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» Schwäbisch Gmünd | Donnerstag, 19. November 2009

Der Sozialbericht des Ostalbkreises war ein Thema bei der Sitzung des Sozialausschusses im Stadtteilzentrum Ost

Zu einer wichtigen Institution hat sich das Stadtteilzentrum Ost seit der Renovierung vor einem Jahr entwickelt. Davon konnte sich gestern auch der Sozialausschuss der Stadt Gmünd ein Bild machen. Von Nicole Beuther

SCHWÄBISCH GMÜND. Der Besichtigung der Räumlichkeiten schloss sich die Sitzung des Sozialausschusses an. Auch zukünftig sollen, so Sozialbürgermeister Dr. Joachim Bläse, einige Sitzungen in sozialen Einrichtungen der Stadt Gmünd stattfinden.
Nachdem die Mitarbeiter des Stadtteilzentrums sowie VGW–Geschäftsführer Burkhard Fichtner die Räumlichkeiten vorgestellt hatten, stellte Sozialdezernent Josef Rettenmaier den Sozialbericht des Ostalbkreises vor. Thema war unter anderem die Betreuungssituation von Kindern in Gmünd und Umgebung. Derzeit, so Rettenmaier, gebe es im Ostalbkreis insgesamt 244 Tageseinrichtungen für Kinder unter 14 Jahren (11 186 belegte Plätze). Die Zahl der belegten Plätze sei vor allem in Gmünd gesunken, derzeit gibt es 4667 Plätze. In Sachen Bildung sei der Anteil der Schüler mit höherem Schulabschluss gestiegen, befinde sich aber noch unter dem Landesdurchschnitt. Rettenmaier forderte, die Integrationskonzepte in Gmünd fortzuführen beziehungsweise auszuweiten. Handlungsbedarf bestehe auch hinsichtlich der Arbeitslosenquote. Insgesamt gebe es im Ostalbkreis 12 500 Menschen, die von Hartz IV leben müssten, 2100 Haushalte und damit über 4000 Menschen seien hiervon in Gmünd betroffen, vor allem Frauen und Langzeitarbeitslose. Die Arbeitslosenquote sei zwar niedriger als bundesweit, aber angesichts der Wirtschaftskrise, so Rettenmaier, sei ein Anstieg auch hierzulande zu erwarten. Der Sozialdezernent forderte in diesem Zusammenhang verstärkte Integrationsangebote für schwer vermittelbare Personengruppen. Auch die Altersarmut stellt im Altkreis Gmünd ein Problem dar. Es sei wichtig, so Rettenmaier familienbezogene Hilfen sowie Beratungs– und Betreuungsangebote mit Bildungscharakter anzubieten. Genannt wurde hier unter anderem die Schuldnerberatung. Hier könne es jedoch, nannte der Sozialdezernent ein Manko, bis zu acht Monaten dauern, bis die Betroffenen einen Termin bekommen. Angesprochen wurde auch die insgesamt „gute, ärztliche Versorgung“. In den ländlichen Regionen müsse man jedoch mehr Anreize für Ärzte schaffen. Einen weiterhin großen Stellenwert räumt Rettenmaier auch innovativen Pflegekonzepten ein. 22 Einrichtungen gebe es in Schwäbisch Gmünd. Das Geld, welches man in den vergangenen Jahren investiert habe, sei gut angelegt, so der Sozialdezernent, der anstelle des Heims den Trend hin zum ambulanten Wohnen stärken möchte.
Rettenmaier sprach von vielen Herausforderungen, die der Ostalbkreis mit seinen guten Voraussetzungen und einer engagierten Bevölkerung meistern könne. „Wir müssen das Sozialnetz in Ostalbkreis noch enger stricken.“ Auch Bürgermeister Bläse sprach von einer großen Herausforderung: „Wenn wir etwas verändern wollen, dann müssen Soziales und Bildung zursammenrücken.“
 

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