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» Schwäbisch Gmünd | Donnerstag, 10. Dezember 2009

Mitautor vom Buch Bäume wachsen in den Himmel referierte bei der Lebenshilfe

Dieser Tage trafen sich in der Bettringer Alten Kochschule leitende Mitarbeiter, Beiräte und Stiftungsräte der Lebenshilfe Gmünd e.V., darunter Eltern, Ärzte, Sozialpädagogen und Theologen zu einem Rundgespräch, was bei Sterbefällen und an Trauertagen mit Behinderten zu tun sei.

SCHWÄBISCH GMÜND (pm). Im Mittelpunkt stand ein Referat von Pfarrer Gissel aus Gießen, dem Mitautor von „Bäume wachsen in den Himmel“, einem ersten Trauerbuch für Behinderte, das mit elementaren Texten und reicher Bebilderung Trauerprozesse bei behinderten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen darstellt. Der Referent schilderte die unterschiedlichsten Reaktionen von Behinderten auf den Tod von Mitbewohnern vom tiefen, stummen Schmerz mit körperlichen Symptomen bis hin zu emotionalen Gefühlsausbrüchen oder scheinbarem Desinteresse. Er empfahl Ritualisierungen der Trauer durch Andachtsecken in den Heimen mit Bild– und Blumensymbolen, gemeinsame Grabgänge, Erinnerungen an frühere Ausflüge und Lieblingsgegenstände der Verstorbenen. Geistig Behinderte verstünden selten die Endgültigkeit des Todes und litten stark unter dem Fortsein der Kameraden. Sie bräuchten in den Trauertagen vor allem die Garantie von Behütung, indem Mitarbeiterfluktuation, Umzüge, Veränderungen der Tagesläufe etc. möglichst vermieden werden sollten.
Die Mitarbeiter sollten sich nicht scheuen, auf die einfachen Fragen der Behinderten, wo nun der oder die Verstorbene sei, mit Orten zu antworten, die für die Behinderten Geborgenheit ausdrückten, wie „im Himmel, bei der Oma, bei Jesus …“, auch wenn die Helfer für sich selbst solche schlichten religiösen Angaben problematisieren müssten. Es gehe nicht darum, was für die Betreuer selbst annehmbar sei, sondern um den Trost, mit dem die Behinderten leben und den sie sich ausmalen könnten.
Mit bewegenden Worten Erfahrungen geschildert
Anwesende Eltern, die selbst schon behinderte Kinder verloren hatten, schilderten mit bewegenden Worten ihre Erfahrungen aus schweren Krankheitstagen. Das ernste Thema soll im Februar noch einmal mit demselben Referenten an einem Schulungstag der Mitarbeiterschaft der Gmünder Lebenshilfe besprochen werden. Am selben Abend traf sich auch der Stiftungsrat der Sterntalerstiftung in einer Vorsitzung zum Jahresrückblick. Die Stiftung hat offensichtlich eine segensreiche Wirkung. So konnte sie unter anderem 2009 einzelnen Behinderten Beihilfen zur Teilnahme an Sommerfreizeiten gewähren, die Märchenaufführung „Hänsel und Gretel“, das Kunstprojekt „Entdecke deine Kreativität“ fördern, zur Benefizaufführung des zauberhaften Schattenspieles „Josef und seine Brüder“ einladen, einen Zaundurchlass zwischen dem Sterntalerkindergarten und dem Hardter Kindergarten St. Peter und Paul schaffen. Für 2010 hat die Stiftung dem neuen Theaterprojekt „Nur Mut“ der Familienunterstützenden Dienste, der Küchensanierung in der Wohngemeinschaft Herlikofen, der Ausgestaltung der Puppenecke im Kindergarten „Villa Wirbelwind“, der Errichtung eines Wackelstegs im Sterntalerkindergarten und weiteren Projekten ihre Unterstützung zugesagt.
Zusätzlich wird es auch in Zukunft darum gehen, den ins Alter gekommenen Bewohnern der Wohnheime Beihilfen für Zahnprothesen und Gehhilfen zu gewähren, damit nicht ausgerechnet unsere behinderten Mitmenschen nur mit den billigsten Hilfsmitteln abgefunden werden. Für alle diese Dienste, die nicht unbedingt aus dem regelmäßigen Jahreshaushalt des Vereins bezahlt werden können, ist die Stiftung für weitere Spenden auf ihre Konten KSK Ostalb, 8000 444 55 und Voba Gmünd 109 330 005 gegen Spendenbescheinigungen dankbar.
 

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