Studie der Industrie– und Handelskammer befasst sich mit Firmengründungen in Ostwürttemberg
In den Jahren 2006 bis 2008 sind in Ostwürttemberg 7412 Unternehmen gegründet worden. Im gleichen Zeitraum machten 6694 Firmen dicht. Das geht aus dem am Dienstag von der IHK vorgestellten Gründerreport hervor. Von Ulrich Gessler
OSTWÜRTTEMBERG. Derzeit hat der Gründerservice der Kammer wieder Hochkonjunktur. Läuft’s in der Wirtschaft, dann ist bei den Existenzgründungen eher Flaute. Steigt hingegen die Arbeitslosigkeit, dann versuchen mehr Menschen ihr Glück in der Selbstständigkeit. Ein Auf und Ab, das sich laut
IHK–Hauptgeschäftsführer Klaus Moser über einen langen Zeitraum zurückverfolgen lässt. Dass die Zahl der Gewerbeanmeldungen bei der
IHK allein dieses Jahr auf voraussichtlich
2600 steigen wird und damit um zehn Prozent über der vom Jahr
2008 liegt, hängt eng mit dieser Systematik zusammen.
In der am Dienstag in Heidenheim vorgestellten und von Daniel Renz in Zusammenarbeit mit Markus Schmid erstellten Studie werden die Jahre
2006 bis
2008 beleuchtet. Kernergebnis: Die gute konjunkturelle Situation im Untersuchungszeitraum bremste die Gründerlust. So ging die Zahl der Existenzgründungen
2008 gegenüber
2006 um
8,
3 Prozent zurück. Damit sei die Region aber noch mit einem blauen Auge davon gekommen, sagte Renz.
Denn deutschlandweit sanken die Gewerbeanmeldungen um
15,
3 Prozent. Aussagekräftiger sind die Daten, wenn sie in Relation zur Bevölkerungszahl gesetzt werden. Auf Baden-Württemberg bezogen wurden
5,
8 Firmen pro
1000 Einwohner neu angemeldet. Diese Gründungsintensität wird in Ostwürttemberg nicht erreicht. Aalen und Schwäbisch Gmünd liegen mit
5,
5 Gründungen vor Heidenheim mit
4,
7 und Ellwangen mit
4,
3. Bezogen auf die verschiedenen Branchen steht der Bereich der Dienstleistungen an der Spitze der Neugründungen (
46 Prozent). Es folgen der Handel (
35 Prozent), der Tourismus (zehn Prozent) und die Industrie mit neun Prozent. In Aalen wagten sowohl im Handel als auch in der Industrie und im Tourismus die meisten Menschen (je
100 Einwohner) den Sprung in die Selbstständigkeit. In allen drei Sparten steht Schwäbisch Gmünd an zweiter Stelle, dann kommen Heidenheim und zuletzt Ellwangen.
Renz ging in der Studie auch der Frage nach, wie viele Existenzgründer sich behaupten konnten. Dazu nahm er sich die Unternehmensgründungen des Jahres
2003 vor. Gut die Hälfte war fünf Jahre später noch am Markt. Außerdem hat jede dieser Firmen zu diesem Zeitpunkt im Durchschnitt
1,
5 Stellen geschaffen und beinahe zwölf Prozent bilden aus.
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