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» Schwäbisch Gmünd | Sonntag, 29. November 2009

Der Gmünder Multischaffer Hasso Kaiser erhielt gestern das Bundesverdienstkreuz

In vielen Ehrenämtern und mit seinem Beruf hat er – für die Stadt Schwäbisch Gmünd gewinnbringend – den fast unglaublichen Bogen vom Altertum bis in die Zukunft geschlagen: Hasso Kaiser erhielt das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

SCHWÄBISCH GMÜND (hs). Ein „Multischaffer“, ein „Mehrfachtalent“, stets verbunden mit den Tugenden der Ausdauer, des Ehrgeizes und einer wissenschaftlichen und sozialen Verantwortung gegenüber der Geschichte und der Menschen dieser Stadt. So lässt sich all das zusammenfassen, was Erster Beigeordneter Dr. Joachim Bläse und Staatssekretär Dr. Dietrich Birk, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, gestern im Refektorium des Prediger zum Ausdruck brachten, um die außergewöhnliche Persönlichkeit von Hasso Kaiser zu würdigen. „Wenn das Herz voll ist, sprudelt der Mund“, schmunzelte eingangs Bürgermeister Bläse und beschrieb es als Herzensanliegen, mit dieser hohen Auszeichnung zum Ausdruck zu bringen: „Wir haben ihnen sehr, sehr viel zu verdanken.“ Bläse wie Birk beschrieben ausführlich den ehren– und hauptamtlichen Werdegang Kaisers. Beruflich stand am Anfang eine Ausbildung zum Industriekaufmann, gefolgt von einem Studium. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere war Hasso Kaiser Chef des Gmünder Traditionsunternehmens Degussa, dessen Wurzeln in die Historie der Gold– und Silberstadt reichen. Daraus ist Umicore geworden, ein zukunftsgerichtetes Unternehmen, das sich weltweit in der Galvano-​Hochtechnologie engagiert und eine führende Position erarbeitet hat.
Diese Unternehmensgeschichte, so kam mehrfach zum Ausdruck, trägt die Handschrift Hasso Kaisers. Um Kräfte und Wissen zu bündeln, gehört Hasso Kaiser auch zu den Gründern und Motoren mehrerer Netzwerke der Oberflächentechnik und gibt sich zudem mit Rat und Tat als absoluter Fan und Förderer des Gmünder Forschungsinstituts für Edelmetall und Metallchemie zu erkennen. Staatssekretär Dr. Dietrich Birk betonte die hohe Wertschätzung, die Hasso Kaiser mit seinem globalen Denken und seiner lokalen Handlungsweise genießt. Es sei ihm gelungen, die Wertschöpfung der Zukunftstechnologie in dieser Region zu halten und gleichzeitig die Firma Umicore zu einem weltweit führenden Anbieter und Entwickler im Bereich der Oberflächentechnik zu formen. Kaiser sei der Pionier dieser Erfolgsgeschichte. Auch Prof. Dr. Uwe Landau von der Deutschen Gesellschaft für Galvano– und Oberflächentechnik bestätigte in seiner Laudation diese Einschätzung.
Vorbildcharakter habe Hasso Kaiser, so gingen die Festredner übereinstimmend auf eine weitere leidenschaftliche Rolle des Geehrten ein, auch als ehrenamtlicher Beauftragter für Archäologie und Denkmalschutz im Raum Schwäbisch Gmünd. Spektakuläre Funde aus der Frühgeschichte und besonders aus der Römerzeit gehen auf das Ehrenamts-​Konto dieses „Dieners der Wissenschaft“ (Birk).
Bürgermeister Bläse erinnerte an die enormen Verdienste Kaisers und seiner Mitstreiter vom Arbeitskreis Archäologie bei Pflege und Zustandekommen der heutigen Schaustätten am Schirenhof und im „Römerwald“, wo Bürgern und Besuchern der Stadt die großartige römische Heimatgeschichte vor Augen geführt werden kann.
Hasso Kaiser sagte in seiner Rede, dass er bei so viel Lob verlegen werde. Er danke allen Wegbegleitern und Menschen, die „mir vertraut haben und die sich von mir begeistern ließen.“ Stellvertretend für alle diese Helfer nehme er diese Ehrung entgegen. Ein riesengroßes Dankeschön widmete er auch seiner Familie.
Hochinteressant dann seine Ausführungen, wie er sogar nutzbringend den Bogen von interessanten archäologischen Funden zur Zukunftsforschung beispielsweise für eine neue Oberflächenlegierung schlagen konnte. Auch, wie er weltweite Karriereangebote ablehnte, weil er hier in dieser Heimatstadt mit Herz, Seele und Verstand verwurzelt ist.
 

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