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» Schwäbisch Gmünd | Donnerstag, 10. Dezember 2009

Verkehrsunfall mit Fahrerflucht ebenso denkbar wie ein Mordfall /​31-​jähriges Opfer stammt aus Schorndorf

Mit einer Sonderermittlungsgruppe und großem kriminaltechnischen und personellen Aufwand bemüht sich die Polizei um die Aufklärung des mysteriösen Todesfalls im Akazienweg. Verkehrsunfallflucht wird ebenso nicht ausgeschlossen wie ein Mordfall.

SCHWÄBISCH GMÜND (hs). Wie bereits gestern berichtet, hatte am Dienstag gegen 17.45 Uhr eine Passantin den leblosen Körper im kleinen Kreuzungsbereich Akazienweg/​Lindenfirststraße und ungefähr zehn Meter weit vom Eingang zur dortigen Fußgänger-​Bahnunterführung entfernt gefunden und den Rettungsdienst alarmiert. Sie und weitere Personen leisteten sofort auch Erste Hilfe, doch der Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen.
Zwischenzeitlich hat sich herausgestellt, dass es sich bei dem Opfer um einen 31-​Jährigen aus der Nachbarstadt Schorndorf handelt. Die Polizei versucht herauszufinden, warum er sich am Dienstag in Schwäbisch Gmünd aufhielt. Ein Berufspendler war der junge Mann zumindest nicht.
Auffindeort vielleicht gar nicht identisch mit Unfall– oder Tatort
Auch ist es noch fraglich, ob es sich beim Auffindeort des Toten auch tatsächlich um den Unfall– oder Tatort handelt. Die Spurensicherung hat keinerlei Hinweise auf Lack– oder Glassplitter oder sonstige Aufprallspuren eines Autos ergeben. Der erste Augenschein deutete nämlich auf eine Verkehrsunfallflucht hin, weil das Opfer Verletzungen am Kopf und an den Beinen hatte. Die kleine Straßenkreuzung befindet sich in Bahnhofsnähe in einer bürgerlichen und ruhigen Wohngegend. Im Bereich dieser Tempo-​30-​Zone wird normalerweise aufgrund der Unübersichtlichkeit eh Schritttempo gefahren. Alles andere wäre für einen Auto– oder auch Zweiradfahrer halsbrecherisch. Durchgangsverkehr gibt es dort nicht. Oft wenden aber dort Parkplatzsucher, Falschfahrer oder Lieferwagen.
Eine zwölfköpfige Sonderermittlungsgruppe der Kriminalpolizei und Experten der Verkehrspolizei nahm mit Unterstützung der Schutzpolizei umfangreiche Ermittlungen im gesamten Bahnhofsumfeld auf. Auch im Bereich Taubental und Lindenfirststraße wurden Autos überprüft. Dies in der Hoffnung der Ermittler, verdächtige Schäden oder wenigstens so genannte Schmutzabwischspuren zu finden. Bislang jedoch vergebens. Auch zahlreiche Anwohner wurden befragt.
Dringend sucht die Polizei (Tel. 07171/​3580) die Ersthelfer und Passanten vom Dienstagabend, die dort im Zeitraum zwischen 17.30 und 18.30 Uhr unterwegs waren. Um diese Zeit ist im Bereich Bahnhof, Fehrleparkhaus, Unterführung und Geschäftszentrum Taubental ja sehr viel los, so dass es sicher Zeugen gibt, die mit ihren Wahrnehmungen zur Aufklärung des Falls beitragen können. Das 31-​jährige Opfer stammt aus Schorndorf und war ledig. Der Mann soll früher einmal mit der Drogenszene in Kontakt gestanden sein, hatte jedoch offenbar eine erfolgreiche Therapie hinter sich. Ob dieser tragische Lebensweg mit dem Vorfall in Verbindung gebracht werden kann, auch das ist eine wichtige Frage, der die Ermittlungsgruppe jetzt nachgeht. Gestern Nachmittag erfolgte die gerichtsmedizinische Obduktion. Staatsanwaltschaft und Polizei wollen aus taktischen Gründen noch keine Einzelheiten preisgeben, nur so viel: „Das vorläufige Ergebnis der Obduktion des Verstorbenen liegt vor. Ein Sturz ohne Fremdeinwirkung scheint ausgeschlossen. Die Ermittlungen der Polizei laufen daher mit Hochdruck weiter in alle Richtungen.“
Konkret: Bei Einbruch der Dunkelheit wurde gestern Abend im Bahnhofs– und Taubentalbereich von allen verfügbaren Polizeibeamten unter den Passanten und Pendlern eine große Befragungsaktion gestartet. Auch wurden erneut Autos begutachtet.
 

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