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» Ostalbkreis | Montag, 30. November 2009

Kooperation: Elternarbeit der Franz-​von-​Assisi-​Schule und Katholische Erwachsenenbildung Bildungswerk Ostalbkreis

Knapp 90 Eltern konnte Realschulrektor Stefan Willbold am vergangenen Dienstag in der Franz-​von-​Assisi-​Schule zu einem Informationsabend über das Thema „Pubertät“begrüßen.

WALDSTETTEN (pm). Irmgard Kolb und Kornelia Spiegler von der Katholischen Erwachsenenbildung informierten über Erziehung und Pubertät und stellten gleichzeitig das Kurskonzept vor, das ab Januar für Eltern an der Schule läuft.
„Wir wollen etwas für und mit unseren Eltern tun“, so Rektor Stefan Willbold und dabei sei ihm auf der Suche nach außerschulischen Kooperationspartnern wichtig gewesen, dass diese auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes arbeiten
. Spiegler und Kolb gingen im Folgenden auf den Jugendlichen in der Pubertät ein: „Die Pubertät trifft alle Familien mehr oder weniger und fordert alle Beteiligten heraus. Eltern verstehen ihre Kinder nicht mehr, nichts mehr an ihrem Verhalten ist planbar. Aus Angst um die Kinder und Jugendlichen reagieren Eltern häufig in zwei Extremen — entweder mit überzogenen Maßnahmen oder sie schieben den Erziehungsprozess von sich“.
Somit lebten die Erwachsenen im Spannungsfeld zwischen Freiheit lassen und Grenzen setzen, zwischen loslassen und halten. Der angebotene KESS-​Kurs wolle Eltern Gelassenheit ermöglichen, da hier konkrete Handlungsmöglichkeiten im Erziehungsalltag aufgezeigt und eingeübt werden — KESS steht für K wie kooperativ, E wie ermutigend, S wie sozial und S wie situationsorientiert.
Neben der Kenntnis der sozialen Grundbedürfnisse und der Lebenswelt der Jugendlichen geht es hier darum durch elterliche Präsenz, konstruktivem Umgang mit Konflikten und einem positiven Blick auf das Verhalten des Jugendlichen das Miteinander erlebnisreich und spannend zu erleben und zu gestalten. Dabei darf natürlich der Blick auf sich selbst, also die Situation der Eltern und die Sorge für sich, nicht zu kurz kommen.
Für die Jugendlichen ist es wichtig, dass Eltern in dieser Zeit Halt geben, Verständnis und Interesse zeigen und Gesprächsbereitschaft signalisieren. Die elterliche Präsenz drückt sich im Setzen von Grenzen, gemeinsamem Formulieren von Regeln, Einübung von Ritualen und der Vermittlung der eigenen Werte aus. Die beiden Referentinnen Kolb und Spiegler verstanden es hier ausgezeichnet die theoretischen Inhalte des Vortrags mit Erfahrungen aus ihrem eigenen Erziehungsalltag zu füllen.
Dies sei im Übrigen auch eine wesentliche Stärke des Kurses: Der Austausch mit anderen, die in einer ähnlichen Situation sind, wie man selbst.
Die Franz von Assisi-​Schule strebt mit keb Bildungswerk Ostalbkreis eine langfristige Kooperation an, die nach Wunsch des Schulleiters auch die Inhalte des Erziehungskonzepts in die Lehrerfortbildung einbinden möchte. Wenn Eltern und Lehrer hier gemeinsam nach demselben Konzept vorgingen, wäre dies ein weiterer Ausdruck für die Kooperation zwischen Schule und Elternhaus.
Den beiden sehr fachkundigen Referentinnen wurden einhellig positive Rückmeldungen gegeben. Dies drückt sich nicht zuletzt darin aus, dass ab Januar zwei Kurse an der Franz von Assisi-​Schule voll belegt sind.
 

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