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» Sport | Montag, 09. November 2009

Volleyball, Regionalliga: Tübingen muss sich mit 2:3 der DJK geschlagen geben

Erleichtert feierten die Gmünder DJK–Spielerinnen nach dem entscheidenden Punkt ihren Sieg. Am Ende eines nicht souveränen Auftritts fingen sich die Gmünderinnen im wichtigsten Augenblick und siegten letztlich dennoch verdient in einer Partie, die zwei unzufriedene Trainer zurück ließ.

„Wir können’s eigentlich besser“, illustrierte DJK–Neuling Lisa Denzinger nach dem Spiel die derzeitige Gmünder Gefühlslage. Überhaupt ist bei der DJK einiges „eigentlich“. Dabei gab es für das wacklige Auftreten der Gastgeberinnen — eigentlich — keinen Grund. Die Stimmung in der Mannschaft ist gut, die nach anderthalb Jahren Dominanz erste Punktspielniederlage der vergangenen Woche nach großartiger Leistung zu verschmerzen und kein Beinbruch. Dennoch gibt das der DJK derzeit nicht genügend Selbstvertrauen. Unsicher startete das Team von Carmen Feistritzer schon in den ersten Satz, blieb aber am Ball und entschied diesen mit 25:16 für sich.
Tübingen, in dieser Saison nicht vom Erfolg verwöhnt, stellte sich besser auf die Angriffsvarianten der Gastgeberinnen ein, zeigten sich über außen im Block verbessert und bot nun kräftig Paroli. „Wir gehen mit einer derartigen Verunsicherung in den zweiten Satz — das versteh’ ich nicht“, verlieh Carmen Feistritzer ihrer Ratlosigkeit ob der schwankenden Einstellung ihrer Mädels Ausdruck. Die Trainerin war verärgert, geradezu „angepisst“. Im dritten Satz schien es, als wäre die DJK dabei, das Ruder wieder herumzureißen. Zwar blieb die spielerische Überlegenheit aus, doch auch die Gäste aus Tübingen bekleckerten sich nicht mit Ruhm. So ging die Mehrzahl der Punkte letztlich an die Gmünderinnen, die den Satz mit 25:17 für sich entschieden und geradewegs auf den Sieg zusteuerten. Doch wie nach dem gewonnenen ersten Satz verfiel das Team in eine unbegründete, unverständliche Lethargie. Carmen Feistritzer hatte sich schon lange für Zuspielerin Barbara Merinsky eingewechselt und musste mit ansehen, wie ihr Team die Tübingerinnen im Spiel hielt. Diese hatten natürlich längst Blut geleckt und gemerkt, dass mehr als nur ein Achtungserfolg zu holen war. Die Fehlaufschläge der Gmünderinnen waren nicht an einer Hand abzuzählen, und allzu oft misslang ein unter anderen Umständen recht einfacher Ball. Nicht spielerische Klasse, sondern der Wille einzelner, wie etwa der Sabrina Högers, bescherte die Punkte. „In so einer Situation ist bei uns dann jeder mit sich selbst beschäftigt“, suchte Feistritzer nach Gründen für die wackligen Knie der DJK, bei der die Stimmung auf dem Platz nicht wie sonst war. Ellen Schneiders unglückliches Intermezzo passte da gut ins Bild. „Da wollte ich es besonders gut machen“, gestand Schneider. Nicht unverdient gelang Tübingen mit 25:21 der zweite Satzgewinn beim Favoriten.
Wie ausgewechselt ging die DJK dann in den entscheidenden Satz. Mit 6:0 legte sie los wie die Feuerwehr, als wolle sie keinen Zweifel daran lassen, wer als Sieger vom Platz gehen würde. Nun waren es auf der anderen Seite des Netzes die Tübingerinnen, bei denen rein gar nichts zusammenlief. Leichtfertig ließen die DJKlerinnen ihren Gegner noch auf 12:10 herankommen. Ein ungewollt guter Angriffsball Julia Hartwichs besiegelte dann symptomatischerweise den Gmünder Sieg, der auf keinem festen Fundament gestanden war. Dementsprechend frustriert war auch Gästetrainer Karl-​Heinz Fritz, der zum Spiel keinen Kommentar abgeben wollte.
„Ich möchte für die Mädels den Druck raus nehmen“, sagte Carmen Feistritzer — offiziell lässt man bei der DJK trotz des zweiten Tabellenranges kein korrigiertes Saisonziel verlauten. Doch scheinbar lastet auf dem Team selbst als Liga-​Neuling bereits wieder der Erfolgsdruck. „Tübingen galt für uns als schlagbar — vielleicht war das das Problem“, gewährte Ellen Schneider Einblick in die DJK–Gedankenwelt. Die Gmünder Volleyballerinnen spielen bisher eine höchst erfolgreiche Saison und siegen selbst nach schwachen Leistungen. Man könnte befreit, selbstbewusst und stolz aufspielen. Eigentlich.
 

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