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» Sport | Montag, 09. November 2009

Kunstturnen, 1. Bundesliga: Trotz 24:53-Niederlage gegen Hannover ist der Klassenerhalt des TV Wetzgau gesichert

Zwei Gerätesiege reichen den Wetzgauer Turnern, um die Klasse zu halten. Dank Straubenhardter Schützenhilfe kann der TVW beim Wettkampf beim designierten Absteiger Heidelberg entspannt aufturnen. Und: Nach dem erneuten Klassenerhalt darf man bald wohl von mehr träumen.

Das Comeback des deutschen Ausnahmeturners Fabian Hambüchen bei seinem Heimatverein KTV Straubenhardt kam für den TV Wetzgau zur rechten Zeit. Dank des Straubenhardter Kantersieges (siehe Artikel rechts) gegen Konkurrent Heidelberg ist den Wetzgauern bereits vor dem letzten Wettkampftag der Klassenerhalt im deutschen Kunstturn-​Oberhaus nicht mehr zu nehmen. Chefcoach Paul Schneider und Otto Baur hielten sich aber nicht lange mit den Klassenerhalts-​Feierlichkeiten auf. Bereits am Sonntagabend brüteten die beiden schon wieder an der taktischen Marschroute für den Auswärtswettkampf in Heidelberg. Wer tritt wann wo an – auch wenn das Ergebnis beim designierten Absteiger letztlich zweitrangig ist, überlässt man nichts dem Zufall, denn der TVW möchte sich mit einem Sieg aus der Saison verabschieden.
Dieser war am vergangenen Samstag aber außer Reichweite. Verdientermaßen unterlagen die Wetzgauer dem Niedersächsischen Turnteam aus Hannover, welches um den dritten Tabellenrang kämpft, mit 24:53. „Mit einem Sieg war von vorne herein nicht zu rechnen“, relativierte Paul Schneider das Ergebnis.
Zwei Gerätesiege könnten reichen – darauf waren Athleten und Zuschauer eingeschworen. Schon am Boden gelang dem TVW mit 6:5 der erste Erfolg. Grünewald und Liebrich sorgten für die Punkte. Dabei profitierte Liebrich von einer schwachen Vorstellung Andreas Bretschneiders.
Die Übungen am Pauschenpferd gerieten für einige Athleten zum Rodeo-​Ritt. Daniel Popescu bildete die Ausnahme. An „seinem“ Gerät unterstrich der Rumäne seine Weltklasse, schwebte mehr über den Pauschen als dass er sie bearbeitete, und holte mit einer fehlerfreien Übung vier Score-​Points für die Gastgeber. Nachdem Liebrich einen Punkt abgeben musste, verturnte NTT-​Athlet Murat Yildirim seine Übung völlig. Sven Brückner, den Paul Schneider noch noch einmal zu einer Rückkehr überredet hatte, setzte aber noch einen drauf und stieg gleich dreimal ab. Danach blieb Youngster Simon Kuntner ebenfalls chancenlos.
Nachdem auch die Ringe mit 2:12 klar an den Gegner aus Hannover gegangen waren, schien klar: Der Sprung muss es richten. Während Tobias Wolf und Dominik Pfeifer es ihren Kontrahenten einigermaßen schwer machten, sorgten Popescu und Liebrich, die zusammen 22 der insgesamt 24 TVW–Punkte erkämpften, für den zweiten Gerätesieg der Wetzgauer – das Soll war erfüllt. Mehr wurde es aber auch nicht. Zwar hätte der Barren nicht verloren gehen müssen, – Popescu kam nur zu einem Unentschieden, Brückner leistete sich abermals einen Patzer und machte damit seinen persönlichen rabenschwarzen Tag perfekt – doch auch am Reck behielten die Hannoveraner deutlich die Oberhand. „Wir sind keine Maschinen, und Fehler passieren“, nimmt Schneider seine Männer in Schutz. „Auch wenn es am Samstag zu viele waren.“
„Nächstes Jahr werden wir uns steigern“ – Wetzgau will nicht mehr nur gegen den Abstieg turnen
Mit der neuen Halle soll vieles besser werden. Von den neuen Trainingsbedingungen, unter denen höhere Schwierigkeitsgrade wesentlich komfortabler eingeübt werden können, können vor allem die jungen Turner profitieren. Denn klar ist: Der Klassenerhalt ist den TVW–Eliteturnern wie Helge Liebrich und Daniel Popescu zu verdanken. Der Rest des Teams folgt mit großem Abstand. Gegen Hannover, das nicht mit ganz großen Namen bestückt ist, reichte das nicht. Das ausgeglichenere Kollektiv gewann. „Natürlich sind wir nicht optimal besetzt“, erklärt Schneider. „Doch das wird sich ändern!“ Denn bereits in der nächsten Saison soll die neue Trainingsumgebung Wirkung zeigen. Dann könne man, so der Chefcoach, endlich um Platzierungen statt gegen den Abstieg kämpfen. Eine Situation, mit denen sich dann auch die Spitzenturner wohl besser anfreunden können, obwohl auch einem Helge Liebrich der Abstiegskampf einen „Riesenspaß“ mache. Nicht mehr mit von der Partie sein wird dann Sven Brückner. Für ihn war’s der letzte Heimwettkampf im Dress des TVW. Razvan Selariu wird diesen ebenfalls nicht mehr überziehen. Der 26-​jährige Rumäne versucht sein Glück als Nationaltrainer im Emirat Katar.
 

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