Bündnis für Arbeit stellte ein neues Projekt vor, das Ausbildungsabbrüche verhindern soll
Im Januar startet am Berufsschulzentrum in Aalen ein neues Projekt, das verhindern soll, dass Jugendliche ihre Ausbildung abbrechen und ihr Lehrverhältnis lösen. Es kostet 20 000 Euro und wird zu gleichen Teilen finanziert aus Mitteln des Fördervereins Regionales Bündnis für Arbeit und des Europäischen Sozialfonds (ESF).
Von Viktor Turad
OSTALBKREIS. Die Anforderungen in der Ausbildung wachsen immer mehr, gleichzeitig sind die Betriebe angesichts der anhaltenden Finanz– und Wirtschaftskrise vollauf mit sich selbst beschäftigt und haben keinen Kopf für andere Probleme, sagt der Leiter der Kaufmännischen Berufsschule in Aalen, Hartmut Schlipf. „Die Herausforderungen sind heute höher und damit ist auch der Betreuungsaufwand größer als früher.“
Zwar sei die Zahl der Schüler, die die Ausbildung abbrechen, gering, geschätzte drei bis vier Prozent der
3300, die am Berufsschulzentrum in Aalen in der Ausbildung sind, aber sie wachse. Aufgabe der Gesellschaft aber sei es, sich aller Jugendlichen anzunehmen, damit sie ihren Weg im Beruf machen können. Daher wird am Berufsschulzentrum in Aalen eine Halbtagsstelle für eine Mitarbeiterin geschaffen, die künftig Ansprechpartnerin für die jungen Leute ist.
Herbert Mayer vom Berufsausbildungswerk (
BAW) betreut im Rahmen des so genannten Kümmerer-Projekts Jugendliche, die sich um eine Lehrstelle bemühen. Es wird bereits vom Bündnis für Arbeit gefördert. Nun soll das Augenmerk zusätzlich auf die Jugendlichen gerichtet werden, die zwar einen Ausbildungsplatz haben, aber dabei sind, die Lehre abzubrechen. Dass ein Abbruch droht, dafür gibt es Anzeichen, sagte Iris Schill vom Ausbildungsring Ostwürttemberg, dem Träger des neuen Projekts „Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen“, im Haus der Katholischen Kirche, wo das Bündnis für Arbeit es vorstellte.
Etwa, wenn Jugendliche die Schule schwänzen, wenn das Berichtsheft nicht geführt oder Hausaufgaben nicht gemacht werden. Dieser Jugendlichen wird sich künftig eine Arbeitspädagogin annehmen, und zu ergründen versuchen, warum die Ausbildung vorzeitig beendet werden soll. Denn, sagt Iris Schill, „wer den Grund kennt, kann etwas dagegen tun.“ Die Gründe können im Elternhaus oder im sozialen Umfeld liegen, es kann aber auch die Chemie im Betrieb nicht stimmen. Dabei könne man Ausbildungsabbrüche verhindern, wenn man die Schwierigkeiten rechtzeitig erkenne und die Probleme löse.
Das Bündnis für Arbeit ist von sich aus aktiv geworden, machte dessen stellvertretender Vorsitzender, der katholische Dekan
Dr. Pius Angstenberger, deutlich. Es habe geprüft, wo man gezielt vor Ort helfen könne und sei im Gespräch mit den Berufsschulen und der Agentur für Arbeit auf die Jugendlichen gekommen, die mit dem Gedanken spielen, die Ausbildung abzubrechen. Um sie können sich Schule, Betrieb und Jugendberufshelfer nicht in ausreichendem Maße kümmern.
Das neue Projekt will das Bündnis für Arbeit möglichst lange fördern. Dies ist aber nur möglich, wenn weiter in ausreichendem Maße Mitgliedsbeiträge und Spenden zur Verfügung stehen.
Der Vorstand hat in seiner jüngsten Sitzung außerdem
7000 Euro für das Qualifizierungszentrum des Sozialdienstes im Kaufhaus der Caritas Ostwürttemberg bewilligt. Dabei geht es darum, Menschen sozial zu stabilisieren und es ihnen zu ermöglichen, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Mit
8000 Euro unterstützt wird das Projekt Teilzeitausbildung der Arbeitslosenselbsthilfeorganisation
a.l.s.o. in Schwäbisch Gmünd. Zielgruppe sind junge Eltern und Alleinerziehende mit einem erhöhten Förderbedarf. Fazit der Geschäftsführerin des Bündnisses, Hildegard Seibold: „Die Förderung dieser drei Projekte ist wenigstens ein kleines Hoffnungszeichen.“ und um der Seite einen Schwerpunkt zu geben.
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