Ein Appell von Stadträtin Heidi Preibisch (FW/FDP) an alle Fraktionen zeigte am Mittwoch prompt Wirkung
Das Thema Einkaufsoffensive war am Mittwoch im Pressegespräch und in der anschließenden Gemeinderatssitzung immer wieder Thema. Noch am gleichen Abend wurde sie von den Ratsmitgliedern spontan ausgeweitet in eine Gastronomieoffensive. Und die soll fortgeführt werden
SCHWÄBISCH GMÜND
(hs). Oberbürgermeister Richard Arnold zog eine Zwischenbilanz der Bemühungen für die Stärkung der Einkaufsstadt Schwäbisch Gmünd. Wie er berichtete, habe er schon erste sehr positive Rückmeldungen von Einzelhändlern beziehungsweise von Mitgliedern des Handels– und Gewerbevereins. Danach sei eine deutliche Zunahme der Einkaufslust mit einem Zulauf von neuen Kunden an den Samstagen zu spüren. Die derzeit laufende Aktions– und Werbekampagne zielt ja im Besonderen darauf ab, die Kundenströme an den Samstagen nach Schwäbisch Gmünd zu lenken. Dazu gibt es ja sogar schon einen persönlichen Lockruf des Gmünder Rathauschefs als Radiowerbung. Wie Oberbürgermeister Arnold am Mittwoch dem Gemeinderat erzählte, habe die außergewöhnliche, spontane Idee, dass ein OB die professionelle Sprecherstimme im Radio ersetzt, interessanterweise so viel Aufmerksamkeit erregt, dass überregionale Medien mit Interviewünschen auf ihn zugekommen seien.
Richard Arnold redete nun den Einzelhändlern erneut ins Gewissen: Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit keinesfalls auf die Bremse treten und das mit den einheitlichen Öffnungszeiten an den Samstagen bis
16 Uhr gemeinsam durchhalten. Er und viele Geschäftsleute seien zwischenzeitlich voll davon überzeugt, dass es noch nie eine so gute Dynamik gegeben habe, um auf die vorhandene Leistungskraft Einkaufsstadt Schwäbisch Gmünd aufmerksam zu machen. Dies auch im Zusammenhang mit weiteren Aktionen, so Kinderbetreuung und die Autoverlosung mit dem Mini, der direkt vor dem Rathaus zu bewundern ist. Das kostenlose Samstagsparken und ganz besonders der Ein-Euro-Tarif für den Omnibus seien weitere Zugpferde für die Einkaufsoffensive.
Stadtrat Hans-Jürgen Westhauser (
SPD) brachte am Mittwoch einen weiteren Vorschlag in die Bemühungen ein: Den Gmünder Wochenmarkt in die Nachmittagsstunden hinein verlängern. Viele Bürger und Besucher würden gerne auch gegen später dort noch einen Bummel unternehmen. Überraschend berichtete Erster Beigeordneter Joachim Bläse, dass es bereits Überlegungen hierfür gebe, ebenso Ideen, den Wochenmarkt mit einer Eventfläche zusätzlich aufzuwerten. Schmunzelnd fügte Stadtrat Max Fuchs unter Hinweis auf ein Brauchtum auf dem Viktualienmarkt in München hinzu: „Vielleicht gibt’s ja dann einen Tanz der Gmünder Marktfrauen.“
Dann gab’s einen besonders herausragenden Appell von Stadträtin Heidi Preibisch. Sie forderte alle Mitglieder des Gemeinderats dazu auf, ein Zeichen zu setzen und die Einkäufe nur noch in Schwäbisch Gmünd zu erledigen. Überhaupt sollten die Stadträtinnen und Stadträte in dieser wichtigen Phase Präsenz zeigen, nicht nur in den Läden, sondern gerade samstags auch in Cafes und Gasthäusern. OB Arnold stimmte freudig zu. Preibisch ergänzte: Warum nicht ein überparteilicher Kneipenbummel nach der Sitzung? Da horchten viele auf. Denn das hatte es schon lange nicht mehr gegeben.
Zwei Stadträte mit Narrenkappe, weitere mit Schwips
Vielleicht trugen am Mittwoch (
11.
11.) zur locker gewordenen Stimmung auch die beiden Fasnachtspräsidenten Albert Scherrenbacher (AG Fasnet Gmünd) und Wendelin Schmid (Weilermer Bergochsen) bei, die in Präsidentenuniform und mit Narrenkappe zur Ratssitzung erschienen waren. Jedenfalls gab’s dann tatsächlich einen interfraktionellen Umtrunk im „Bassano“. Erst zur vorgerückter Stunde traten die quer durch alle Parteien vertretenen Stadträte in neuer beschwipster Einigkeit den Heimweg an. Trotz Nebels sprachen Beobachter von einer fidelen Nachsitzung, die den Gmünder Teamgeist deutlich förderte.
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