Lorcher Schenkelbatscher nach drei Jahren Pause wieder auf der Bühne /Erfolgreiche Neuauflage des Stücks Der Meisterboxer
Drei Jahre lang war Theaterpause beim TSV Lorch. Jetzt spielen sie wieder, die Schenkelbatscher. Und wie. Zum 125-jährigen Jubiläum des Vereins gab es mit dem „Meisterboxer“ ein Stück, das bereits vor vielen Jahren von der Gruppe gespielt wurde, aber in der Neuauflage nochmals getoppt wurde.
LORCH (rz). Garant war, allen voran, der „erfundene“ Meisterboxer
Dr. Hermann Pflüger, dessen sportlichen Erfolge auf der Bühne nur darin bestanden, sich mit fremden Federn zu schmücken. Doch das ging nur solange gut, bis der namensgleiche Meisterboxer (Robert Bareiss) auftauchte und den vermeintlichen Champion enttarnte. Eingebrockt hatte ihm die Suppe sein Teilhaber an der Marmeladenfabrik, Hugo Hecht (gespielt von Erich Scheuing, der auch Regie führte), der auch Notar Tobias Wipperle von seiner genialen Idee überzeugen wollte. Dass das dann irgendwann schief gehen musste, war klar. Wipperle, der von Rainer Molt mehr als brillant gespielt wurde, hatte danach noch mehr unter seiner Frau Amalie (Kerstin Kontermann) zu leiden, ehe er stark alkoholisiert seiner Gattin endlich zeigte, wer die Hosen anhat und sich von ihr nicht mehr vorschreiben lässt, wie und was er essen darf.
Doch der richtige Meisterboxer Friedrich Breitenbach brachte die Fabrikantenfamilie ordentlich durcheinander. Mutter Adelheid (Christel Melzer) konnte ihrem Mann die erfundene Geschichte mit dem Boxen zwar noch verzeihen, doch nicht das vermeintliche Techtelmechtel mit der Tänzerin Coletta Corolani (Ulrike Christ). Doch die war auf der Suche nach dem jüngsten Breitenbach (Benny Meske), während sich der wahre Boxchampion am Ende die Tochter des Hauses, Lotte (Romina Capezzuto), als Trophäe seiner Bemühungen angelte.
Absoluter Höhepunkt des Abends war der Einmarsch von Fabrikant Breitenbach, der sich als Meisterboxer feiern lassen wollte, dabei hatte gar kein Kampf stattgefunden. Aber Hermann Pflüger zelebrierte diesen Part so wie die Inthronisierung eines Kaisers. Am Ende war das Publikum, um in der Boxersprache zu bleiben, stehend k.o. Vor lauter Lachen, Beifall und Staunen, was die „neue“ Theatergruppe da auf die Beine gestellt hatte. Die ersten beiden Veranstaltungen übers Wochenende waren ausverkauft.
Vier weitere Aufführungen folgen:
4. und
5. Dezember sowie
11. und
12. Dezember, jeweils um
20 Uhr in der Lorcher Stadthalle. Es gibt noch Karten bei Fotostudio Dieterle in Lorch.
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