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» Schwäbisch Gmünd | Dienstag, 01. Dezember 2009

Logistikzentrum des Herliköfer Spielfiguren-​Herstellers wird künftig auf dem Gügling angesiedelt sein

Um ein weiteres Kapitel wird die Erfolgsgeschichte des Gewerbe– und Industriegebiets Gügling fortgeschrieben. Die Firma Schleich aus Herlikofen wird dort gemeinsam mit der Spedition Lakner ein Logistikzentrum bauen. Von Manfred Laduch

SCHWÄBISCH GMÜND. „Besser könnte eine Woche nicht beginnen“, freute sich Oberbürgermeister Richard Arnold gestern bei der Pressekonferenz über das „besondere Nikolausgeschenk“ für die Stadt. Gerade in der Wirtschaftskrise sei es gut, ein Unternehmen zu haben, das seine Aktivitäten erweitert. Das stärke den guten Ruf des Wirtschaftsstandorts.
Was man auch daran sehe, dass es weitere Anfragen gebe. Und der Gügling werde bald von der Fertigstellung des Tunnels zusätzlich profitieren. Arnold bedankte sich beim Wirtschaftsbeauftragten der Stadt, Klaus Arnholdt, für dessen Einsatz. Gleichzeitig hinterfragte er kritisch den Wettbewerb mit kleineren Gemeinden. Ansiedlungen sollten besser dort passieren, wo die Infrastruktur bereits vorhanden sei.
„Die Zeit braucht mehr denn je positive Zeichen“, erklärte Schleich-​Geschäftsführer Paul Kraut, „Mitheulen bringt uns auch nicht weiter.“ Die Logistik sei bei Schleich extrem wichtig und ein Qualitätsaspekt. Es gäbe günstigere Lösungen, als den Neubau, aber „Logistik ist das letzte Bindeglied vor dem Kunden.“
Seit zehn Jahren ist die ebenfalls auf dem Gügling ansässige Spedition Lakner maßgeblich in die Schleich-​Logistik eingebunden und wird deshalb auch den Neubau errichten und betreiben. Man habe mit Transportaufträgen angefangen und später auch das Lager übernommen, erinnert sich Lakner-​Geschäftsführer Jochen Abt. Seit zwei Jahren habe man über Verbesserungsmöglichkeiten nachgedacht und sei gleich auf die fünf verstreut liegenden Logistikeinrichtungen gekommen. Die Spedition sei durch die Einbrüche im Automobilbereich stark belastet. „Um so besser, wenn dann eine andere Branche nach vorn geht“, freute sich Abt.
Einige Zahlen zu Schleich nannte Manager Erich Schefold: Zwischen 2003 und jetzt sei der Jahresumsatz von 30 auf 100 Millionen Euro gestiegen. Etwa 40 Prozent davon wird in Deutschland gemacht, 30 Prozent in den USA, der Rest verteilt auf europäische Staaten. In den nächsten drei bis fünf Jahren rechne man mit einer weiteren Steigerung um 40 Prozent.
„Wir liegen mit dem Gügling goldrichtig“, rieb sich Wirtschaftsbeauftragter Klaus Arnholdt sozusagen die Hände. Der Schleich/​Lakner-​Neubau solle Mitte nächsten Jahres bereits stehen. In Sachen Branchenstreuung in Gmünd sei dies genau die richtige Richtung. Besonders freue es ihn auch, dass Architekten aus dem Gmünd-​Tech den Bau entworfen hätten.
Das Projekt, so Architekt Saban Yazici, werde auf zwei Hektar Gelände eine Fläche von 16 500 Quadratmetern umfassen. Es gebe ein Energiekonzept über dem Standard: Das komplette Dach soll mit Fotovoltaikanlagen bestückt werden. Die Architektur selbst sei für einen Industriebau durchaus individuell. Das sei der Vorteil, wenn man einen Spielzeughersteller als Bauherren habe.
Der Schleich-​Konzern beschäftige derzeit rund 300 Menschen, davon 200 in Schwäbisch Gmünd, erläuterte Andreas Weber, der im Unternehmen für das operative Geschäft zuständig ist. Etwa 60 dieser Beschäftigten werden von Herli-​kofen auf den Gügling wechseln und sich mit der Qualitätssicherung und dem Zusammenstellen der Lieferungen beschäftigen. Eine Logistik-​Einrichtung in Ulm werde nach und nach geschlossen. „Ich bin zwar erst seit einem Jahr in Schwäbisch Gmünd“, erklärte der gebürtige Franke Weber, „aber ich habe schon gelernt, dass die regionale Bindung einen großen Teil der Firmenkultur bei Schleich ausmacht.“
Der Neubau, so Jochen Abt abschließend, bedeute eine Investition zwischen zwölf und 12,5 Millionen Euro.
 

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