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» Schwäbisch Gmünd | Donnerstag, 05. November 2009

Baubürgermeister Julius Mihm stellte gestern eine überarbeitete und vor allem flexible Planung vor

Bei den Planungen für die Landesgartenschau geht es jetzt zügig vorwärts. Diesen Eindruck vermittelten Baubürgermeister Julius Mihm und Gartenschaumanager Karl-​Eugen Ebertshäuser, als sie gestern eine überarbeitete und flexible Gestaltung vor allem für den Verkehrsablauf vorstellten.

SCHWÄBISCH GMÜND (hs). Zentrale Aussage des neuen Baubürgermeisters im Pressegespräch sowie bei der anschließenden Präsentation im Bau– und Umweltausschuss des Gemeinderats: „Wir haben erkannt, dass wir bei den Untermarchtaler Schwestern einen wichtigen Partner für die Landesgartenschauplanung haben.“ Er meinte damit insbesondere die Einrichtungen des Gehörlosenzentrums St. Josef, die sich bislang übergangen fühlten und die gegen das ursprüngliche Verkehrskonzept mit einer neuen Kroatenbrücke heftigen Protest eingelegt hatten. Er, Mihm, wolle nicht bewerten, was bislang passiert sei, sondern jetzt nach vorne schauen. Ganz konkret: Die Stadtverwaltung verfolgt die Pläne für den Bau einer Autobrücke anstelle des Kroatenstegs nicht weiter, womit auch die Gefahr abgewendet wird, dass sich rund um St. Josef sowie an weiteren Sozialeinrichtungen an Katharinen– und Rektor-​Klaus-​Straße ein wachsender Verkehrsstrom entwickeln könnte.
Als Alternative zu einer festgezurrten Zukunftsplanung für die Verkehrsabläufe vor, während und nach der Landesgartenschau beiderseits des Josefsbachs zeigte der Baubürgermeister gestern nun eine betont flexible Vorgehensweise auf. Er plädierte dafür, die Robert-​von-​Ostertag-​Straße zwar für die Dauer der Landesgartenschau komplett zu sperren (immer jedoch mit Anliegerregelungen), diese Allee auch als beschaulichen Boulevard attraktiv herzurichten, jedoch hernach alle Optionen offenzuhalten. Der Gemeinderat könnte dann auf der Grundlage der Erfahrungen entscheiden, ob nach 2014 die Robert-​von-​Ostertag-​Straße für die Autofahrer wieder im Begegnungsverkehr geöffnet wird oder eine Einbahnstraßenregelung kommt. Immerhin gehe es um eine Verkehrsbelastung von rund 10 000 Fahrzeugen pro Tag. Besonders aber auch um die wichtige Frage einer Querverknüpfung der Einkaufszentren Bocksgasse und Ledergasse. Der Parlermarkt bleibe auf jeden Fall erreichbar. Keine Probleme sieht Julius Mihm für das Aufrechterhalten der Busverbindungen in diesem westlichen Kernstadtbereich. Die Omnibusse könnten den Bogen durchs Landesgartenschaugelände fahren, um damit auch ein vielerorts problemloses, ja sogar vorteilhaftes Miteinander von Fußgängern und ÖPNV zu praktizieren. Die Interessen von allen Beteiligten will der Baubürgermeister nicht in einer Gegnerschaft, sondern in einer Partnerschaft unter einen Hut bringen. Endgültige Lösungen sollen aus praktischen Erfahrungswerten heraus Gestalt annehmen. Allein schon die Baustellenzeit für die Neugestaltung des gesamten Gebiets zwischen Stadtgarten, Ledergasse und Bocksgasse werde zeigen, ob und wie es in der Verkehrserschließung am besten funktioniert. Erwartungsvoll blickt Karl-​Eugen Ebertshäuser namens der Landesgartenschaugesellschaft der bevorstehenden Umbauepoche entgegen. Er kommt ins Schwärmen, wenn er das enorme Gestaltungspotential im Bereich Josefsbach beschreibt. So die einladende Optik des Ensembles Torhäusle (heute noch Taxizentrale) und Fünfknopfturm, um Besucher aus dem Stadtgarten in Richtung Altstadt zu lotsen. Vorgesehen ist auch die Freilegung und Restaurierung der mittelalterlichen Bogenbrücke vor dem Fünfknopfturm, die noch unter einem Betondeckel verborgen ist. Im Uferbereich liegen sogar noch Kasematten und ein unterirdischer Gang im einstigen Zwinger der dortigen Stadtbefestigung. Sozusagen eine „Ritterburg“ mitten in Stadt und Landesgartenschaugelände, was allein schon die absolute Attraktion für Besucher und Bürger der Gartenschaustadt 2014 wäre.
 

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