aus“. Albine Klein und Steffen Witzke von der Gmünder Tafel, ließen gestern keinen Zweifel daran, wie glücklich sie über ein unerwartetes Zeichen der Solidarität sind. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung überbrachten mit ihrem Chef Richard Arnold die Zusage über viele Schokoladennikoläuse, an denen sich die bedürftigen Kinder dieser Stadt freuen sollen. Am
6. Dezember, wie alle anderen Kinder, nicht erst im Januar. Aber das ist das Ende der Geschichte.
Begonnen hat alles, als GEBIB-Geschäftsführer Tilman Haug dem Sozialausschuss den Gmünder Tafelladen am Kalten Markt vorstellte, in dem die Berechtigten – Empfänger von Sozialleistungen, vielfach aber auch Alleinerziehende, Familien und Rentner mit niedrigem Einkommen – tadellose, von Herstellern und Händlern gespendete Waren zu einem Bruchteil ihres regulären Preises einkaufen. In dieser Sitzung regte Stadträtin Daniela Maschka-Dengler eine Weihnachtsaktion an, um den Kindern der Einkaufsberechtigten ihren Nikolaus termingerecht zukommen zu lassen, nicht erst nachdem die Restbestände bereits wochenlang zum halben Preis gekauft werden konnten. Am nächsten Tag erfuhr Birgit Schmidt, Stadtteilkoordinatorin der Südstadt, aus der Zeitung von diesem Anliegen und überlegte, wie sich die Nikolaus-Aktion am besten durchführen lassen würde. Bei Bärbel Blaue von der Koordinationsstelle der „Aktion Familie“ im Sozialamt rannte Schmidt offene Türen ein, und bald darauf sammelten junge Mitarbeiter den „Weihnachtseuro“ ein. Ein Euro von jedem und jeder in der Verwaltung, und allen Kindern könnte geholfen werden, so die Rechnung.
Es kamen fast
800 Euro zusammen, mehr Geld als benötigt, so dass jetzt bereits die Rede ist vom Grundstock zur Osterhasen-Sammlung. Besondere Verdienste, so wurde deutlich, erwarben sich die Stadtwerke samt Bäderbetriebe, gestern vertreten durch Karl Groß, die über
200 Euro beisteuerten, sowie Alfred Seitz vom Edeka Aktiv-Markt in der Weststadt, der die bestellten günstigen Nikoläuse in hochwertige umwandelte und den Differenzbetrag aus eigener Tasche zahlt. Deutlich wurde auch, dass sich alle Beteiligten von Anfang „ganz sicher waren, mit diesem Oberbürgermeister eine derartige Aktion schnell und unbürokratisch stemmen zu können“.
OB Richard Arnold nutzte die Gelegenheit zu einer Besichtigung und erfuhr, dass trotz der hohen Hemmschwelle die Nachfrage nach Ausweisen in nie dagewesenem Umfang steigt. Gleichzeitig haben die Märkte immer weniger zu geben, was den Tafelladen vor einige Probleme stellt. Die GEBIB, Gemeinnützige Gesellschaft für die berufliche Integration von Behinderten, ist Träger der Tafeln in Gmünd, Ellwangen, Bopfingen und Heubach. Von Gmünd aus werden andere Tafeln von Ulm bis Crailsheim beliefert, was unter anderem bedeutet, dass hier neben acht fest angestellten Mitarbeitern und einigen Teilzeitkäften
16 Ein-Euro-Jobber benötigt werden, um all die anfallenden Waren sorgfältig zu prüfen und gegebenenfalls auszusortieren. Bei diesem Thema spricht das Tafel-Team freilich auch das derzeit größte Problem an: die horrenden Kosten für die Abfallentsorgung – offenbar kann Aalen, ohne Logistikzentrum zu sein, mehr Müll kostenlos entsorgen als Gmünd. Richard Arnold versprach, sich zu informieren.
Noch keine Kommentare vorhanden.