Thomas Seitz, Jugendsachbearbeiter der Polizei, an der Heinrich-Prescher-Schule in Gschwend /Was ist Happy Slapping?
„Fröhliches Schlagen“ – ein Widerspruch in sich, sollte man meinen. Jedoch ein sehr ernst zu nehmendes Thema, dem sich Thomas Seitz, der Jugendsachbearbeiter der Polizei dieser Tage an der Heinrich-Prescher-Schule in Gschwend unter anderem widmete.
GSCHWEND
(pm). Der Beamte referierte zum Thema „GEWALTige Medien“, zu dem der Elternbeirat die Gschwender Eltern einlud. Angesprochene Medien waren vor allem das Handy und das „world wide web“. Seitz machte darauf aufmerksam, dass viele Jugendliche die Medien nicht nur exzessiv nutzen, sondern sich mit bestimmten Handlungen auch strafbar machen. Viele Eltern wüssten im Prinzip kaum, was ihre Kinder mit dem Arsenal an Möglichkeiten, das ihnen Handy und Internet bieten, machen. „Happy slapping“ – fröhliches Schlagen – hört sich ganz harmlos an, doch so werden meist mit dem Handy aufgenommene Filme bezeichnet, bei denen Gruppen von Jugendlichen aus Spaß ein Opfer zusammen schlagen.
Seitz ging nicht so sehr auf die psychischen Folgen für den einzelnen Betrachter ein, noch sprach er dabei die Verrohung der Gesellschaft an. Ganz pragmatisch versuchte er an harmloseren Beispielen den Eltern den Rechtsrahmen der Medienwelt nahe zu bringen.
Schon allein der Besitz von bestimmten Bildern oder das zugänglich Machen von illegal hergestellten oder heruntergeladenen Bildern ist strafbar. Vor allem im Internet ist der Schritt zu einer „kriminellen Handlung“ recht klein, so Seitz. „Schnell macht man sich älter, um bestimmte Geschäftsbedingungen akzeptieren zu können. Damit bekommt man zwar das begehrte Referat, aber schon hat man betrogen.
Immer jüngere Kinder treiben Missbrauch mit ihrem Handy
Eine völlig überhöhte Rechnung für dieses Schriftstück kommt zwar selten vor, flattert dann aber doch hin und wieder ins Haus“. Auch der oft praktizierte Download für kostenlose Musikdateien und das damit verbundene Bereitstellen für andere User ist Unrecht. Und nicht selten werden in bestimmten „communities“ bedroht, beleidigt oder veränderte Fotos in Umlauf gebracht.
Auch wenn vieles von dem was vorgetragen wurde, den Eltern neu war, den Schülern sind diese Dinge nicht unbekannt. Unbekannt ist ihnen oft nur der dazugehörende Rechtsrahmen. Deshalb kommt Seitz auch gerne zu den Schülern und klärt in den jeweiligen Klassen auf. Während er diesen Vortrag früher hauptsächlich in
8. oder
9. Klassen hielt, fängt er jetzt schon häufig in der
5. oder
6. Klasse damit an.
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