Ortsvorsteherin Banzhaf stellte das Wißgoldinger Büchle vor
Ja, wann ist ein Buch ein Büchlein? So meinen viele Leute, das kleinste Buch der Welt sei das Buch des deutschen Humors. Als klein oder humorlos möchte Wißgoldingens Ortsvorsteherin ihr Buch über Wißgoldingen aber nicht verstanden wissen, selbst wenn sie es „Büchle“ nennt.
WIßGOLDINGEN (gid). Ingrid Banzhafs „Büchle“ ist dann mit gut
100 Seiten auch nicht so „winzig“ geworden, dass man es nicht mehr sieht, wie ein bekannter Redakteur beim Pressegespräch befürchtete. Bei ihrer Buchpräsentation schmunzelte die Autorin und Ortsvorsteherin selbst über diese nette Anekdote. Der Schwabe neige nun einmal zum „le“– Diminutiv der Verkleinerung und Verniedlichung. Ingrid Banzhaf holte ein bisschen aus, und beschrieb in ihrer Rede die Lehrer als „Jäger und Sammler“, doch nicht nur in ihren Fächern, sondern wie Banzhaf als Deutsch– und Englischlehrerin selbst, auch im täglichen „Allerlei“. Das „Allerlei“ könne man auch als „Materialien“ beschreiben, die von Wißgoldingen handelten, und Ingrid Banzhaf immer wieder in die „Hände fielen“. Das alles, diese ganze Sammlung interessier(t)e Banzhaf stets. Auf manches „Allerlei“ stieß die Ortsvorsteherin zufällig, vieles wurde ihr auch „gezielt“ gebracht, z. B. eine Pfarrchronik, Aufzeichnungen des Bezirksamtes, als Einhorn-Monatshefte, und viele Zeitungsausschnitte.
Man kann auch sagen, dass sich Banzhaf im Laufe der Zeit zur unerschöpflichen Quelle rund um Wißgoldingen entwickelte, immer wieder konnte sie Auszüge früherer Zeiten verwerten, wenn irgendetwas über „unser Örtle“ gewusst werden sollte. Mal fragten Bürger an, hin und wieder meldete sich eine Wandergruppe an, die eine Führung durch Wißgoldingen machte, und dabei „Wissenswertes“ über Banzhafs „Örtle“ erfahren wollte. Aber auch den Senioren aus „St. Johannes“ wurde geholfen, wenn sie ihre Ausfahrten unternahmen, und beispielsweise „die Lourdesgrotte“ vorgestellt werden sollte. Gelegenheiten also zuhauf, um vom schönen Örtchen Wißgoldingen zu berichten, wie Banzhaf erzählte. Ein echter Fundus sammelte sich über die Zeit, der immer wieder eingesetzt werden konnte, auch wenn er eher aus einer losen Blattsammlung und vielen handgeschriebenen Notizen bestand. Dieser Fundus wartete förmlich darauf, in „Form“ gebracht zu werden.
Ingrid Banzhaf jedenfalls lernte bei einer „Vernissage“ im vergangenen Jahr die Buchverlegerin Manuela Kinzel kennen. Manuela Kinzel hat auch Hildegard Becks „Aquarellbilder“ in einem Buch herausgegeben. Kinzel und Banzhaf vertieften ihr Gespräch, man traf sich im Verlag, und bald war die Idee „geboren“, alle „Materialien“ von Wißgoldingen in einem Buch einzubringen.
Begeistert aufgenommen hatte auch Bürgermeister Michael Rembold die Idee der Umsetzung, als Banzhaf bei ihm vorsprach. Auch der Ortschafts– und Gemeinderat erteilten freundlicherweise die „Genehmigung“. Banzhaf dankte in ihrer Rede nochmals dafür. Ein bisschen Vorarbeit, erzählte die Buchautorin Banzhaf war schon geleistet worden, denn bei den Recherchen stieß sie auch auf „Versuche“ früherer Tage, die unternommen wurden, um ein Heimatbuch herauszugeben. Inge Banzhaf zog dann mit einem „alten“ Kassettenrekorder los, um nun viele Wißgoldinger Bürger zu den „verschiedensten“ Themen zu befragen. Das Ziel war, die bereits vorhandenen Berichte zu ergänzen. So erzählten zum Beispiel neben Kurt Stütz mit seinen detaillierten Ausführungen zur Eingemeindung, auch Elfriede Schmid, Gerda Hochsteiner und Mathilde Brühl Geschichten, und ließen durch die Fotoalben beim „vergnüglichen“ Nachmittagskaffee vergangene Zeiten des Dorfes aufleben. Ingrid Banzhaf traf die Eheleute Gunzenhauser im Backhäusle, und von Ernst und Zita Heilig ging die Ortsvorsteherin mit einem Schatz an Rezepten nach Hause. Banzhaf dankte bei der Buchpräsentation auch dem Heimatverein, von dem sie Unterstützung erfuhr. Somit entstand also die „Wißlinger Geschichte“ als Buch, indem nicht nur geschichtliche Fakten, sondern auch sehr viel „Menschliches“, an Hand von Anekdoten, Sagen und aus den Vereinen zu erfahren sein wird.
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