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» Schwäbisch Gmünd | Montag, 23. November 2009

Irmgard Thutewohl gewinnt die 25. Gmünder Skatmeisterschaft /​Birgit Maisch wird Vierte und Birgit Reichert Fünfte

Bei der 25. Gmünder Skatmeisterschaft im Musikerheim der Gmünder Stadtjugendkapelle gewann mit Irmgard Thutewohl erstmals eine Frau den Titel. Zwei weitere Damen landeten unter den besten Fünf. Die Frauen „zogen den Männern also die Hosen aus“.

SCHWÄBISCH GMÜND (rz). 24 Jahre lang war die Gmünder Skatmeisterschaft eine Domäne der Männer: Gemessen an der Beteiligung, aber auch am Erfolg. 23 Männer (einer doppelt) haben bisher den Titel gewonnen, doch am Freitagabend war im Musikerheim der Stadtjugendkapelle alles anders. Ganz anders. Mit Irmgard Thutewohl hat nicht nur eine Frau gewonnen, sondern sie hat den Männern – um in der Skatsprache zu bleiben – ganz ordentlich die Hosen ausgezogen. Nach einer Superrunde mit 1832 Punkten und 1325 in der zweiten Serie hatte sie am Ende über 500 Punkte Vorsprung. Deutlicher geht es nicht mehr. Und nicht nur das: Unter den fünf Erstplatzierten waren drei Frauen. Respekt!
Die 25. Gmünder Skatmeisterschaft sollte etwas Besonderes werden hatte Organisator Heinz Strohmaier im vergangenen Jahr bei der Siegerehrung der 24. Meisterschaft versprochen. Er hat Wort gehalten, denn die rund 60 Preise, die am Ende verteilt wurden, hatten einen Gesamtwert von weit über 4000 Euro. Allein der Siegerpreis, eine Dreitagesreise („Der Rhein in Flammen“) für zwei Personen, stellt einen Wert von 560 Euro dar. Dazu hatte die Heubacher Brauerei für jede/​n Teilnehmer/​in eine Geschenkpackung Bier zur Verfügung gestellt. Und so wurde an den 42 Tischen um jeden Punkt, um jedes „Auge“ gekämpft. Entsprechend wurden in diesem Jahr weniger Spiele verloren als in den Jahren zuvor.
Trotzdem verliefen alle 3360 Spiele sehr, sehr fair. Kein einziges Mal musste das Schiedsgericht eingreifen, keinen Streit schlichten – nur die eine oder andere Frage beantworten.
Das Teilnehmerfeld war bunt zusammengewürfelt. Die meisten kennen sich seit Jahren, entweder über den Skatverein oder ganz einfach durch Teilnahme an der Gmünder Stadtmeisterschaft. Für ambitionierte Hobby-​Skatspieler ist diese Meisterschaft ein Muss, für Vereinsspieler ohnehin, weil bei keinem anderen Turnier im weiten Umkreis so viele und wertvolle Preise bei relativ geringem Einsatz zur Verfügung stehen.
Noch am Freitag hatte die Rems-​Zeitung geschrieben: Der größte Wunsch der Veranstalter ist, dass endlich einmal eine Frau das Turnier gewinnt. Der Wunsch ist in Erfüllung gegangen und mit Irmgard Thutewohl hat eine passionierte Skatspielerin gewonnen, die schon oft an der Gmünder Skatmeisterschaft mitgespielt hat, aber noch nie ganz weit vorne gelandet ist. Wer Irmgard Thutewohl kennt, der weiß, dass sie schon einmal deutsche Meisterin gewesen ist. Sie kann also spielen, wenngleich sie nicht verhehlt, dass ihr vor allem in der ersten Serie „der Rotz schon ein bisschen bergauf gelaufen“ ist. 1832 Punkte hatte sie nach der ersten Runde auf dem Konto. Damit war schon klar, dass sie sich in der zweiten Serie nur an Tisch eins mit einem ordentlichen Ergebnis durchsetzen musste, um das Turnier zu gewinnen. Die Spieler an Tisch zwei lagen zum Teil schon um über 500 Punkte zurück.
Aber sie hatte am Tisch dann einen hartnäckigen Konkurrenten, der nur 80 Punkte zurücklag und natürlich auch Meisterhoffnungen hegte. Doch Oliver Glass „patzte“: 278 Punkte, am Ende „nur“ Platz 26. Enttäuscht musste er aber auch zugeben: Selbst vergeigt! Einen Grand schlecht gespielt, verloren und damit mindestens 20 Plätze zurückgefallen.
Auch Sbigniew Kulay (1565) konnte mit seinen 966 Punkten in der zweiten Serie der späteren Gewinnerin nicht mehr gefährlich werden. Kulay, ein eher offensiver Spieler, hat diesesmal auf Sicherheit gespielt. Kein Spiel verloren, aber auch ein paar zuwenig gewonnen. Am Ende Platz drei hinter Giovanni Sambucco, der am zweiten Tisch seinen 1478 Punkten noch 1138 folgen ließ und damit eine weitere Dame, Ingrid Fischer, auf Distanz halten konnte.
Dafür rutschten zwei weitere Frauen unter die besten Fünf: Birgit Maisch (2472) und Birgit Reichert (2456), die mit ordentlichen Resultaten ihr Punktekonto aufbesserten. Birgit Maisch hat mit ihrer Punktzahl dazu beigetragen, dass ihr Team („Wilder Süden“) den Mannschaftspreis (gestiftet von der KSK Ostalb) gewonnen hat. Hier hatte das Team von Schipp Sieben Gmünd ein bisschen „Pech“. Die Auslosung hatte ergeben, dass aufgrund der Ergebnisse der ersten Serie drei vom Viererteam des Vorjahressiegers zusammen an einem Tisch spielen mussten und sich gegenseitig die Punkte wegnahmen.
Der Beste im zweiten Durchgang war Bernhard Schönwälder mit 1612 Punkten. Weil er aber zuvor nur 740 Punkte gemacht hatte, konnte er nur noch auf Platz acht vorrücken.
Die Siegerehrung begann um Punkt Mitternacht. Weil sich jeder aber seinen Preis heraussuchen darf, zieht sich dieses Zeremoniell meist über eine halbe Stunde hin. Klar war, dass sich Irmgard Thutewohl den Reisegutschein nicht entgehen ließ. Danach erhielten die vier besten Teams der Mannschaftswertung ihre Barpreise, und nach mehr als fünf Stunden war auch diese 25. Gmünder Skatmeisterschaft erfolgreich zu Ende gegangen. Die 26. Meisterschaft steht heute schon wieder fest: Am Freitag nach dem Buß– und Bettag im November 2010. Und weil RZ-​Sportredakteur Patrick Tannhäuser in den vergangenen Jahren sich schon so gut eingearbeitet hat und seine Computerauswertung aus dem Effeff beherrscht, könnte er demnächst in die Fußstapfen des „Vaters“ der Gmünder Skatmeisterschaft, Heinz Strohmaier, treten, der 25 Jahre lang alles im Griff hatte, aber endlich auch einmal selbst mitspielen will.
 

Kommentare

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  1. Kein Wuder
    Wer schon einmal mit/gegen Irmgard Thutewohl Skat gespielt hat, wundert sich nicht über diesen Erfolg. Herzlichen Glückwunsch
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