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» Ostalbkreis | Freitag, 11. Dezember 2009

Großes Interesse beim gestrigen Informationsabend im Pfahlbronner Bürgerzentrum

Der Informationsbedarf der Alfdorfer in Sachen Ethylen-​Pipeline ist groß. Zahlreiche Bürger, auch von auswärts, kamen zum gestrigen Infoabend in das Bürgerzentrum Pfahlbronn. Schwerpunkt war das Thema Sicherheit. Manche befürchten, sollte es zum Bau der Leitung kommen, einen „Super-​Gau“. Von Nicole Beuther

ALFDORF. Bürgermeister Michael Segan kam zu Beginn nochmals kurz auf die Fakten zu sprechen. Erst kürzlich hat das Land Baden-​Württemberg nahezu einstimmig ein sogenanntes Rohrleitungssystem für die Ethylen-​Pipeline-​Süd (EPS) verabschiedet. Theoretisch könnte die Leitung gegen den Willen der betroffenen Alfdorfer Grundstückseigentümer gebaut werden. Die EPS–Vertreter, davon war vor dem gestrigen Abend die Rede, setzen jedoch auf Verhandlungen.
„Die EPS ist bis heute nicht auf mich zugekommen“, sagte eine Grundstückseigentümerin, die nun eine Zwangsenteignung befürchtet. Die Angst vor einer Enteignung konnten die EPS–Vertreter aber auch nicht bei jenen aus dem Weg räumen, die schriftlich über das Rohrleitungsgesetz in Kenntnis gesetzt wurden. Von einem Drohbrief war die Rede. „Wir wollen mit allen Eigentümern vernünftig verhandeln“, so Manfred Kruse, einer der EPS–Vertreter. Er versprach, kurzfristig den Kontakt mit jenen aufzunehmen, die nicht über das Vorhaben informiert wurden. Walter Pfundt vom TÜV versuchte Sorgen eines Hangabrutsches aus dem Weg zu räumen, indem er auf geologische Untersuchungen hinwies, die vor dem Bau stattfinden würden. „Was, wenn das Rohr platzt?“, lautete eine weitere Frage aus den Reihen der Bürger. Mit Antworten wie „Das deutsche Regelwerk ist eines der modernsten in Europa im Pipeline-​Bereich“ oder „Wir haben zusätzliche Maßnahmen, die verhindern, dass ein Rohr platzen kann (regelmäßige Dichtheitsprüfungen etc.) konnte Hans-​Joachim de la Camp (Infracor) die Sicherheits-​Bedenken nicht aus dem Weg räumen. Wenn ein Schaden eintreten würde, dann würde man die Leckagen ziemlich schnell finden, versuchte Infracor-​Vertreter Dirk Jedziny die teils wütenden Bürger zu beruhigen. Die Pläne hätten einige Zeit im Rathaus ausgelegen, hakte Bürgermeister Michael Segan ein und äußerte gegenüber einigen Bürgern Unverständnis, warum er zu dem damaligen Zeitpunkt nie „Hinweise“ im Hinblick auf die Sicherheit bekommen hätte. Ein Bürger wollte wissen, ob denn jemals „realistische Versuche“ hinsichtlich eines Unfalles gemacht wurden. Man könne solch einen Unfall simulieren und „mit kleinen Versuchen testen“, so Dirk Jedziny.
„Die Urangst, die wir haben, ist, dass das alles explodiert. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit?“, wollte ein weiterer Bürger wissen. „Es besteht die Wahrscheinlichkeit, dass in 70 000 Jahren ein Schaden auftreten kann“, sagte de la Camp. Zufrieden gaben sich die Bürger mit dieser Antwort freilich nicht.
 

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