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» Schwäbisch Gmünd | Mittwoch, 11. November 2009

Sternsingeraktion beschäftigt sich heuer mit dem Senegal /​Die Vorbereitungen haben begonnen

Manch vorübergehender Passant warf dem knallbunten Kleinbus, der jüngst auf dem Johannisplatz gastierte, neu-​gierige Blicke zu. Andere ließen sich von den ungewohnten senegalesischen Klängen herbeilocken. Wer sich dem außergewöhnlichen Kleinbus näherte, konnte einiges erleben und lernen.

SCHWÄBISCH GMÜND (pm). Durch verschiedenste Spiele, einen kurzen Film oder reichlich Infomaterial konnten alle mehr über den Senegal erfahren. Martin Kuenen vom Kindermissionswerk, der zurzeit mit dem bunten Taxibus durch Deutschland tourt, brachte kurzerhand einigen Kinder das Trommeln bei. Kinder aus verschiedenen Kirchengemeinden nutzten die Chance, in den Bus einzusteigen. Hannes Ernst, der bis vor kurzem als Missionar auf Zeit im Senegal war, zeigte den „Mitfahrern“ wie man im Senegal Bus fährt. So hält der Taxibus im Senegal nicht, um neue Passagiere aufzunehmen, sondern diese müssen auf das langsam fahrende Gefährt aufspringen, erklärt Hannes. Theresa Kucher, die ehrenamtliche mehrere Sternsingerworkshops leitet, besprach mit den Kindern einen Film über das Leben der Kinder im Senegal. Organisiert wurde die Aktion vom Katholischen Jugendreferat Schwäbisch Gmünd in Zusammenarbeit mit dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger“. Der Kleinbus diente einst in der senegalesischen Hauptstadt Dakar als Taxibus und tourt nun durch ganz Deutschland. Hintergrund ist die 52. Aktion Dreikönigssingen des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“. Das diesjährige Motto der Aktion heißt „Kinder finden neue Wege“ und soll daran erinnern, dass senegalesische Kinder im Laufe eines Tages weite Wege zurücklegen müssen, zum Beispiel zur Wasserstelle oder zur Schule. Nur manchmal kann ein Taxibus wie jener, der durch Deutschland tourt, Wege erleichtern. Neue Wege müssen die Kinder auch finden, wenn sie in ihrem Land eine Zukunft haben wollen. In jeder der Städte dürfen Kinder ihre Wünsche für andere Kinder auf der ganzen Welt auf Zettel schreiben und in den Bus kleben.
So auch in Gmünd. Wünsche wie „mehr zu essen“ oder „dass alle Kinder in die Schule gehen können“ stehen da geschrieben. All diese Wünsche werden dann am 6. Januar 2010, dem Dreikönigstag, von einer Sternsingerdelegation an den Bundespräsidenten Horst Köhler übergeben. Dies soll zeigen, wie viele Kinder in Deutschland sich für andere Kinder engagieren.
Rund 500 000 Kinder ziehen jedes Jahr als Sternsinger verkleidet durch Deutschland und sammeln Spenden für gut 3000 Projekte für Kinder in Not. Letztes Jahr konnten die Sternsinger fast 40 Millionen Euro sammeln, um Projekte wie den Bau von Schulen, Waisenhäusern und die Versorgung mit Medikamenten, Wasser und Nahrungsmitteln zu finanzieren. Auch im Gmünder Raum sind jedes Jahr viele Kinder und Jugendliche als Sternsinger unterwegs, um Kindern in anderen Ländern zu helfen.
„Jedes Jahr steht ein Beispielland für die vielen Projekte und soll verdeutlichen, wem mit dem Dreikönigssingen geholfen wird“, erklärt Mona Vogt, die ihr Freiwilliges Soziales im Jugendreferat in Schwäbisch Gmünd macht. Dieses Jahr ist der Senegal das Beispielland. Deshalb soll der bunt bemalte Taxibus aus Dakar viel Aufmerksamkeit erregen und die Bevölkerung über die Not der Kinder informieren. So sollen sich die Spendendosen der Sternsinger auch dieses Jahr wieder reichlich füllen, damit wieder Kindern in rund 110 Ländern auf der ganzen Welt geholfen werden kann.
 

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