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» Sport | Montag, 30. November 2009

Boxen: Der Großdeinbacher steigt in einer Woche in der Arena Ludwigsburg gegen Mile Nikolic in den Ring

Noch ist Artur Hein als Profiboxer in zehn Kämpfen ungeschlagen und das soll auch noch in acht Tagen nach dem Kampf gegen Mile Nikolic in der Arena Ludwigsburg so sein. Deshalb bereitet er sich seit Wochen mit seinem Trainer Karsten Röwer intensiv auf diesen Kampf vor. Es wird auf jeden Fall ein besonderer Abend für den 24-​Jährigen werden, darf er doch erstmals in der Nähe seiner Heimat antreten.

Müde und völlig erschöpft ist Artur Hein nach der ersten Einheit am gestrigen Freitag. Seit Wochen schindet er sich gemeinsam mit Trainer Karsten Röwer, um in acht Tagen in bester Verfassung in Ludwigsburg gegen Mile Nikolic in den Ring steigen zu können. Ein noch härteres Programm als vor seinen ersten zehn Profi-​Kämpfen hat sich der Großdeinbacher auferlegt. Dies hat auch einen Grund: Zum ersten Mal darf er als Berufsboxer in der Nähe seiner Heimat ran. Viele Freunde und Bekannte haben sich schon Tickets für das Duell in der Arena Ludwigsburg besorgt und wollen ihren Artur natürlich siegen sehen. Es wäre der elfte Erfolg im elften Kampf. Ein Ziel für das Hein gerne hart arbeitet. „Das war heute die letzte harte Einheit. Wir haben ein bisschen mehr gemacht als sonst“, erzählt der 24-​jährige Halbschwergewichtler nach der gestrigen Einheit.
Länger und intensiver wurde trainiert. Drei Wochen wurden die Grundlagen in Kraft und Ausdauer gelegt, ehe es in den letzten 14 Tagen darum ging, an der Technik zu feilen und viele Sparringskämpfe zu absolvieren. „Ich fühle mich gut. Ich bin gut vorbereitet“, merkt Hein schon jetzt, dass er für die Entbehrungen der vorangegangen Wochen mit einer guten Fitness belohnt wird. Zurücklehnen darf er sich zwar noch nicht, aber der Trainingsumfang wird in den letzten Tagen vor dem Kampf nun deutlich reduziert. Am kommenden Donnerstag wird der Wahl-​Berliner in der Barockstadt anreisen. Einen Tag später findet dann das offizielle Wiegen statt. Dafür muss Hein noch ein halbes Kilo „abkochen“. Kein Problem für den Modellathleten, andere Boxer muten da ihrem Körper kurz vor dem Kampf ganz andere Strapazen zu. „Ich habe relativ früh angefangen Gewicht zu machen, das ist nun kein Problem“, darf sich Hein nun mit anderen Dingen beschäftigen. Am Wochenende will er mit seinem Trainer den Marschplan für das Duell mit dem 26-​jährigen Serben entwickeln. „Ich habe mich bisher kaum mit dem Gegner beschäftigt“, so Hein. Umso intensiver wird nun an den nächsten beiden Tagen Mile Nikolic analysiert. Videos von seinen bisherigen sechs Kämpfen hat sich Hein schon besorgt. Die Statistik seines Gegenüber ist nur wenig aussagekräftig. Drei Siegen stehen drei Niederlagen gegenüber, wobei Nikolic die Siege in den vergangenen drei Kämpfen feierte. Waren die Gegner so schlecht, oder hat der Serbe einen enormen Qualitätssprung hinter sich? Das ist eine der Fragen, die es für Hein und Röwer zu beantworten gilt.
Für Hein ist das alles erst einmal zweitrangig. Er freut sich nur darauf endlich einmal nahe seiner Heimat zu boxen. „Das ist mir sehr wichtig. Ich habe es mir schon lange gewünscht, aber bisher hat es nicht geklappt“, so der 24-​Jährige. Umso schöner ist es für ihn nun in der neuen Ludwigsburger Arena vor 7000 Zuschauern in den Ring steigen zu dürfen. „Das ist ja fast bei mir im Wohnzimmer“, sagt Hein lachend.
 

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