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» Ostalbkreis | Sonntag, 22. November 2009

Firma Feifel-​Klappladen in Waldstetten feiert das 150-​jährige Bestehen /​Als Wagnerei gegründet

Was haben die Fassaden im Euro-​Disneyland bei Paris und die Häuserkulissen der ARD-​Serie „Marienhof“ gemeinsam? Klappläden aus Waldstetten! In diesem Jahr feiert die Firma Feifel-​Klappladen in der Hauptstraße 30 das 150-​jährige Bestehen. Von Manfred Laduch

WALDSTETTEN. Gegründet wurde das Unternehmen 1859 als Wagnerei von Johannes Frei am heute noch bestehenden Standort. Die Produktpalette wandelte sich in den Jahrzehnten mit den Anforderungen der Zeit. So wurden zeitweise Bau– und Transportwagen hergestellt – mit entsprechenden Fensterläden. Dieses Produkt blieb und wurde in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts millionenfach hergestellt. Da war der Firmennamen bereits geändert: Johannes Freis Enkeltochter hatte Alfons Feifel aus Bettringen geheiratet.
Dann löste der Rollladen den Klappladen in der Gunst der Bauherren ab – ein zweites Unternehmen wurde gegründet. Es musste vor zehn Jahren eingestellt werden, nachdem es von einem Großkunden mit einer großen Auftragssumme hängen gelassen worden war.
Ganz verdrängt hat der Rollladen den Klappladen freilich nie: Wo Altbauten saniert werden sollen oder ein Neubau in denkmalgeschützter Umgebung entsteht, ist er nach wie vor das Produkt der Wahl. Wobei hier das Holz als Werkstoff-​Angebot inzwischen mit Klappläden aus Aluminium oder Kunststoff ergänzt wurde.
Auch bei sehr hochwertigen Neubauten greifen Bauherren nach wie vor gern auf Klappläden zurück – die man auch nicht mehr von außen oder durchs offen stehende Fenster schließen muss, sondern dies automatisch von innen aus erledigen kann. Auf der Referenzliste der Firma Feifel finden sich dabei sehr illustre Namen.
Wobei die Firma selbst heute nicht mehr im Endkundengeschäft tätig ist, sondern die auf Maß gefertigten Produkte an Handwerksbetriebe zur Montage liefert. Die Fertigung liegt in den Händen von zwei Subunternehmen sowie einer eigenen Fabrik mit 14 Mitarbeitern. Die wurde schweren Herzens im benachbarten Ausland errichtet – der Zukunftsträchtigkeit wegen, weil die Klappladen-​Herstellung mit viel lohnintensiver Handarbeit verbunden ist.
Das Firmengelände im Herzen von Waldstetten wäre für die Produktion heute auch zu klein. Und für die vielfältig im Umfeld liegende Wohnbebauung stieße der Lärm von Holzbearbeitungsmaschinen auch kaum auf Begeisterung, sagt Monika Maier, Enkelin von Alois Feifel, die mit ihrem Ehemann heute das Unternehmen führt. Eine Werkstatt mit drei Beschäftigten gibt es allerdings dennoch: Am Stammsitz findet die Qualitätskontrolle der gelieferten Klappläden statt, die dort auch kommissioniert und mit Beschlägen versehen werden.
Fünf Personen sind darüber hinaus mit dem Vertrieb beschäftigt. Sie freuen sich natürlich besonders über Aufträge mit besonderem Renommee. So wurden tausende von Klappladen-​Flügeln für die Bauten des Euro-​Disneylands bei Paris geliefert. Und auch die Hausfassaden der Kulissen in der ARD-​Serie „Marienhof“ sind mit Feifel-​Klappläden versehen.
Im Neubau-​Bereich ist das Unternehmen mit selbst entwickelten Schiebeladen-​Systemen vertreten, wie man sie zum Beispiel an modernen Firmengebäuden aber auch Privathäusern findet.
 

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