Gemeinderatssitzung in Täferrot mit Besucherrekord
Gestern Abend freute sich Täferrots Bürgermeister Jochen Renner über „so viele Zuhörer, wie lange nicht mehr“ zu Beginn der Gemeinderatssitzung im Sitzungssaal des Rathauses. Dabei ging es dann auch um den Leinenzwang für Hunde, für den sich die Jäger stark machten. Von Dietrich Kossien
TÄFERROT. Zuerst aber ging es um Bausachen, und da freute sich der Bürgermeister über ein Baugesuch eines Mitbürgers. Dieser will sich selbstständig machen und in Tierhaupten eine Kraftfahrzeugwerkstatt eröffnen. Bedenken der Nachbarschaft waren nicht eingegangen. Der Verwaltung ist es, so der Bürgermeister gelungen, für das Vorhaben Fördermittel aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum zu bekommen.
Der Bürgermeister sah es als erfreulich an, dass hier ein kleiner Betrieb zur Bereicherung des Dorflebens beitragen kann und eventuell auch zur Schaffung von Arbeitsplätzen. Der Gemeinderat erteilte dazu einstimmig sein Einvernehmen, wie dann auch zur nachträglichen Änderung eines Bauvorhabens, ebenfalls in Tierhaupten.
Rege diskutiert wurde über einen Antrag der örtlichen Jagdpächter auf Leinenzwang für Hunde auf der gesamten Markung. Immer mehr Hunde würden im Wald frei herumlaufen, so die Jäger. Ein „richtiger Hundetourismus“ nach Täferrot habe sich entwickelt. Das sahen auch der Gemeinderat und Bürgermeister Jochen Renner so.
Trotzdem äußerte der Bürgermeister gegen den Antrag seitens der Verwaltung starke Bedenken. Es würden dagegen rechtliche Bedenken bestehen, denn es müssten den Hunden auch Bereiche zugewiesen werden, in denen sie frei herumlaufen könnten.
Die Jäger hätten auch jetzt schon die Möglichkeit, gegen die Besitzer von Hunden, die nicht auf Zuruf gehorchen, vorzugehen. Einen generellen Leinenzwang habe auch der Verwaltungsgerichtshof in Frage gestellt, und selbst das Kreisjagdamt halte eine allgemeine Leinenpflicht für unverhältnismäßig und nicht rechtlich haltbar.
Renner machte den Vorschlag, den Jägern Schreiben zur Verfügung zu stellen, mit denen sie auf die anzutreffenden Hundebesitzer zugehen können, um sie auf die Problematik für die Jäger hinzuweisen. Diesen Versuch, so Gemeinderat Hermann Lindauer in der Diskussion, solle man wagen. So beschloss es auch einstimmig der Gemeinderat.
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